Moki Dugway Highway 261 Grand Staircase

Moki Dugway, Highway 261, Utah

Am Fuße des Moki Dugway - da muss man hinauf (329kb).

Moki Dugway, Highway 261, Utah

Wie steil die Klippe ist kann man hier gut erkennen (234kb).

Ein Erlebnis der besonderen Art ist die Fahrt auf einem kurzen Stück des Highway 261 hinter dem Richtung Norden. Hier windet sich die bis dahin gut ausgebaute, gerade Straße auf ein Hochplateau hinauf, wobei rund 350 Höhenmeter überwunden werden. Die Rede ist von dem unter Mietwagentouristen legendären "Moki Dugway". Moki (auch Moqui) ist ein älteres Wort für Hopi; ein Pueblo-Indianerstamm, der im nordöstlichen Arizona inmitten der Navajo-Reservation lebt. Die Fahrt auf jenem Dugway sieht so aus:

Moki Dugway, Highway 261, Utah

Die Straßenführung ist extrem... (410kb)

Moki Dugway, Highway 261, Utah

... und gut getarnt (342kb).

Moki Dugway, Highway 261, Utah

"Unpaved road ahead"...

Zunächst wundert man sich über Hinweisschilder, die das Weiterfahren mit Trucks oder Anhänger untersagen. Den Grund hierzu erkennt man bald. Bereits von weitem nähert sich die Abrisskante des Plateaus, die in der flachen Landschaft gut zu erkennen ist. Zunächst war ich ganz verblüfft, denn man kann von Weitem keinen Straßenverlauf an der Felswand erkennen, aber je näher man kommt desto größer wird die Gewissheit, dass man irgendwie auf dieses Plateau hinauffahren muss und es keinen Weg drum herum gibt. Kurz hinter der Valley of the Gods Road beginnt dann der Anstieg. Zunächst bleibt der Highway in gewohnter, sprich geteerter Qualität. Doch je weiter man sich an der Steilwand hinaufwindet desto schlechter wird der Straßenbelag bis sich die Straße schließlich in eine Schotterpiste (gravel road) verwandelt. Dieser Abschnitt ist unter dem Namen "Moki Dugway" bekannt. Da solche Straßen üblicherweise in den Mietwagenverträgen kategorisch verboten sind könnte man nun in Gewissenskonflikte geraten. Aber erstens hatten wir bereits im gegen diese Regelung verstoßen, zweitens gab es keine Alternative zu dieser Strecke und drittens wird auf keiner Landkarte auf diesen Umstand hingewiesen. Folglich fuhren wir weiter die staubige und steinige Holperpiste hinauf, auf der einen Seite den tiefen Abgrund, auf der anderen eine senkrechte Felswand, und schon bald jagte eine Kurve die nächste. Leitplanken oder Befestigungen gleich welcher Art gibt es nicht, und im oberen Bereich wird die Straße zudem noch etwas enger. Irgendwie hatten es die Straßenbauer geschafft, an die im oberen Bereich teilweise komplett senkrechte Felswand eine Straßentrasse zu heften. Sehr vertrauenerweckend bei dem bröseligen Sandstein... Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 10 mph bergauf und 5 mph bergab festgelegt, und freiwillig wären wir auch nicht schneller gefahren - zumal das Erlebnis der Fahrt ja auch genossen werden will. Wer unter Höhenangst leider könnte hier allerdings ernsthafte Probleme bekommen. Tourbusse sollen ebenfalls schon den bis zu 10% steilen Abschnitt heruntergefahren sein.
Moki Dugway, Highway 261, Utah

Die Aussicht entlohnt für die Mühen, hier im Juli 2007 (433kb).

Moki Dugway, Highway 261, Utah

Der Blick schweift von links nach rechts (292kb).

Moki Dugway, Highway 261, Utah

Auf der anderen Seite des Plateaus liegt Muley Point (288kb).

Nach rund fünfminütigem Anstieg erreichten wir schließlich das Plateau auf 1.935 Metern Höhe; das waren etwa 335 Meter höher als am Fuße des Plateaus vor 4,8 km Highwaystrecke. Wir hielten an dem dort befindlichen Parkplatz des Moki Dugway Overlook, um die kolossale Aussicht zu genießen, die wir schon von unterwegs immer wieder kurz aus dem Fenster betrachten konnten. Da lag, wie Streichhölzer aneinandergelegt, der Highway zu unseren Füßen, dahinter das Valley of the Gods und irgendwo noch weiter in der Ferne Richtung Südwesten das Monument Valley, dessen Tafelberge den Horizont markierten. Sofort wurden wir von einer älteren Indianerfrau angesprochen, die ihren angeblich handgefertigten Silberschmuck an die Touristen verkaufen wollte. Nachdem wir freundlich unser Desinteresse bekundet und Fotos gemacht hatten fuhren wir weiter, von nun an wieder auf gewohnt breiten und geteerten Highways, zum Natural Bridges National Monument.

Moki Dugway, Highway 261, Utah

Kommt man von Norden ahnt man nicht, dass es bald steil bergab geht (300kb).

Moki Dugway, Highway 261, Utah

An der Spitzkehre rechts hielten wir an (522kb).

Moki Dugway, Highway 261, Utah

Das ist die Aussicht von dort (369kb).

In 2007, vier Jahre nach jener ersten "Befahrung", sollte ich den Moki Dugway in umgekehrter Fahrtrichtung erleben, also von Norden kommend. Auf dem Weg von nach Page mussten wir nun die Serpentinen hinunterfahren. Nach einem längeren Stopp am Muley Point, einem unbefestigten Aussichtspunkt oben auf dem Hochplateau, der den Blick nach Westen auf die Goosenecks erlaubt und sich damit vom Moki Dugway Overlook unterscheidet, ging es bergab. Der beim letzten Besuch erlebte Trubel am Parkplatz vor der Abfahrt war nicht mehr vorhanden - im Gegenteil; nicht ein Auto stand dort, wir waren ganz alleine. Ein Hinweisschild mahnte, dass hier jeglicher Verkauf verboten sei. Vermutlich war der uns in 2003 hier angebotene Indianerschmuck dann wohl doch nicht ganz indianischen Ursprungs und die Indianer hatten dem unlauteren Wettbewerb einen Riegel vorgeschoben. Das war für uns umso ärgerlicher, da der Erwerb von Silberschmuck als Urlaubsmitbringsel fest eingeplant war. Wie dem auch sei, an den Goosenecks und später beim Marble Canyon sollte sich dieses Problem lösen lassen. So konnten wir unsere ganze Aufmerksamkeit der Aussicht widmen.
Moki Dugway, Highway 261, Utah

Hier kann man gut den Straßenzustand erkennen (380kb).

Moki Dugway, Highway 261, Utah

Die Felswände wirken nicht sehr stabil (343kb).

Die Abfahrt selbst stellte sich als wesentlich harmloser heraus als ich sie vom letzten Mal in Erinnerung hatte. Die Straße war zwar immer noch eine Gravel Road, jedoch überhaupt nicht holprig und mangels Gegenverkehr auch durchweg breit genug. Mag sein, dass die Jahreszeit bei der Straßenbelagsgüte eine Rolle spielt, denn in 2003 waren wir Mitte Mai unterwegs und in 2007 zweieinhalb Monate später. In einer Haarnadelkurve machten wir kurz Halt, um ein paar Meter auf einen Felsvorsprung zu klettern. Dass die Aussicht einzigartig war muss ich wohl nicht extra erwähnen.

Nachdem ich nun den Moki Dugway in beide Richtungen gefahren bin kann ich nur resümieren, dass dieser kurze Streckenabschnitt sich wie kaum ein anderer in das Gedächtnis einprägt. Zwar ist die Straße lange nicht so abwechslungsreich und spektakulär wie manche Backcountry Road, aber das Erlebnis, eine Verwerfungskante hinauf- oder hinunterzufahren und dabei diese unbeschreiblich weite Aussicht genießen zu können ist einfach einzigartig.

(c) Stefan Kremer - Alle Rechte vorbehalten




Schließen