Fishermans Wharf Pier 39 San Francisco

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Erster Besuch in San Francisco

Highway 101, San Francisco, Kalifornien

Der erste Blick auf die Skyline von SF.

Wir fuhren wieder auf den Highway 101 nach Norden. Einige neue Brückenbauprojekte erregten sofort meine Aufmerksamkeit, vor allem das Warnschild, dass der Highway komplett gesperrt werden würde. Das Sperrdatum - auf dem vollgeschriebenen Schild gut getarnt - konnte ich erst beim zweiten Vorbeifahren erkennen, es war glücklicherweise außerhalb unseres Urlaubs.

Oakland Bay Bridge, San Francisco, Kalifornien

Die Oakland Bay Bridge im Vorbeifahren vom Embarcadero aus gesehen (217kb).

Unser Tagesziel hieß Pier 39 und die Suche nach einem preiswerteren Parkplatz als das teure Parkhaus am Fishermans Wharf. So fuhren wir zunächst über den Highway 280 direkt auf den Embarcadero, der den nordöstlichen Teil der San Francisco-Halbinsel als Seepromenade umschließt. Von hier aus hat man bereits einen tollen Ausblick auf die zur Linken liegenden Metropole, die sich an diesem Abschnitt mit den Hochhäusern des Financial Districts präsentiert. Erste Attraktion auf dem Embarcadero ist die zweigeschossige Oakland Bay Bridge. Dieses mächtige Bauwerk sieht man bereits aus der Ferne, und noch beeindruckender ist es, wenn man auch schließlich drunter hindurchfährt.

Ferry Building, San Francisco, Kalifornien

Ferry Building am Abend... (184kb)

Ferry Building, San Francisco, Kalifornien

... und mittags (145kb).

Das altehrwürdige Ferry Building ist der nächste Blickfang zur Rechten. Am Ende der Market Street gelegen ragt das Gebäude wie ein Kirchturm markant in den Himmel und bildet einen netten Gegensatz zur modernen Hochhausarchitektur auf der anderen Straßenseite. Es folgt nun seeseitig ein Pier nach dem anderen, der Blick klebt nach kurzer Zeit auf der Skyline, wo bald der Coit Tower deutlich aus dem Häusermeer emporragt.

San Francisco, Kalifornien

Das Häusermeer von SF, gesehen von der Stockton Street aus (208kb).

Nun begann die Suche nach einem Parkplatz. Direkt am Embarcadero gibt es nur sehr wenige Stellplätze und es wimmelt vor Menschen. Zwischen den einzelnen Piers findet man hier und da Parkplätze mit einer Flatrate, d.h. man zahlt eine Pauschale für den ganzen Tag anstelle der zeitabhängigen Abrechnung an Parkautomaten oder in Parkhäusern. Da Sonntag war hatten wir natürlich wenig Glück und bis zum Pier 39 noch keinen freien Platz erspäht. So fuhren wir zunächst weiter in die Jefferson Street, um dann über die Taylor Street schließlich in der Beach Street einen freien Parkplatz zu ergattern.

Taylor Street, San Francisco, Kalifornien

Geschäfte in der Taylor Street (256kb).

So waren wir nur rund 100 Meter von der Promenade entfernt. Auf dem Weg dorthin bummelten wir an unzähligen kleinen Geschäften vorbei; alles was das Touristenherz begehrt, und alles was man sich nie kaufen würde. Eine wilde Mixtur aus Kitsch und Klamotten. Ja, wir würden sicher ein paar passende Andenken für unsere Daheimgebliebenen finden. Aber erstmal ging es Richtung Pier 39. Nachdem wir am berühmten Fishermans Wharf Symbol an der Jefferson Street angekommen waren packte uns der Hunger. Um den Urlaub nicht direkt verschwenderisch zu beginnen beschlossen wir, bei McDonalds zu speisen - falls man das so nennen darf.

San Francisco, Kalifornien

Zur Not tut's auch ein Fastfood-Salätchen - bei IHOP gab's doppelt so viel plus Geschmack...

Der Laden, direkt gegenüber der Piers, war angesichts der exorbitanten Lage nicht allzu groß, aber gut besucht. Ein Tisch mittendrin war wie für uns vier gemacht, mit guten Beobachtungsmöglichkeiten zu allen Seiten und klebriger Tischplatte damit man nichts umstoßen kann. Gesund sollte der Urlaub werden, also stand Salat auf dem Programm - und der soll bei McDonalds wirklich gut sein wie mir meine Freunde glaubhaft versicherten. Kein Wunder also, dass einige Wochen nach dem Urlaub in Deutschland auch die große McDonalds Salat-Werbeaktion anfing (nachdem in Amerika alle Gäste überlebt hatten). Doch zurück nach San Francisco. Mit Salat kann man mich nur bedingt glücklich machen, dann schon eher mit Cheeseburgern - in Ermangelung von Steaks natürlich nur. Während wir also da saßen und unsere Burger und Caesar-Salads aßen fiel mein Blick immer wieder auf die Toilettentüre des Etablissements. Mir war nämlich aufgefallen, dass immer wieder Gäste an die Bedientheke kamen und sich dann in einer Schlange vor diese Türe stellten. Gut, man kann ja mal eine längere Sitzung haben, dachte ich, aber nach einer Viertelstunde tat sich immer noch nichts. Des Rätsels Lösung kam zutage, als einer von uns ebenfalls zur Toilette musste. Völlig unamerikanisch war die Türe nämlich verschlossen und der Schlüssel musste jedes Mal vom Ladenbesitzer höchstselbst erfragt werden. Offensichtlich hatte dieser ihn aber verkramt, und die Bedienung an der Theke sagte allen, das Klo wäre besetzt weil ja der Schlüssel nicht da sei. Nachdem nun allen klar war, das nur der Schlüssel fehlte wurde Cheffe herbeigeordert. Ein großer hagerer Mann erschien - er aß offenbar auswärts -, und der fand den Schlüssel schließlich wieder. Um seinem Erscheinen einen tieferen Sinn zu geben (die Schlüsselgeschichte war ihm merklich peinlich) machte er danach noch grimmig gelaunt einen Kontrollgang durchs Restaurant. Wohlgesättigt verließen wir McDonalds, um kurz vor Sonnenuntergang noch Pier 39 zu sehen.

Pier 39, San Francisco, Kalifornien

Einzigartige Abendstimmung am Pier 39 (240kb).

Pier 39, San Francisco, Kalifornien

Telegraph Hill mit Coit Tower, rechts das Fishermans Wharf Parkhaus (192kb).

Pier 39, San Francisco, Kalifornien

Sonnenuntergang über den Marin Headlands (127kb).

Pier 39, San Francisco, Kalifornien

Telegraph Hill mit dem Coit Tower, rechts der Pyramid Tower (167kb).

Pier 39, San Francisco, Kalifornien

Blick von Pier 41 Richtung Süden auf San Francisco (192kb).

Pier 39, San Francisco, Kalifornien

Links Forbes Island, hinten die Seelöwen und Pier 39 (207kb).

Kalt war es, sehr kalt, und ich war froh, meine Windjacke und die warme Jeans angezogen zu haben. Die Straßen waren schon fast menschenleer, und als wir schließlich den Pier erreichten waren wir tatsächlich ganz alleine. Nur die ganz dummen Touristen würden sich bei dieser frischen Brise auf die windigen Piers wagen... Die Lichtverhältnisse waren einzigartig. Die Sonne schien in einem warmen orange auf das Wasser und die Holzgebäude, dazu der eiskalte Wind - ich kam mir vor wie in Norwegen. Nicht dass ich da schon mal gewesen wäre, aber so stellte ich es mir vor. Die gesamte Flotte der Ausflugsschiffe lag vor Anker, und leise plätscherten die Wellen zwischen den Booten. Jeder für sich erkundeten wir die sonst so überfüllten Kais. Ich schlenderte den langen Holzsteg des Pier 41 entlang bis zu Forbes Island an dessen Ende - jenem kleinen Restaurant in Form eines als Insel dekorierten Hausboots. Fotomotive gab es in Hülle und Fülle, und ich nutzte die Gelegenheit, auch wenn meine Finger schon recht kalt waren. Die sonst so lautstark auf sich aufmerksam machenden Seelöwen auf der anderen Seite des Hafenbeckens schienen auch bereits ihre Nachtruhe angetreten zu haben - oder sie machen den Radau nur, wenn auch Touristen da sind, und hatten nur schon Feierabend. Ich atmete tief durch. Frische Seeluft, dazu die einmalige Aussicht auf San Francisco - ja tatsächlich, ich war wieder da, in meiner Lieblingsstadt. Es braucht offensichtlich solche Momente um zu realisieren, dass man endlich am Ziel des so lange herbeigesehnten Urlaubs ist. Für einige Minuten ganz alleine ließ ich die Aussicht auf mich wirken.

Pyramid Tower, San Francisco, Kalifornien

Die Transamerica Pyramid bei Nacht (197kb).

Ferry Building, San Francisco, Kalifornien

Auch um 20:34 zeigt die Uhr 12.

Als ich vom Steg zufrieden zurückkehrte beschloss ich, es für heute gut sein zu lassen, denn ich wollte nicht schon am ersten Tag eine Erkältung riskieren. Pier 39 würden wir schon noch oft genug sehen, und ganz ohne den üblichen Trubel ist diese Attraktion bis auf den Ausblick nicht so prickelnd. Den Sonnenuntergang hatte ich bereits bei Forbes Island bewundert, nun brach die Dunkelheit vollends herein. Selten habe ich mich in Amerika so über eine Autoheizung gefreut wie an diesem Abend.

Mission Street, San Francisco, Kalifornien

Ungewohnt leer: Mission Street (228kb).

Die Fahrt durch die nächtliche Stadt war ein ebenfalls unvergessenes Erlebnis und ein schöner Abschluss unseres ersten Ausflugs. Wieder vorbei am Ferry Building, dessen defekte Uhr sich immer noch nicht bewegt hatte - was sich bis zu unserem Abflug auch nicht mehr ändern sollte -, fuhren wir durch die Market Street Richtung Highway 101.

Ein sehr langer und erlebnisreicher erster Urlaubstag ging zu Ende.

(Letzte Änderung: 13.09.2003)



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