Orphan Mine Grand Canyon Nationalpark

Orphan Mine, Grand Canyon, Arizona

Der Förderturm macht von weitem auf die Mine aufmerksam (223kb).

Bereits vom Maricopa Point aus kann man in westlicher Richtung die Orphan Mine, die verlassene Mine, sehen. Man erkennt sie deutlich an dem typischen roten Förderturm, der immer wieder erstaunte Touristen anlockt. Der Rim Trail führt um das Gelände der Mine herum. Unterhalb des Förderturms kann man die Ruinen und Hinterlassenschaften der Förderstätte sehen, die man über Leitern erreichen kann. Die Mine wurde 1893 von Daniel Hogan als Kupfermine gegründet und 1906 patentrechtlich geschützt. Das Erz war außerordentlich rein, jedoch erwies sich der Transport von dieser sehr abgeschiedenen Gegend als ökonomisches Fiasko. So wurde der Erzabbau kurze Zeit später wieder eingestellt. Doch 1953 wurde die Mine erneut eröffnet, denn man hatte im April 1951 Uran gefunden. Über eine Förderbahn mit drei Aufzügen wurde ab März 1955 das Erz aus der Mine befördert, die im Mai 1956 auf acht Aufzüge ausgebaut wurde. Im Januar 1959 wurde dieses System nach 8-monatiger Bauzeit durch einen vertikalen Schacht mit Förderturm ersetzt, um die Fördergeschwindigkeit und -menge zu erhöhen. 484 Meter führt der Schacht in die Tiefe direkt zu der Förderstelle des Urans.
Orphan Mine, Grand Canyon, Arizona

Der West Rim Trail (460kb).

Bis 1966 wurde das seltene und für die Vereinigten Staaten im Kalten Krieg sehr wertvolle Uran gefördert. 4,9% betrug der Uran-Anteil am geförderten Erz, in einigen Klumpen sogar bis 80%. Damit war die Mine eine der Hauptquellen für Uran in den Vereinigten Staaten. Dann wurde die Mine im April 1969 endgültig geschlossen da der Abtransport des Erzes nach Canon City in Colorado zu unrentabel geworden waren. Die Gesamtfördermenge der Mine von April 1956 bis April 1969 betrug 500.432 Tonnen Erz, die 1.944 Tonnen Uranium (U3O8) enthielt. Ebenfalls wurden 302.000 Tonnen Kupfer und 3 Tonnen Silber gefördert.

Orphan Mine, Grand Canyon, Arizona

Der obere Teil der Minenanlage (270kb).

1963 ging das Land in den Besitz des National Park Systems über, 1976 in den Besitz des Die Förderrechte behielt der Minenbetreiber bis zum August 1988. Heute ist das Gebiet um die Mine eingezäunt, denn neben den vielen Ruinen birgt der Ort auch noch eine andere Gefahr: Strahlung. Bis zu 3 mR pro Stunde an Beta und Gamma Strahlung treten innerhalb der Mine auf. Wieviel davon an die Oberfläche gelangt wird nirgends erwähnt; ich würde vorsichtshalber die Umzäunung nicht überschreiten. Schilder weisen auf die radioaktive Gefahr hin. Das Wasser des Horn Creek könnte ebenfalls kontaminiert sein und sollte nicht getrunken werden. Seit Ende 2003 gibt es konkrete Planungen für die endgültige Säuberung (Dekontaminierung) der Mine.

(c) Stefan Kremer - Alle Rechte vorbehalten




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