Sunset Point Bryce Canyon Nationalpark

Sunset Point, Bryce Canyon, Utah

Das nördliche Amphitheater (712kb).

Sunset Point, Bryce Canyon, Utah

Auch der Blick hinunter ist unerreicht. Hinten die Boat Mesa (839kb).

Sunset Point, Bryce Canyon, Utah

Nur wenige Meter weiter sieht die Szene wieder anders aus, das Aquarius Plateau am Horizont ist gut zu sehen (635kb).

Sunset Point, Bryce Canyon, Utah

Die Mischung aus Rot und Grün... (770kb)

Sunset Point, Bryce Canyon, Utah

... macht jede Detailansicht reizvoll (638kb).

Sunset Point, Bryce Canyon, Utah

Einzelne Hoodoos trotzen der Erosion (607kb).

Sunset Point, Bryce Canyon, Utah

Was soll ich sagen... (608kb).

Unser erster und ausgiebigster Halt am war am Sunset Point. Dieser bietet meiner Meinung nach - vielleicht noch neben dem - den vielseitigsten und schönsten Blick auf das eindrucksvolle Naturwunder - und erfreut sich deswegen der größten Beliebtheit unter den Besuchern. An keiner anderen Stelle des Bryce Canyons kommen nämlich die Farben des rötlichen Gesteins mehr zur Geltung als hier. Die Felsen gehören der Claron Formation an; eine Kalksteinzusammensetzung, die weltweit nur an dieser Stelle zu bewundern ist. Sie entstand vor etwa 50 Millionen Jahren in einem zu dieser Zeit hier befindlichen Süßwassersee, dem Lake Claron. Dabei bildeten Eisenoxid- Mineralien die markanten Rot-, Orange- und Gelbtöne der unteren Klippenhälfte, die Geologen "Pink Member" nennen. Manganoxide ergänzen die Farbpalette mit Pink und Rosa. Die Farbveränderungen von Orange nach Weiß markieren den Anfang des "Upper Member", einem reineren, mineralärmeren Kalkstein.

Der Sunset Point selbst befindet sich auf einer kleinen Landzunge, die wie ein Dreieck in das Amphitheater hineinragt und dieses in einen nördlichen und einen südlichen Teil spaltet - jedenfalls für den Betrachter an diesem Punkt.

Der Name des Aussichtspunktes ist zwar in Hinblick auf das grandiose Farbenspiel bei Sonnenuntergang zutreffend, jedoch weist der Aussichtspunkt nach Osten und ist insofern geographisch etwas irreführend denn im Westen geht die Sonne unter.
Sunset Point, Bryce Canyon, Utah

Wenn das kein ideales Panorama für Vogelbeobachtungen ist (646kb).

Sunset Point, Bryce Canyon, Utah

Das gleiche Motiv mit Weitwinkel (515kb).

Sunset Point, Bryce Canyon, Utah

Gleiche Stelle, Blick nach Süden (597kb).

Die Boat Mesa, die den nördlichen Horizont des Ausblicks vom Sunset Point bildet, ragt wie ein kleiner Keil in den Canyon hinein. Direkt dahinter liegt das Aquarius Plateau, das höchste Plateau in Nordamerika. Früher war das Aquarius Plateau genauso hoch wie das Paunsaugunt Plateau. Doch durch Erdbewegungen an der Paunsaugunt Verwerfung hob sich das Aquarius Plateau um rund 600 Meter.

Direkt unterhalb des Sunset Point und im Süden erhebt sich die Silent City vom Canyongrund, ein Irrgarten aus Hoodoos und Felsspitzen in enger Formation. Vertikale Klippen bilden die sogenannte Wall Street. Unterhalb des Points im Norden reckt sich Thor's Hammer, der wohl bekannteste und meist fotografierteste Einzel-Hoodoo, einsam in den Himmel.

An Sunset Point kann man sehr gut Vögel beobachten. Vor allem die violett-grünen Schwalben, Klippenschwalben und weißkehligen Swifts patrouillieren entlang der Klippen und Hoodoos auf der Suche nach Insekten. Kiefernhäher (clarks nutcracker) und Steller's Eichelhäher spalten die Kienäpfel auf der Suche nach Nüssen. Rotschwanzbussarde und Raben kreisen ruhig in den Luftthermen über dem Canyon und bilden damit einen markanten Gegensatz zu den Klippenschwalben, die sehr viel hektischer durch die Luft schießen.
Sunset Point, Bryce Canyon, Utah

Der Weg nach Norden direkt an der Klippe (481kb).

Sunset Point, Bryce Canyon, Utah

Hier beginnt der Navajo Loop Trail (525kb).

Sunset Point, Bryce Canyon, Utah

Dieselbe Ansicht von etwas weiter nördlich (602kb).

Einen noch besseren Eindruck vom Bryce Canyon vermitteln die Wanderwege, die sich durch die Hoodoos zum Canyongrund hinabwinden. Einer davon, der 3,5 Kilometer lange Navajo Loop Trail, beginnt am Sunset Point und ist sehr anstrengend. Man darf die Höhenlage des Nationalparks nicht unterschätzen, in der jegliche Kraxelei dank der dünnen Luft zur Anstrengung wird. Durch den Slotcanyon der Wall Street gelangt man bei dem weniger als 2 Stunden dauernden Rundkurs zunächst in steilen Serpentinen abwärts ehe der Weg in eine enge Schlucht mit hohen Seitenwänden mündet. Dort ragt unter anderem eine 450 Jahre alte Douglas-Kiefern (douglas fir) mit ihrer Spitze knapp aus der Canyonschlucht heraus. Neben diesen Wanderwegen in den Canyon kann man von Sunset Point auch zwei ebenerdige und sehr schöne Wege entlang der Canyonkante benutzen. Eine halbe Meile nach Norden führt der Weg zum eigentlichen Sunset Point, ein meiner Meinung nach besonders empfehlenswerter Abschnitt weil auf der gesamten Strecke der Blick auf den Canyon frei ist. Eine dreiviertel Meile nach Süden über leicht hügeligem Gelände führen zum Inspiration Point. Den besten Überblick hat man natürlich auf dem gut befestigten Vorsprung direkt gegenüber dem Parkplatz. Allerdings ist dieser immer hoffnungslos überlaufen, und wer die Natur in einem etwas ruhigeren Umfeld auf sich wirken lassen will tut gut daran, sich auf diesen beiden Wege ein stückweit vom Rummel zu entfernen.

Sunset Point, Bryce Canyon, Utah

Der bewaldete Peekaboo-Canyon mündet in den von rechts hinzukommenden eigentlichen Bryce Canyon mit dem Bryce Creek (637kb).

Sunset Point, Bryce Canyon, Utah

Interessant wie sich die Bäume auf den Klippenkanten aufgereiht haben (624kb).

Am Nachmittag kehrten wir erneut zum Sunset Point zurück und unternahmen einen Spaziergang auf dem Rundweg des Navajo Loop Trail, ein eindrucksvolles Erlebnis und eine ideale Ergänzung zu den schon ohnehin herausragenden Impressionen der Aussichtspunkte. Nach der Wanderung machten wir eine kurze Verschnaufpause am Parkplatz, der mit einem niedrigen Holzbalkenzaun umrahmt ist, was eine gute Sitzgelegenheit ergibt. Da bot es sich an, auch etwas Verpflegung zu sich zu nehmen. Gleich am Parkplatz befinden sich übrigens auch öffentliche Toiletten und Trinkwasser. Meine Mitreisenden wollten schon ins Hotel zurück, doch ich bestand darauf, noch bis zum Sonnenuntergang zu bleiben. Das Wetter war perfekt, also warum auf einen Sonnenuntergang verzichten, der gerade an diesem Aussichtspunkt besonders spektakulär ist.

Sunset Point, Bryce Canyon, Utah

Langsam setzt die Dämmerung ein, die Schatten werden länger (534kb).

Sunset Point, Bryce Canyon, Utah

Ein einsamer Baum hat sich auf dem Felsen niedergelassen (550kb).

Sunset Point, Bryce Canyon, Utah

Schon sind ganze Bereiche von Schatten bedeckt (498kb).

Sunset Point, Bryce Canyon, Utah

Viel plastischer wirken die Erosionsfalten, ... (487kb)

Sunset Point, Bryce Canyon, Utah

... noch intensiver wirken die Farben (701kb).

Sunset Point, Bryce Canyon, Utah

Eins der kontrastreichsten Bilder (704kb).

Sunset Point, Bryce Canyon, Utah

Die letzten Lichtstrahlen (253kb).

Sunset Point, Bryce Canyon, Utah

Nur in der Ferne scheint noch die Sonne (611kb).

So kehrten wir dann noch einmal zum Sunset Point zurück. Immerhin heißt der Aussichtspunkt ja Sonnenuntergangspunkt. Obschon es ziemlich kalt geworden war wollte ich unbedingt das Lichtschauspiel miterleben. Gerade vorne an der Klippenkante darf man die Temperaturen nicht unterschätzen, zumal die Höhenlage des Parks mit über 2.000 Metern schon alleine deswegen ein vergleichsweise kühleres Klima beschert. Die roten Felsen und die strahlende Sonne verleiten leider dazu, diese Umstände gerne mal zu übersehen. Etwa eine Viertelstunde vor dem eigentlichen Sonnenuntergang hatte ich mir einen Platz direkt am Zaun des Aussichtspunktes gesichert, und das war auch nötig denn immer mehr Touristen kehrten von den übrigen Aussichtspunkten zurück um an dieser Stelle das Naturschauspiel zu beobachten. Fast genau gegenüber des Eingangs vom Parkplatz auf den Viewpoint gibt es einen großen Felsvorsprung, der zu einer Plattform mit 270 Grad-Rundumblick ausgebaut ist. Von hier hat man den besten Ausblick des Sunset Points; entsprechend ist der Andrang. So hatte auch gleich neben mir ein professioneller Fotograf sein Stativ aufgebaut und bastelte fleißig an seiner Großformatkamera und den riesigen Belichtungsplatten herum eher er unter dem großen schwarzen Tuch der Kamera verschwand und auf den richtigen Zeitpunkt für sein Foto wartete. Die Mühe hatte sich gelohnt. Sobald die Sonne hinter den ersten Hügeln zu verschwinden begann tauchten die Hoodoos in eine warme orange Farbe. Das Schattenspiel vor dem immer noch blauen Himmel eröffnete völlig neue Ansichten, machte die Hoodoos viel plastischer da sie sich nun dank ihres Schattenwurfes vom gleichfarbigen Hintergrund deutlicher abhoben. Das Kontrastspiel wurde umso imposanter je tiefer die Sonne am Horizont versank. Allerdings musste man sich nun beeilen. Während die Motive im Vordergrund relativ schnell im völligen Schatten versanken schweifte der Blick automatisch mehr und mehr in die Ferne, die dank der größeren Entfernung von dem der Sonne im Weg stehenden Klippenrand noch im vollen Sonnenlicht erstrahlte. Eine bewundernde Stille machte sich breit am Zaun des Aussichtspunktes, nur unterbrochen vom ständigen Geklicker der Fotoapparate. Als alle lohnenswerten Motive abgelichtet waren forderte die eisige Kälte den Rückzug ins klimatisierte Auto. Wie Ihr seht hatte sich das Ausharren gelohnt.

(c) Stefan Kremer - Alle Rechte vorbehalten




Schließen