Grand Canyon Rundflug Helikopter Hubschrauber Maverick

Der dritte Besuch am sollte etwas besonderes werden. Das South Rim kannte ich bereits zur Genüge, auch das West Rim bis hatte ich gesehen. Während das North Rim zu weit entfernt und der Skywalk noch nicht eröffnet war blieb nur ein Helikopterrundflug. Dieses zugegebenermaßen nicht gerade preiswerte Vergnügen sollte einer der Höhepunkte unserer Reise werden.
Grand Canyon National Park Airport, Arizona

Eingang zum Grand Canyon National Park Airport (396kb).

Nach längeren Internetrecherchen hatte ich bei Maverick einen Rundflug gebucht, und zwar die Canyon Spirit Tour. Diese war mit 55 Minuten ausgeschrieben für $229 + $9 Steuer pro Person. Jetzt beträgt die Flugdauer laut Webseite nur noch 45 Minuten, was aber das gleiche ist weil sie jetzt die reine Flugzeit meinen während die 55 Minuten auch die ersten 10 Minuten bis zum Abheben einschlossen. Offenbar gab es da Missverständnisse mit einigen ganz genauen Kunden. Hinzu kommt noch ein Benzinaufschlag, der sich nach den aktuellen Benzinpreisen richtet. Man kann sich im Vorfeld einen Termin aussuchen, muss aber damit rechnen, dass die Sache wegen schlechten Wetters nicht stattfindet oder verschoben werden muss. Deshalb muss man einen Tag vorher bei Maverick anrufen. Ich hatte für 11 Uhr gebucht, weil ich mir dachte, dass da die wenigsten Schatten und Blendungen den Blick beeinflussen. Das Geld wird natürlich nur von der Kreditkarte abgebucht wenn der Flug stattgefunden hat.

Maverick, Grand Canyon National Park Airport, Arizona

Mavericks Flughafengebäude (211kb).

Aufgrund strahlendsten Wetters fand unser Rundflug wie geplant statt. Bereits zeitig hatten wir das Terminal von Maverick aufgesucht - was nicht ganz einfach war, denn von Tusayan aus kommend muss man nicht die erste Abfahrt zum Flughafen nehmen wie wir anfänglich, sondern die zweite. Während die erste an allerlei Gebäuden vorbei führt, die mit Maverick nichts zu tun haben, führt die zweite Straße schnurstracks auf den moderne Flachbau zu. Eine halbe Stunde vor dem Abflug sollten wir uns spätestens am Schalter gemeldet haben, und dank der kleinen Irrfahrt waren wir auf die Minute pünktlich. Freundlich wurden wir begrüßt, und nach Abschluss der Formalitäten durften wir im Wartebereich Platz nehmen.

Maverick, Grand Canyon National Park Airport, Arizona

In der guten Stube (167kb).

Der Innenraum des Terminalgebäudes besteht aus einem großen Raum. In dessen Mitte steht ein großer, runder Holztresen, in dem die Mitarbeiter sämtliche Flüge und Buchungen koordinieren. Vor dem Tresen auf der Eingangsseite ist eine große Wartezone, in der man Platz nimmt bis der Flug und alle Papiere fertiggestellt sind. Danach begibt man sich in einen zweiten, obligatorisch abgetrennten Wartebereich hinter dem Tresen an der großen Glasfront, von wo aus man die Landeplätze der Helikopter im Blickfeld hat. Ein kleiner Souvenirshop, wo man Andenken und nachher auch einen DVD-Mitschnitt des eigenen Fluges erwerben kann, sowie öffentliche Toiletten komplettieren die Innenausstattung.

Maverick Helikopterrundflug, Grand Canyon, Arizona

Unser Hubschrauber, ein EcoStar (174kb).

Im Laufe der nächsten Minuten gesellten sich weitere Passagiere zu uns. Insgesamt gibt es sechs Plätze im Helikopter zu verteilen. Die Sitzplätze werden beim Einsteigen vom Piloten vergeben. Sich auf eigene Filme und Fotos zu verlassen ist also nicht planbar, es sei denn, alle 6 Passagiere gehören zu einer Gruppe. Sitzt man in der hinteren Reihe auf den beiden mittleren Plätzen hat man schlechte Karten für Fotos. Vorne gibt es zwei Plätze mit Rundumblick. Unsere Mitfliegenden waren allesamt im gehobenen Alter und Amerikaner. Ein Gespräch kam nicht zustande, denn der schmucke Pilot erschien bereits in strahlend weißer Uniform, wie man sie vom Stewart des Traumschiffs her kennt. Die Fliegersonnenbrille und ein charmantes Lächeln durften natürlich nicht fehlen. Ein kurzer Smalltalk im Wartebereich, dann geht es nach draußen, wo in vielleicht 20 Metern Entfernung unser Hubschrauber wartete.

Maverick Helikopterrundflug, Grand Canyon, Arizona

Das Cockpit von meinem Sitzplatz aus gesehen (201kb).

Nachdem wir das ungewohnte Gefährt angemessen bestaunt hatten ging es zur Sitzverteilung. Vielleicht lag es an meiner großen Kamera, aber ich erhielt jedenfalls den besten Platz vorne in der Mitte, direkt neben dem Piloten. Damit scheiterte die Frage nach den Fotomöglichkeiten schon Mal nicht mehr am Sitzplatz. Anschnallen muss man sich, mit einem ungewohnten 5-Punkt-Gurtsystem. Auch einen Kopfhörer bekommt man, damit eine Verständigung überhaupt möglich ist. Dann wirft der Pilot die an Bord befindliche Kamera an, die die Aussicht nach vorne aufzeichnet und deren Film man sich später im Souvenirshop als DVD bestellen kann. Endlich geht es los. Die Rotorblätter beginnen sich zu drehen, vorsichtig heben wir ab.

Zunächst geht es nun vom Flughafen aus im Tiefflug über die Wälder um Tusayan herum. Wir überfliegen den Highway 64 nach Nordosten. Man kann jeden Baum einzeln erkennen. Es ist eine lockere Vegetation, mit viel Freiraum zwischen den einzelnen Bäumen. Das Unterholz wirkt verdorrt, nur einzelne, kleine Büsche sind erkennbar. Nach diesen ersten Eindrücken sind es noch 8 Minuten bis zum Canyonrand. Das ist genug Zeit, sich an das Fliegen als solches zu gewöhnen. Ich war zuvor noch nie mit einem Helikopter unterwegs gewesen, und erwartungsgemäß war der Flug eine ziemlich wackelige Angelegenheit. Jeden Windhauch, jedes minimale Antippen der Steuerknüppel ist direkt spürbar. Mit meinem nahezu kompletten Rundumblick war das jedoch ein traumhaftes Erlebnis. Mein Blick schweifte von einem Punkt in der Landschaft zum nächsten, die Beine breit auseinander, um so stabiler auf die Schwankungen des Helikopters reagieren zu können. Ich war beeindruckt, und offenbar völlig immun gegen die Attacken auf das Gleichgewichtsorgan. Die anfängliche Anspannung war schnell verflogen und ich begann, die Aussicht zu genießen und das technische Drumherum zu vergessen.

Unser Pilot erklärte uns immer wieder, was wir gerade Sehenswertes überflogen. Elche sollte man in den Wäldern sehen können, die sich unter den Bäumen im Schatten aufhielten. Ich sah keine, aber das will nichts heißen bei meinen Adleraugen. Ich hatte auch erstmal andere Sorgen. Mit meiner Kamera ausgerüstet wollte ich die Zeit bis zum Canyon nutzen, um die bestmögliche Fotoposition in dem ungewohnten Gefährt ausfindig zu machen. Das ging jedoch erstaunlich schnell. Die Frontscheiben waren groß und leicht gewölbt, Reflektionen kaum vorhanden. Außerdem war kein Körnchen Dreck auf den Scheiben, nichtmal ein Fingerabdruck. Ich konnte mein Glück kaum fassen, also blieb noch etwas Zeit, die Waldlandschaft und unser Schweben zu genießen.

South Rim, Maverick Helikopterrundflug, Grand Canyon, Arizona

Wir nähern uns dem Canyon (126kb).

Maverick Helikopterrundflug, Grand Canyon, Arizona

Über dem Grand Canyon, Blick nach Nordosten (361kb).

Desert Watch Tower, Maverick Helikopterrundflug, Grand Canyon, Arizona

Der Desert Watch Tower im Osten (214kb).

Colorado, Maverick Helikopterrundflug, Grand Canyon, Arizona

Der Colorado am Cardenas Canyon (250kb).

Colorado, Maverick Helikopterrundflug, Grand Canyon, Arizona

Insel im Colorado (245kb).

Tanner Rapids, Colorado, Maverick Helikopterrundflug, Grand Canyon, Arizona

Tanner Rapids mit Tanner Canyon in der Bildmitte und Basalt Canyon unten (241kb).

Am Horizont tauchte langsam eine kleine Verwerfung auf, ein Knick in der Waldlinie des Horizonts. Zielstrebig flogen wir drauf zu. Der Pilot zeigte uns Mount Humphries, den wir in der Ferne sehen konnten. Es ist mit 3.850 Metern der höchste Punkt in Arizona. Nach sechseinhalb Minuten senkte sich der Waldboden ein wenig ab und wir flogen etwas höher. Nun stellte unser Pilot die Frage, wie wir denn in den Canyon hineinfliegen wollten: gemächlich und sanft oder lieber wie auf einer Achterbahn. Natürlich gab es nicht wirklich eine Wahl, denn die jeweils andere Methode würde er beim Rückflug wählen. Die Mehrheit entschied sich vernünftigerweise für die ruhige Variante, wodurch man die optischen Eindrücke bei dem Erstüberflug doch deutlich besser genießen konnte. Nachdem diese Frage geklärt war überbrückte der Pilot die Zeit bis zum Erreichen des Canyons, indem er uns die Größendimensionen des Grand Canyon verdeutlichte. Neun Minuten nach dem Start war es dann soweit. Ein Schwenker nach Links und wir überflogen in besonders tiefem Flug die Laubbäume und Büsche des South Rim. Den Canyonrand kann man von dieser Position zwar erahnen, aber nicht wirklich sehen, denn er liegt hinter einem leichten letzten Hügelrücken. Dann plötzlich sind die Bäume weg, und während man noch Sekunden zuvor nur wenige Meter hoch über dem Boden schwebte findet man sich über der größten Schlucht der Welt. Mehrere hundert und bald bis 1,6 Kilometer über dem Canyongrund schwebend ist man umgeben von all den bekannten Felsformationen und Motiven, die man von den Aussichtspunkten her kennt. Der Unterschied ist aber, dass man diese Eindrücke zu allen Seiten hin hat. Am meisten dürften wir dabei nach unten gesehen haben, denn die Perspektive war zur Gänze neu. Die Stimmung im Helikopter war euphorisch. Selten habe ich das Wort "Wow" so oft gehört, unterbrochen von andächtigem Schweigen. Im Kopfhörer war nun "Also Sprach Zarathustra" zu hören - eine passende musikalische Untermalung.

Wir flogen auf einen breiten Felskamm zu, der sich zwischen uns und den in der Ferne erkennbaren Mäandern des Colorado befand. Zur Rechten machte uns der Pilot auf den Desert Watch Tower aufmerksam, den man klar, aber doch winzig klein auf dem Canyonrand erkennen konnte. Ab hier sollten wir Neuland betreten, denn wir flogen nach Norden, also mehr und mehr außerhalb der vom South Rim aus sichtbaren Gebiete. Die Suche nach bekannten Orientierungspunkten blieb meist erfolglos, nur der Colorado bot noch die Möglichkeit, die eigene Position abzuschätzen. Nun überquerten wir den Felskamm und befanden uns an der sicherlich exponiertesten Stelle des ganzen Rundfluges. Dank der Höhe wird das Flugtempo nur als sehr gering wahrgenommen, was einen dazu veranlasst, auch mal den Blick etwas länger auf einer Stelle ruhen zu lassen. An dieser Stelle, direkt über dem Colorado, war ich fasziniert von dem Flusslauf, dessen Ufer man ansonsten kaum zu Gesicht bekommt. "Take my breath away" lief nun im Kopfhörer, und irgendwie passte der Titel. Auf der Nordseite des Flusses erheben sich die Basalt Cliffs, von denen herab hier, wie an vielen anderen Stellen auch, Schlamm über die flacheren unteren Regionen in den Colorado gespült wird, was seine eingetrübte Färbung erklärt.

Chuar Valley, Maverick Helikopterrundflug, Grand Canyon, Arizona

Die Hänge des Chuar Valley (300kb).

Es geht weiter nach Norden auf das Kaibab Plateau und damit über das North Rim. Im Westen macht der Colorado nun einen Knick nach Norden und folgt unserer Flugrichtung als unser Begleiter zur Rechten. Hinter ihm breitet sich östlich die Painted Desert aus, deren Farbe sich beim Aufheizen und Abkühlen im Auge des Betrachters verändert. Direkt unter uns tauchte nun eine interessante, farbige Gesteinsfläche auf, die von ihren Formen her an die Wave erinnert. Es sind die Hänge des Chuar Valley, bei denen jede waagerechte Schicht eine andere Farbnuance aufweist. Eine geschwungene Form wie die Wave hat dieser Bereich allerdings nicht, jedoch sieht er von oben betrachtet durchaus so aus. Ich fand diese Landschaftsform verwunderlich. Irgendwie passte sie nicht zum Grand Canyon wie man ihn sich vorstellt und kennt.

Comanche Creek, Maverick Helikopterrundflug, Grand Canyon, Arizona

Mündung des Comanche Creek (356kb).

Palisades of the Desert, Painted Desert, Maverick Helikopterrundflug, Grand Canyon, Arizona

Painted Desert hinter dem Temple Butte (300kb).

Colorado, Maverick Helikopterrundflug, Grand Canyon, Arizona

Colorado Richtung Marble Canyon (215kb).

Colorado, Palisades of the Desert, Painted Desert, Maverick Helikopterrundflug, Grand Canyon, Arizona

Die Klippen des Painted Deserts (299kb).

Westlich des Colorado fliegend gelangen wir nach dem Überqueren des beeindruckenden Temple Butte - ein riesiger Tafelberg unmittelbar westlich neben dem Colorado - zur Einmündung des hell grün erscheinenden Little Colorado in den tiefgrünen Colorado. Die beiden Flüsse treffen völlig ungewöhnlich aufeinander, nämlich im rechten Winkel. Den Little Colorado hatten wir bei unserer Ankunft vom Aussichtspunkt am Dead Indian Canyon direkt am Highway 64 schon näher betrachtet. Nun sollten wir also dessen Mündungsbereich von oben sehen. Hier am Colorado ist der Seitencanyon sehr viel weiter und ausgefräster als im engen und steilen Dead Indian Canyon. Die Landschaft ähnelt von oben wie an so vielen Stellen einem Fraktal. Die Strukturen der ausgefransten Felsflanken wiederholen sich immer und immer wieder - und sind im Detail doch jedes Mal anders. Wir schwenken nach Osten, überqueren den Colorado und fliegen südlich des Little Colorado River auf die Hochebene der Painted Desert, deren Westflanke hier besonders steil zum Fluss abfällt. Diese Klippen sind mit die höchsten und steilsten des Grand Canyon und werden Palisades of the Desert genannt. Nördlich des Little Colorado Zuflusses nennt man sie Desert Facade.

Colorado, Maverick Helikopterrundflug, Grand Canyon, Arizona

Die Überquerung des Colorados... (398kb)

Maverick Helikopterrundflug, Grand Canyon, Arizona

... bietet schöne Aussichten zur Seite... (299kb)

Painted Desert, Little Colorado, Maverick Helikopterrundflug, Grand Canyon, Arizona

... und bringt uns zur Schlucht des Little Colorado und Painted Desert (166kb).

Colorado, Maverick Helikopterrundflug, Grand Canyon, Arizona

Wir fliegen zurück zum Colorado... (349kb)

Maverick Helikopterrundflug, Grand Canyon, Arizona

... und schauen mal nach Westen (291kb).

Hier beginnt die Reservation der Navajos, die sich bis New Mexiko erstreckt und die größte der Welt ist. Nach fünf Kilometern über kargem und flachen Gelände, das nur winziges Buschwerk hervorbringt, drehen wir nach Norden ab, überqueren den Little Colorado und fliegen dann weiter nach Nordosten wieder zum Colorado zurück. Über dem Nankoweap Mesa drehen wir nach Norden und folgen noch ein kurzes Stück dem Flusslauf, bis wir auf Boundary Mountain treffen. Wie der Name erahnen lässt markiert dieser den nordöstlichen Rand des Grand Canyons. Von hier aus sind es 277 Meilen flussabwärts bis zum Lake Mead. In der Ferne im Nordosten befindet sich der Marble Canyon, den man aber nicht wirklich sehen kann. Auch den hatten wir bei bereits kennengelernt. Unser Flug geht nun nach Südwesten, am Saddle Mountain vorbei. Man erkennt deutlich die dichtere Vegetation am North Rim. Überall stehen einzelne Bäume; nicht dicht genug, um sie als Wald zu bezeichnen, aber doch nahe genug, um von der Ferne betrachtet einen dichten Baumteppich zu bilden. Unser Pilot weiß, warum hier mehr wächst als an den Hängen des South Rim: die höhere Lage des North Rim führt zu höheren Niederschlagsmengen und im Winter zu mehr Schnee. Deshalb kann man im Frühjahr hier auch zahlreiche Wasserfälle beobachten.

Mount Hayden, Maverick Helikopterrundflug, Grand Canyon, Arizona

Mount Hayden von Osten gesehen... (276kb)

Mount Hayden, Maverick Helikopterrundflug, Grand Canyon, Arizona

... und von Süden (375kb).

Eine markante Felsspitze auf einem der Bergrücken taucht vor uns auf: Mount Hayden südöstlich des Imperial Point. Es ist der Teil des Grand Canyons, der bei Sonnenaufgang und -untergang die ersten bzw. letzten Strahlen der Sonne einfängt. Kaum sind wir an der Felsnadel vorübergeflogen taucht vor uns schon die nächste markante Erhebung auf: The battleship. Auch wenn dieser Bergkamm eher wie ein U-Boot aussieht kann man doch mit viel Phantasie und im Gegenlicht erkennen, warum dieser Name gewählt wurde. Nun machen wir eine Rechtskurve zurück zu Mount Hayden, drehen dann nach links und überfliegen an diesem weitesten Teil des Grand Canyons die dichten Wälder des North Rims in westlicher Richtung. Hier hatte 2003 ein Waldbrand gewütet, so dass von vielen Bäumen nur noch die verbrannten Stämme zu erkennen sind. Ein Stück weit folgen wir der Straße, die Imperial Point mit dem Visitor Center am Bright Angel Point verbindet.

The Basin, Maverick Helikopterrundflug, Grand Canyon, Arizona

The Basin (219kb).

North Rim, Maverick Helikopterrundflug, Grand Canyon, Arizona

Blick vom North Rim nach Süden (94kb).

Wir sind nun schon 26 Minuten unterwegs. Es folgen einige ruhigere Minuten über den Wäldern des North Rims, in denen man die Fülle an Eindrücken etwas sacken lassen kann. Doch schon bald wird wieder Abwechslung geboten. Eine Lichtung erscheint, The Basin. Hier kann man mit etwas Glück frei grasende Büffel erkennen. Es ist eine Landschaft wie gemalt. Grüne, saftige Wiesen, mal dichtere, mal lockere Tannengruppierungen, hier und da brechen sanfte Felsen durch das Grün, erkennt man kleine Bachläufe. Nur die Büffel fehlen. Dafür nähern wir uns nun wieder in extremem Tiefflug, sprich nur knapp über den Wipfeln der für diese Höhenlagen doch recht stattlichen Tannen, der Canyonkante und damit unserer Achterbahnpassage. Steil nach unten kippt der Pilot den Helikopter nach rechts und folgt damit der abfallenden Landschaft um sogleich wieder nach links abzudrehen. Das machte wirklich Spaß.

Maverick Helikopterrundflug, Grand Canyon, Arizona

In einem Canyon am North Rim (313kb).

Maverick Helikopterrundflug, Grand Canyon, Arizona

Blick nach vorne Richtung Süden (189kb).

Maverick Helikopterrundflug, Grand Canyon, Arizona

Ein Bergkamm (412kb).

Dragon Head, Maverick Helikopterrundflug, Grand Canyon, Arizona

Neben dem Dragon Head (203kb).

Dragon Head, Maverick Helikopterrundflug, Grand Canyon, Arizona

Am Dragon Head (462kb).

Colorado, Maverick Helikopterrundflug, Grand Canyon, Arizona

Ein Zulauf des Colorado (399kb).

Wir fliegen nun durch einen in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Seitencanyon des Grand Canyon nach Süden. Hier kann man besonders gut die grünen und im Gegensatz zur gewohnten Ansicht vom South Rim reichhaltig bewachsenen Seitenwände bewundern, deren oberste Steilflanke aus 250 Millionen Jahre altem Coconino Sandstein besteht. Von dort fällt der Canyon in mehreren ähnlichen Stufen bis zu seinem Grund ab, der aus 500 Millionen Jahre altem Redwall Limestone besteht.

Dragon Head, Tower of Ra, Maverick Helikopterrundflug, Grand Canyon, Arizona

Die Ausläufer des Dragon Head vorne, hinten Tower of Ra (327kb).

Die genannten Zahlen sind die, die unser Pilot uns erzählte. Ich lasse sie mal so stehen, auch wenn ich in Bezug auf den Redwall Limestone eine andere im Kopf habe, nämlich 335 Millionen Jahre. Ich war schon froh, dass diese Zahlen überhaupt genannt wurden und wir nicht mit irgendwelchem kreationistischen Humbug abgespeist wurden. Einigen Zeitungsenten (hoffe ich doch) konnte man in der Vergangenheit entnehmen, dass es entsprechende Anweisungen an die Parkranger gäbe, sie sollten auf Fragen nach dem Alter des Grand Canyons ausweichend antworten.

Wir bleiben auf dieser Flughöhe, also knapp unterhalb des Canyonrands. An dessen rechten Ende erhebt sich der Dragon Head in die Höhe, passend dazu der Song "Ghostriders in the sky". Nun geht es mit 125 mph nach Südosten über den mitten im weiten Canyontal emporragenden Isis Temple. Von hier kann man die Einkerbung des Colorados der Breite nach vor sich sehen. Das gegenüberliegende South Rim ist noch 15 Meilen entfernt, aber schnell erreicht. Zwischen Mohave Point und Hopi Point am West Rim gelangen wir wieder auf die Hochebene. Hier sind einige kleine Rauchsäulen im Wald erkennbar; gezielt angelegte Brände, wie unser Pilot beruhigt.

Maverick Helikopterrundflug, Grand Canyon, Arizona

Unser Pilot fliegt uns zurück (195kb).

Grand Canyon National Park Airport, Tusayan, Maverick Helikopterrundflug, Grand Canyon, Arizona

Landeanflug in Tusayan (220kb).

In größerer Höhe fliegen wir nun zurück nach Tusayan und überqueren dabei noch die Bahngleise der Grand Canyon Railway. Bei den Fahrten werden unter anderem für Touristen extra Überfälle auf die Bahn inszeniert. Es ist eine ursprünglich stillgelegte Strecke, die nun für den touristischen Betrieb wieder aufgenommen wurde. Da darf in Amerika ein wenig Show natürlich nicht fehlen. Wie unser Glück es will kommt gerade ein Zug vorbei als wir die Gleise überfliegen. Auch einen weiteren Helikopter sehen wir vor uns fliegen. Spontan erinnert mich diese Szene an den Vorspann von Mash 5113. Das letzte Highlight ist schließlich, Tusayan und den Flughafen mal aus der Luft zu sehen, was beim Abflug nicht möglich war. Nach 41 Minuten endet unser Flug.

Grand Canyon Railway, Maverick Helikopterrundflug, Grand Canyon, Arizona

Die Grand Canyon Railway (379kb).

Maverick Helikopterrundflug, Grand Canyon, Arizona

Wir sind nicht alleine in der Luft (92kb).

Maverick Helikopterrundflug, Grand Canyon, Arizona

Das Abschiedsfoto (182kb).

Ein Abschiedsfoto von unserem Hubschrauber, ein paar Dollar Trinkgeld für den Piloten, dann entschloss ich, mir die DVD zu kaufen. Diese kostete $39. Sie wird individuell erstellt und kann entweder am nächsten Tag abgeholt oder per Post zugeschickt werden. Da wir erst am nächsten Tag den Grand Canyon verließen vereinbarte ich einen Termin und nahm das gute Stück bei der Abreise in Empfang. Zu der DVD muss ich sagen: schaut Euch zuerst auf der Webseite von Maverick oben unter DVD's und Photos das Grand Canyon Video an. Wenn man nämlich direkt oberhalb der Klippen oder Wälder fliegt ruckelt der Film ein wenig; die haben wohl nicht das allerneueste Equipment. Als Erinnerung ist es aber trotzdem unschlagbar, und das Ruckeln stört nicht übermäßig. Vielleicht ist die technische Ausstattung ja heute bereits schon besser.

Zurückblickend muss ich sagen, dass ich zu keiner Zeit diesen Rundflug bereut habe. Er war jeden Dollar wert und wird mir immer fest in Erinnerung bleiben. Wenn Ihr die Zeit und das nötige Kleingeld habt macht einen Rundflug mit Maverick, Pappilon oder einem anderen Anbieter. Und bitte nicht die kurze Fassung, denn wie Ihr seht dauert alleine der Anflug zum Canyon schon 9 Minuten. Hat man nur 25 zur Verfügung sieht man nicht allzu viel, und dann stimmt der Preis wirklich nicht mehr.

(c) Stefan Kremer - Alle Rechte vorbehalten

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