![]() Blick kurz hinter Oakhurst nach Osten (332kb). |
Typisches Straßenbild hinter Fresno. |
Bei Squaw Valley. |
![]() Die Ausläufer der Sierra Nevada (259kb). |
Die Fahrt zum Sequoia verlief zunächst wie es laut Karte zu erwarten war: zuerst folgte zwischen Oakhurst und Coarsegold ein landschaftlich schöner Abschnitt, in dem sich der Highway an einer Hügelkette entlang nach Südwesten schlängelte und immer wieder weite Blicke auf das Waldgebiet im Osten und die schneebedeckten Rücken der Sierra Nevada ermöglichte. Logisch, dass wir kurz anhalten mussten um ein paar Bilder zu machen. Dann wurde die Strecke etwas eintöniger. Schnurgerade ging es über Flachland nach Süden bis ins Stadtzentrum von Fresno wo wir einmal links auf den Highway 180 abbogen. Weites Land folgte, mit riesigen Wiesen und Äckern links und rechts der Straße. Einzelstehende Farmen, Futtersilos und Hochspannungsleitungen ergänzten dieses klischeehafte aber doch reale Bild einer typischen Farmlandschaft. Schon nach Kurzem tauchten in der Ferne die ersten sichtbaren Erhebungen der Sierra Nevada auf, die wir ja zuvor beim Yosemite verlassen hatten und in die wir nun nach einem Bogen wieder hinauffuhren. Der Highway wurde kurvenreicher, es ging merklich bergauf. Dabei wurde die Aussicht zur Rechten immer besser, immer weiter konnte man ins Flachland hinunterschauen, zunächst versperrten noch kleinere Hügel die Weitsicht, doch schon bald konnte man einfach über sie hinwegsehen und der Blick war frei auf die nächstgelegene Stadt Visalia und ihr Umland.
![]() Sierra Nevada in der Ferne (332kb). |
![]() Big Stump Entrance (523kb). |
Am Big Stump Entrance fuhren wir schließlich zunächst in den Kings Canyon Nationalpark hinein. Kurz darauf gabelt sich bei The Wye der Highway. Während der 180 nach Norden in den Kings Canyon abknickt führt der 198 weiter geradeaus in den Sequoia Nationalpark, unserem Ziel. In den Kings Canyon wollten wir optional hineinfahren, je nachdem, ob wir genügend Zeit hätten. Doch zunächst ging es weiter gen Osten. Unseren ersten Stopp legten wir kurz darauf am Redwood Mountain Overlook ein; ein kleiner Parkplatz auf der rechten Seite der Straße. Die Aussicht hier ist auf den ersten Blick nicht weltbewegend. Ein paar Hügel, einige schneebedeckt, und alle dicht bewaldet. Schaut man aber genauer hin bemerkt man, dass man selbst in großer Entfernung noch einzelne Bäume in den Wäldern ausmachen kann. Da waren sie also, die Sequoias, und plötzlich hatte dieser Ort doch seinen magischen Reiz. Die riesigen Felsblöcke, die die Natur am Aussichtspunkt aufgehäuft hatte (oder war es doch der Planer vom Fremdenverkehrsverein?), mussten nun als Kletterfelsen auf der Suche nach dem optimalen Fotoblickwinkel herhalten. Wären nicht die vielen Wolken gewesen, die an den Hängen der Sierra Nevada hängenblieben, wäre die Aussicht noch beeindruckender und kontrastreicher. So war alles ein wenig trist, wirkte eher gespenstisch und unheimlich. Eine Informationstafel klärt den staunenden Betrachter über das auf, was sich vor einem in der Ferne bzw. hinter den Wolken ausbreitete. Wir sollten auf dem Weg zum Kings Canyon noch einmal an diesem Aussichtspunkt anhalten, dann bei strahlendem Sonnenschein. Nun begann erstmal die Quartiersuche.
![]() Cabins der Montecito Lodge am Lake Homavalo (419kb) |
![]() Idyllisches Paradies zum Ausspannen (777kb). |
Etwas mulmig war mir schon bei dem Gedanken, im Sequoia keine Unterkunft gebucht zu haben, und als sich auf der Fahrt zum Nationalpark alle auf der Karte eingezeichneten Orte als winzige Dörfchen entpuppten besserte sich meine Gefühlslage nicht wesentlich. Aber ein Nationalpark ohne Hotels? Das würde es schon nicht geben - und genau so war es auch. Nur ein kurzes Stück hinter dem Parkeingang bot die Montecito Sequoia Lodge mit einem großen Hinweisschild ihre Dienste an. So verließen wir also den Highway, um über eine kurze Nebenstraße zur Lodge zu gelangen. Diese lag ziemlich einsam hinter einem kleinen Bergsee (Lake Homavalo) eingebettet zwischen den hohen Bäumen der dichten Nadelwälder. Ein malerischer Ort, abgeschieden und dazu angetan, gestressten Städtern einen vor allem ruhigen Urlaub zu ermöglichen. Wir hielten am Hauptgebäude um uns nach den Preisen zu erkundigen. Optisch sah die Anlage ja schon Mal nicht schlecht aus. 13 große Blockhütten waren locker im Wald und um den See herum verteilt, jede eine eigene Wohneinheit darstellend. Dazu gab es noch 36 Hotelzimmer in der Lodge selbst, aber die waren allesamt ausgebucht; lediglich solch eine Cabin war verfügbar. Dann kam die Ernüchterung. Ganze 120,- Dollar sollte die Hütte kosten - am Tag und pro Person! Und fließendes Wasser gab es ebenso wenig wie eigene Waschmöglichkeiten oder Toiletten. Und geheizt wurde entweder mit Holz oder Propangas. Gut, man hatte wohl im Hinblick auf den Naturpark recht umweltverträglich gebaut. Aber soviel Geld für einen besseren Campingplatz? Ohne uns die Hütten näher anzuschauen (einen Teppich hatten sie laut Prospekt immerhin - man beachte) beschlossen wir, weiterzufahren. Die "Notlösung" kannten wir ja nun. Bemerkenswert finde ich in dem Zusammenhang noch den Werbespruch der Lodge: "Comfortable Lodging". Auch irgendwie überlegenswert ist folgender Hinweis im Prospekt: "Note that week #11 is 8 nights for the price of 7"... Wie mag das wohl gehen?!? - Prospekt schnell weggesteckt und ab dafür.
Die nächste Abfahrt am Highway führte zur Stony Creek Village, die jedoch wegen Umbauarbeiten geschlossen war. Vorsaison, da muss man mit sowas rechnen.
![]() Das Hauptgebäude der Wuksachi Lodge (463kb). |
Der Speisesaal der Lodge. |
Schließlich erreichten wir um 16:30 Uhr mitten im Park die Wuksachi Lodge. Diese vergleichsweise große Lodgeanlage war nicht nur idyllisch gelegen sondern auch geöffnet und bezahlbar. Über eine eigene Zufahrtsstraße (Wuksachi Way) kurz vor Lodgepole gelangt man an den geräumigen Parkplätzen vorbei zu der am hinteren Ende der Straße gelegenen Lodge. Dieses aus Naturstein gebaute, massiv wirkende Gebäude macht optisch einen sehr guten, gepflegten und modernen Eindruck, verdeutlicht aber auch mit seinem stabilen Dach, das im Winter viel Schnee tragen muss, die hochalpine Lage. Der gute Eindruck bestätigt sich beim Betreten des an der Frontseite eingeschossigen Hauses. Da sie an einem Abhang gebaut ist besitzt die Lodge nach hinten ein weiteres Untergeschoss. Die Empfangshalle besteht aus einem riesigen, holzvertäfelten, bis in die Dachspitze offenen Raum, der neben der dem Eingang gegenüber befindlichen Rezeption noch seitlich einen größeren Souvenirladen beherbergt. Im hinteren Teil befindet sich der Speiseraum mit einem großen offenen Kamin. Uns war es leider nicht vergönnt, hier zu frühstücken. Zwar war im Preis ein solches enthalten, aber niemand hatte uns gesagt, dass das Buffet nur bis 9:30 Uhr geöffnet war, und so standen wir kurz nach 10 Uhr vor einem leeren Speisesaal. Gut für den Fotografen, schlecht für den Magen.
![]() Haus Stewart (558kb). |
![]() Der Eingang auf der Rückseite (268kb). |
![]() Unser Zimmer (362kb). |
Neben diesem Hauptgebäude gibt es drei Gästehäuser, die die Appartements beherbergen. Diese liegen parallel zur Zugangsstraße hinter den Parkplätzen am Berghang; große Holzgebäude, die sich sehr schön in die Landschaft einschmiegen und von hohen Bäumen eingerahmt sind. Im Haus "Stewart", dem am entferntesten zur Lodge gelegenen Hauses, wurde uns auf der ersten Etage, deren Eingang von der Rückseite ebenerdig war, Zimmer 125 zugewiesen. Das suchten wir nun auf. Zunächst aber versuchte ich herauszubekommen, wie man die an den Parkplätzen aufgestellten Mülleimer wohl entleeren könnte, denn diese verfügten über einen trickreichen Bärenschutz. Zahlreiche Spuren im wenige Zentimeter hohen Schnee am Straßenrand verdeutlichten, dass wir nicht alleine im Wald waren. Große Hinweisschilder klärten über die Gefahren durch die wilden Bären auf und gaben Verhaltensregeln. Da war uns nun schon doch etwas mulmig zumute, denn wir waren weit und breit die einzigen Menschen und mussten mit unseren schweren Koffern sicher 100 Meter vom Auto bis zum Haus zurücklegen. Hatte sich da am Waldrand etwas bewegt? Ich hatte nicht wirklich Angst vor Bären; allerdings war ich auch noch nie welchen begegnet. Doch am Tag mieden die großen Wildtiere die lärmenden Menschen offenkundig und suchten nur in der Dunkelheit die warmen Straßen und Nahrung versprechenden Orte auf. Wir blieben unter uns und bezogen unser geräumiges Appartement mit tollem Ausblick auf die unberührte Natur. Ein Zimmer mit zwei Doppelbetten war nicht mehr frei gewesen, und so mussten wir uns mit einem Kingsize-Bett und einer ausklappbaren Couch zufriedengeben, was aber kein wirkliches Problem darstellte. Wir blieben schließlich nur eine Nacht, denn wir hatten uns entgegen der ursprünglichen Planung dazu entschlossen, am Abend des zweiten Tages nicht wieder zurück zur Lodge sondern lieber schon weiter in Richtung Death Valley zu fahren und diese sehr lange Strecke so etwas zu entzerren. In der Zeit nämlich, die wir vom Kings Canyon - dem Ziel unseres zweiten Tages - bis zur Wuksachi Lodge gebraucht hätten waren wir auf den schnurgeraden Highways schon fast bis Bakersfield gekommen.
Es war noch hell und wir hatten ein Quartier, also konnte das Besichtigungsprogramm starten. Für diesen Tag hatte ich mir noch vorgenommen, den berühmten Sequoias einen Besuch abzustatten - was auch sonst.
(Letzte Änderung: 16.02.2005)
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