San Diego Unterkunft - Joshua Tree, Shelter Island, Best Western Island Palms

Vom Joshua Tree National Park führte unsere Route nach San Diego. Der südliche Parkausgang, die Cottonwood Springs Road, mündet direkt auf den Interstate 10. Wir fuhren aber weiter geradeaus auf die Box Canyon Road. Diese schlängelt sich, wie man vermuten mag, durch den Box Canyon; einen kahlen und unansehnlichen Canyon, dem man wirklich nichts Schönes abgewinnen kann. Zum Glück dauert dieser Abschnitt nicht lange, und schon nach kurzer Fahrt erreicht man Indio, dessen östliche Ausläufer von Landwirtschaft geprägt sind, wie überhaupt das Imperial Valley trotz seines unwirtlichen Klimas landwirtschaftlich gut genutzt wird. Riesige quadratische Felder erstrecken sich links und rechts der Straße. Ein paar mal sind wir abgebogen und schließlich doch irgendwie auf den Highway 86 gelangt.
 

 


Salton Sea

Salton Sea, Kalifornien

Das Salton Basin mit dem Salton Sea im Hintergrund (414kb).

Highway 79, Salton Basin, Kalifornien

So trist kann eine Landschaft sein... (247kb)

Nun ging es ab nach Süden in das Salton Basin, neben dem Death Valley der größte Landstrich unterhalb des Meeresspiegels in der gesamten westlichen Hemisphäre. Trocken, öde, heiß - kein wirklich schöner Ort. Und mittendrin befindet sich Kaliforniens größter Süßwassersee, der Salton Sea, 70 Metern unter dem Meeresspiegel gelegen. Hierzu muss ich ein paar Worte verlieren, denn dieser See existiert erst seit 1905, und Schuld daran sind die amerikanischen Siedler. Diese erkannten, dass man die Gegend fruchtbar machen könnte wenn man Wasser von dem 50 Meilen entfernt verlaufenden Colorado River in das Salton-Becken umleiten würde. Dies geschah bis dahin regelmäßig wenn der Colorado über die Ufer trat, jedoch verdunstete das Wasser im Salton-Becken jedes Mal wieder unter der brütenden Hitze. 1901 begann man mit dem Bau eines Kanals für die Wasserzuleitung. Doch schon bald verstopfte dieser an der Abzweigung durch angeschwemmte Erde, und fast der gesamte Colorado strömte in die Salton Senke. Zwar konnte man 1905 dieses Problem beheben, doch da war schon der heutige See entstanden; an seiner tiefsten Stelle 16 Meter tief. Seine glanzvollste Zeit hatte der See in den 1940er Jahren, wo er Größen wie Frank Sinatra oder Dean Martin in seine Yachtclubs zog. Zeitweise kamen mehr Menschen hierher als zum Yosemite Nationalpark. Doch die zunehmende Landwirtschafts- und Industrieabwässer zweier mexikanischer Flüsse sorgten für eine Verschmutzung und Versalzung des abflusslosen Sees. Heute dient er als Vogelparadies. Wasser- und Küstenvögel beziehen hier ihr Winterrevier, Braunpelikane sind im Sommer anzutreffen. Die Wasserqualität ist allerdings so belastet, dass man vom Verzehr von Fischen abrät, was auch den Untergang als globale Touristenattraktion besiegelte.

Schon bald erschien auf der linken Seite jener Salton Sea, ein riesiger See inmitten einer geothermisch sehr aktiven Zone. Hier wimmelt es geradezu vor Erdbebenepizentren. Davon wussten wir freilich nichts. Uns beschäftigte vielmehr der Gedanke, die Abzweigung des Highway 79 verpasst zu haben. Der wollte nämlich einfach nicht kommen, obschon er gefühlt schon längst hätte da sein sollen. Die eintönige Landschaft mag dafür gesorgt haben, dass wir uns im Geiste unterbewusst schon sehr viel weiter vorangekommen wähnten - oder hofften. Kurz bevor wir umgedreht hätten gab es dann doch endlich ein Hinweisschild, und kurz vor dem Südufer des Sees bogen wir nach Westen ab - von der Einöde in die Steinwüste sozusagen. Selbst der langweiligste Canyon in Utah ist tausendmal schöner als die Landschaft, die sich uns nun darbot. Felsen, zerklüftet, verwittert, grau. Überall: grau, grau, grau. Da fällt es schwer, sich ans Tempolimit zu halten und nicht schleunigst davonzubrausen. Nunja, die Zeit heilt alle Wunden, und so kam es wie es kommen musste: das Grauen hatte ein Ende namens Anza Borrego Desert State Park, den wir nun erreichten.

 

 


Anza Borrego Desert State Park

Anza Borrego Desert State Park, Kalifornien

Endlich wieder Vegetation (258kb).

Banner Canyon, Anza Borrego Desert State Park, Kalifornien

Am Eingang des Banner Canyons (400kb).

Banner Canyon, Anza Borrego Desert State Park, Kalifornien

Blick nach Südosten (447kb).

Banner Canyon, Anza Borrego Desert State Park, Kalifornien

Hier schlängelt sich Highway 79 an den Hügeln entlang (430kb).

Banner Canyon, Anza Borrego Desert State Park, Kalifornien

Von der Steinwüste keine Spur mehr... (234kb)

Nach der steinigen und menschenfeindlichen Landschaft weiter östlich ist dieser Abschnitt zunehmend angenehm. Wälder gibt es hier, und endlich wieder grüne Wiesen. Man merkt deutlich, dass man sich der Küste nähert, auch wenn diese noch weit entfernt ist. Dennoch, die Niederschläge, die vom Meer her ins Land ziehen, werden hier nicht mehr von Bergketten aufgehalten und regnen an deren Hängen ab, denn wir befinden uns jetzt mittendrin in eben diesen Bergen. Hier gedeiht die Natur und zeigt die schönere Seite Kaliforniens. Erstaunlich ist nur der plötzliche Übergang von der Wüste zur Vegetation, der sich quasi innerhalb weniger Meter vollzieht. Der Highway 78 biegt kurz vor dem kleinen Örtchen Julian, das nach einem Goldrausch im Jahre 1869 die zweitgrößte Stadt in der Gegend um San Diego war und heute nur noch 1.500 Einwohner zählt, in ein langgezogenes Tal ein, den Banner Canyon. Auf halber Höhe der Südflanke schlängelt sich die Straße am Berghang entlang und ermöglicht einen Blick auf die kahlen Bergrücken der gegenüberliegenden Seite. Die Bäume werden dichter, überranken die Straße, die nun wirklich zum Erlebnis wird. Dann knickt sie nach Süden ab und wir verlassen den Canyon. Mitten im Kiefernwald sind wir nun. Die Sonne scheint durch die Baumwipfel, wir erreichen Julian. Hier und da gehen kleine Wege vom Highway ab. Idyllisch ist die Landschaft. Das wissen auch die Einwohner von Julian zu schätzen, denn sie haben ihren Straßen wohlklingende Namen gegeben. An einer dieser Abzweigungen, dem Whispering Pines Drive, fiel mir ein Werbeschild eines Motels ins Auge, Butterfield Bed & Breakfast genannt. Die Lage, der Name (vermutlich benannt nach der Butterfield Stage Route - der ältesten Postkutschenverbindung von Ost nach West von 1857), alles schien mir so passend, dass ich mich immerhin noch daran erinnere obschon wir einfach weitergefahren sind. Im Internet bin ich der Sache zwischenzeitlich nachgegangen, und muss feststellen, dass eben jenes Motel einen tatsächlich ganz hervorragenden Eindruck vermittelt. Ein altes Gebäude, schön zurecht gemacht mit individuell gestalteten Zimmern - Gewinner des regionalen B&B Awards. Sollte ich nochmal in diese Gegend kommen werde ich es mir vermutlich näher anschauen. In Julian selbst gibt es übrigens das älteste noch betriebene Hotel Südkaliforniens, das Julian Gold Rush Hotel von 1897. Apfelanbau, Cider und Apfelkuchen locken an den Wochenenden Ausflügler nach Julian.

Inspiration Point, Julian, Anza Borrego Desert State Park, Kalifornien

Am Inspiration Point schweift der Blick von Osten... (204kb)

Inspiration Point, Julian, Anza Borrego Desert State Park, Kalifornien

... nach Norden... (215kb)

Inspiration Point, Julian, Anza Borrego Desert State Park, Kalifornien

... bis nach Westen auf Julian (272kb)

Kurz vor dem eigentlichen Ortskern von Julian zweigt der Highway 79 wie erwähnt nach Süden vom Highway 78 ab und führt nach rund drei Meilen zu einer Anhöhe hinauf. Hier gibt es den verhältnismäßig üppig angelegten Aussichtspunkt Inspiration Point. Mich wundert ja immer wieder, wie einfallsreich die Amerikaner beim Benennen von solchen Viewpoints sind. Immerhin heißt dieser nicht bloß View Point. Aber von den Inspiration Points kenne ich nun schon mindestens vier - der bekannteste davon dürfte der im Bryce Canyon sein, und vermutlich gibt es in jedem Nationalpark einen so benannten Punkt. Wir hielten dennoch für einen Fotostopp. Fast auf dem Gipfel der Südflanke des Banner Canyons gelegen bietet dieser Aussichtspunkt einen schönen Blick auf das Tal, das wir zuvor durchfahren hatten, und weiter nach Nordosten Richtung Salton Sea, den man angeblich sogar am Horizont erkennen kann. Eine leicht diesige Sicht verhinderte dies aber. Dafür kann man bei rückwärtigem Blick die Hügellagen von Julian selbst bewundern während der eigentliche Ort in der Talmulde verborgen bleibt. Inwiefern der Blick aus einer vor Natur strotzenden Region hinaus in die Kargnis der Wüste inspirierend sein soll, blieb mir indes verschlossen. Transpiration Point hätte ich ja noch verstanden...


Lake Cuyamaca, Anza Borrego Desert State Park, Kalifornien

Lake Cuyamaca ist ein Anglerparadies (331kb).

Lake Cuyamaca, Anza Borrego Desert State Park, Kalifornien

Blick nach Norden (448kb).

Lake Cuyamaca, Anza Borrego Desert State Park, Kalifornien

Das südöstliche Ende des Sees (294kb)

Ein paar Kilometer weiter auf dem Highway führt dieser westlich um den malerischen Lake Cuyamaca in den westlichen Laguna Mountains herum. Besonders bei Anglern ist dieser fischreiche, in 1.408 Metern Höhe gelegene See sehr beliebt, bietet er doch als einziger See San Diegos dank der Fischzucht das ganze Jahr hindurch Forellen, und das obschon er mit nicht Mal einem halben Quadratkilometer ziemlich klein geraten ist. Auch Barsch, Bluegill und Katzenfisch sind hier heimisch. Insgesamt befinden sich rund 20 Tonnen Fisch im Lake Cuyamaca, der 1889 durch einen kleinen Damm aufgestaut wurde. Der Name Cuyamaca ist eine spanische Ableitung des Wortes "Ah-Ha Kwe-Ah Mac" der einheimischen Kumeyaay-Indianer, was in etwa bedeutet: "wo es regnet". Am 27. Oktober 2003 wurde fast der gesamte Baumbestand der Region durch einen riesigen Waldbrand zerstört, was den derzeitig noch recht niedrigen Bewuchs erklärt. Am sumpfigen Südufer machten wir einige Fotos. Der See bildet die nördliche Grenze des Cuyamaca Rancho State Park, den wir nun nach Süden durchquerten. Hier liefen uns in einer Siedlung einige Truthähne fast vor die Motorhaube als sie völlig achtlos den Highway überquerten. Da wundert man sich nicht, dass so viele von ihnen als Sandwichbelag enden.

Cuyamaca Rancho State Park, Anza Borrego Desert State Park, Kalifornien

Ein Stück verbrannten Waldes (435kb).

Cuyamaca Rancho State Park, Anza Borrego Desert State Park, Kalifornien

Kurz vor der Truthahnbegegnung (492kb)

Dann ging die Fahrt weiter nach Süden zum Interstate 8, der uns nach San Diego bringen sollte. Große Teile des Waldes sind hier wie am Lake Cuyamaca niedergebrannt, jedoch stehen hier die verkohlten Baumstämme noch gespenstisch und nahezu bedrohlich ausschauend herum. Diese sind an manchen Stellen noch sehr viel mächtiger, als es das Foto links zu vermitteln vermag. Kurz vor dem Auftreffen auf den Interstate endet jedoch dieser verbrannte Abschnitt und es gibt zur linken Seite noch eine bemerkenswerte Aussicht in ein breites und flaches Tal, das mir aufgrund seines gleichmäßigen Bewuchses mit Sträuchern und der Abwesenheit jeglicher menschlicher Spuren noch in Erinnerung ist.
 

 


Shelter Island

Best Western Island Palms & Marina, San Diego, Kalifornien

Der Yachthafen von unserer Veranda aus gesehen (328kb).

Best Western Island Palms & Marina, San Diego, Kalifornien

Jacuzzi vor unserem Zimmer (436kb).

Best Western Island Palms & Marina, San Diego, Kalifornien

Der Swimmingpool (320kb).

Nun verließen wir den Abschnitt der Reise, der noch etwas mit Sightseeing zu tun hatte, und fuhren auf dem breiten, vier- bis fünfspurigen Interstate schnurstracks in die Großstadt San Diego hinein. Zunächst geht es durch allerlei Vororte. Dass man in Südkalifornien ist bemerkt man an den zunehmend vorhandenen Palmen links und rechts des Highways. Nach einigen ganz abenteuerlich konstruierten Highwaykreuzen gelangten wir schließlich auf die Kreuzung mit dem Interstate 5, wo wir nach Südwesten auf die Rosecrans Street abbogen. Hier bewährte sich erneut unser GPS, denn San Diego ist noch eine Spur verwirrender als San Francisco - es hat ja auch viel mehr Platz. Durch flache, villenartige Bebauung führte uns die Straße bis zum Shelter Island Drive - jener Straße, an der sich unser Hotel auf der gleichnamigen Insel befindet. Shelter Island ist eine künstliche Insel in umgekehrter T-Form, die 1934 in die North San Diego Bay hineingebaut wurde. Die Zugangsstraße trennt nach Osten den Americas Cup Harbor (hier fand von 1988 bis 1995 der gleichnamige Segelcup statt) und nach Westen das sehr viel größere Shelter Island Yacht Basin, der Yachthafen, ab. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass sich entlang der Straße zahlreiche kleine Bootswerften und Fischrestaurants befinden. Der Baustil ist gehoben, und auch die Unterkünfte in dieser Gegend zielen eindeutig auf ein zahlungskräftigeres Publikum ab. Nicht ohne Stolz rede ich hiervon, wenngleich ich erwähnen muss, dass ich bei unserer Unterkunft einen Sonderpreis aushandeln konnte, der uns die Anwesenheit in diesem teuren Pflaster überhaupt erst ermöglichte.

Die südöstliche Flanke von Shelter Island bildet der Shoreline Park. Dieser ist ein schmaler, langgezogener Grünstreifen, teilweise mit Sandstrand, der die bayseitige Küstenlinie ähnlich der Kufe an einem Schlittschuh umschließt. Hier kann man schwimmen gehen, angeln oder picknicken. Es gibt einen Kinderspielplatz, einen Angelpier, öffentliche Toiletten und wie erwähnt Restaurants. Ein riesiger - man könnte auch sagen völlig überdimensionierter - Kreisverkehr im Zentrum der Insel verteilt den Verkehr entweder nach Nordosten auf einen riesigen Parkplatz oder nach Südwesten zu einer Auswahl exklusiver Hotels und dem berühmten San Diego Yachtclub - das war unsere Richtung.

Erwähnenswert ist auf Shelter Island noch die Bell of Friendship am südlichen Ende der Insel, die San Diego 1960 von seiner Schwesterstadt Yokohama geschenkt bekam und die mit ihren zweieinhalb Tonnen Gewicht unter einem typischen, offenen japanischen Holzschrein hängt.
 

 


Best Western Island Palms Hotel & Marina

Best Western Island Palms & Marina, San Diego, Kalifornien

Das Foyer des Island Palms, ... (411kb)

Best Western Island Palms & Marina, San Diego, Kalifornien

... der Empfangsbereich an der Rezeption... (385kb)

Best Western Island Palms & Marina, San Diego, Kalifornien

... und die Rezeption (361kb).

Casa del Mar, Best Western Island Palms & Marina, San Diego, Kalifornien

Das Casa del Mar Gebäude (271kb).

Best Western Island Palms & Marina, San Diego, Kalifornien

Wasserfall und Eingang des Hotels (459kb).

Eines dieser exquisiteren Hotels ist das Best Western Island Palms Hotel & Marina, kurz Island Palms. Es liegt zentral auf dem südwestlichen Zipfel der Insel direkt neben dem San Diego Yachtclub und besteht aus drei Gebäuden: dem eigentlichen Hotel mit der Rezeption, einem südwestlich angrenzenden Suiten-Trakt und dem später hinzuerworbenen Casa Del Mar Building, in dem sich unser Zimmer befand. Wir parkten vor der Rezeption und checkten ein. Schon der Empfangsraum des Hotels ist sehenswert. Ein kleiner Wasserfall, gesäumt von Palmen und anderen Pflanzen, ist der Blickfang des Foyers. Der Boden ist mit Natursteinen gefliest, dazu ein in beige gehaltenes Ambiente. Zur linken Seite befindet sich der Rezeptionstresen mit Marmorabdeckung. Der Raum ist flach, mit holzvertäfeltem, schrägen Dach und Fenstern zu beiden Seiten. Über dem Foyer ist das Dach durch Plexiglas lichtdurchlässig. Diese Lichtdurchflutung in Verbindung mit der Farbgebung und den vielen Pflanzen vermittelt schon einen südländischen, wenn nicht gar karibischen Eindruck. Und hier sollten wir drei Nächte verbringen - kann es schöner sein? Nach kurzen Verhandlungen mit dem Rezeptionspersonal - ich hatte ja telefonisch einen Sonderpreis ausgehandelt, der zudem die örtlichen Steuern beinhaltete - bekamen wir unsere Zimmerschlüssel (natürlich Scheckkarten) und fuhren nun über den hauseigenen Parkplatzstreifen vor den Hotelgebäuden zum Casa Del Mar. Dieser Parkplatzstreifen hat übrigens mehrere Zufahrten, die anlässlich besonderer Ereignisse, wie beispielsweise einer Musikaufführung im benachbarten Hotel, abgesperrt sind. So konnten wir an einem Abend nur durch Vorzeigen unseres Gästeausweises an einer Absperrung passieren. Doch das nur am Rande.

Am Casa del Mar Gebäude gab es zwar keinen Wasserfall, dafür aber einen ansehnlichen Brunnen vor dem stattlichen Eingang, der von Palmen eingerahmt ist. Das Gebäude selbst kann nur mit dem Zimmerschlüssel betreten werden; ein deutlicher Hinweis auf die Exklusivität der Anlage. Hinter dem Eingang befindet sich eine Art großes Wohnzimmer mit gemütlichen Sitzgelegenheiten und flauschigem Teppichboden. Nach links und rechts zweigen die Flure zu den Zimmern ab. Unseres lag auf der rechten Seite, wenige Meter vom Eingang entfernt.

Best Western Island Palms & Marina, San Diego, Kalifornien

Das Wohnzimmer unserer Suite, ... (231kb)

Best Western Island Palms & Marina, San Diego, Kalifornien

... das Kingsize Bett im gleichen Raum, ... (258kb)

Best Western Island Palms & Marina, San Diego, Kalifornien

... und die Küchenzeile mit Fernseher und Türe zum Bad (167kb).

Best Western Island Palms & Marina, San Diego, Kalifornien

Das Badezimmer (220kb).

Best Western Island Palms & Marina, San Diego, Kalifornien

Yachthafen bei Nacht (170kb).

Eine King Junior Suite hatten wir gebucht, und was wir bekamen war tatsächlich königlich, die Krönung des Urlaubs was die Unterkunft betrifft. Alleine die Grundfläche der Suite betrug geschätzte 40 qm. Hier lass ich mal die Bilder sprechen; schaut Euch an, wie wir gehaust haben. Das Bett war von ausgesprochen guter Qualität; nicht zu hart, nicht zu weich und angenehm hoch. Gegenüber dem Eingang führt eine Türe auf die Veranda, die mit Gartenmobiliar zum Verweilen einlädt. Diese ist durch einen mit hohen Palmen bepflanzten Grünstreifen von einem kleinen Promenadenweg getrennt, der entlang der nördlichen Yachthafengrenze verläuft und den Blick auf eine schier endlose Zahl hier ankernder Boote freigibt. Dahinter noch befindet sich, direkt vor unserem Zimmer sozusagen, ein gut beheizter Jacuzzi, und etwas weiter links der normale Swimmingpool. Abends waren beide immer gut besucht, und es ist ja auch wunderschön, von Palmen umrankt auf den schwach angestrahlten Yachthafen zu blicken, dem Spiel der Wellen mit den Booten zuzusehen und dabei mit einem Glas Champagner im blubbernden, heißen Whirlpool zu sitzen.

Best Western Island Palms & Marina, San Diego, Kalifornien

Die Pseudo-Einbauküche (228kb).

Ein Genuss war auch unser Badezimmer. So großzügig war es angelegt, dass man es wirklich Zimmer nennen konnte. Ein gigantischer, in schwarzem Bambusrohr eingerahmter Spiegel bedeckte eine komplette Wand. Dazu gesellten sich, wie in der gesamten Suite, geschmackvoll ausgewählte Wandbilder und ein zugegebenermaßen eher an einen Krankenhausnachttisch der 20er Jahre erinnerndes kleines Holzschränkchen. Die zahlreichen Halogenstrahler tauchten den in beige gehaltenen Raum in eine angenehm wohlige Wärme, zu dem auch die Fußbodenheizung beitrug. Zur Küche muss ich anmerken, dass sie zum Kochen nicht wirklich geeignet war. Ein Herd fehlte, dafür gab es eine winzige Mikrowelle. Die Minibar versteckte sich hinter einem der Schranktüren, ansonsten waren die Schränke leer und wohl eher Zierrat. Kein Amerikaner würde ohnehin auf die Idee kommen, in einer Suite zu wohnen und sich was zu bruzzeln. Ich frage mich nur, wozu dann die OP-mäßige Neonleuchtwand oberhalb der Pseudoküchenzeile angebracht war... Eine große Schlafcouch, die selten einfach aufzuklappen war, ergänzte den Wohnraum und machte ihn so für uns mit drei Personen erst nutzbar. Das einzige etwas störende Einrichtungsobjekt war meiner Meinung nach der viel zu dunkle und viel zu große Fernsehschrank; aber das ist Geschmackssache. Ansonsten fühlten wir uns allesamt sauwohl und genossen die drei Nächte im Luxus, die wie immer leider viel zu schnell vorüber gingen.

Best Western Island Palms & Marina, San Diego, Kalifornien

Vor dem Blue Wave Bar & Grill (347kb).

Best Western Island Palms & Marina, San Diego, Kalifornien

Im Restaurant, Blick auf die Terrasse (240kb).

Best Western Island Palms & Marina, San Diego, Kalifornien

Fensteraussicht im Blue Wave Bar & Grill (294kb).

Best Western Island Palms & Marina, San Diego, Kalifornien

Mein Frühstück (266kb).

Casa del Mar, Best Western Island Palms & Marina, San Diego, Kalifornien

Das Steak im Dämmerlicht (220kb).

Zum Frühstück und auch Abends nutzten wir das hoteleigene Restaurant "Blue Wave Bar & Grill", dass sich im Hauptgebäude neben der Rezeption befindet. Man geht vom Eingang aus an dem Wasserfall vorbei, steigt eine kleine Treppe empor und steht schon fast vor dem Rezeptionisten. Auf der linken Seite befindet sich übrigens ein PC mit Internetzugang, gut versteckt in einem ebenso monströsen Fernsehschrank wie in unserer Suite. Als wir das erste mal dort vorbeikamen war der PC online und wir konnten kostenlos Emails abrufen. Über einen solch netten Service hatte ich mich schon gefreut, doch am nächsten Tag war der Holzschrank abgeschlossen mit dem Hinweis "out of order", und am dritten Tag war er wieder verfügbar, kostete aber plötzlich teuer Geld. Die Ursache war wohl die, dass jemand herausgetüftelt hatte, wie man dem Programm, dass die Freischaltung für eine bestimmte Zeit gewährleistet, mit einem irrsinnige Wert speist, um so tagelang kostenlos online zu sein - auf wessen Rechnung auch immer.

Im Restaurant galt natürlich auch wieder Wait to be seated. Man hat die Wahl zwischen einem Platz auf der Terrasse oder im Inneren. Wir entschieden uns aufgrund des draußen herrschenden Windes zunächst für den Innenraum und erst am letzten Tag für einen Platz unter freier Sonne. Große Sonnenschirme, Plexiglasscheiben und Heizstrahler sorgen ansonsten im Außenbereich für ein erträgliches Klima. Im Innenraum tat die Klimaanlage an den Fensterplätzen (mit tollem Blick auf den Yachthafen) allerdings ihr Bestes, auch diese Plätze genauso windig zu gestalten wie die Terrasse, auch wenn der Luftstrom raffiniert umgelenkt war und an der Wandverkleidung wie ein kalter Strom herunterfiel. Während wir an der Rezeption auf eine Platzzuweisung warteten konnte ich einen flüchtigen Blick auf die Unterlagen werfen, mittels derer die Tischvergabe von statten geht. Kein Wunder, dass man hierfür extra jemanden einstellen muss - ein auf den ersten Blick höchst komplizierter Plan bildet die Grundlage der Tischvergabe. In verschiedenen Farben wurden Markierungen und Kommentare eingetragen - das verstehe wer will. Eine simple Tischliste mit einem Marker "besetzt" oder "frei" wäre wohl zu simpel gewesen. Und überhaupt: es gab vielleicht 10 Tische im Innenraum und 5 draußen - wozu der Aufwand? Ich werde es wohl nie verstehen... Aber sei's drum, ein freundliches "Please follow" und wir spazierten wie die Entlein hinter dem Platzanweiser zu einem freien Tisch.

 Ich empfehle diese Unterkünfte:
Hotelempfehlung Island Palms San Diego
 Ausführlichere Infos gibts hier.

Nach kurzer Zeit kam ein Oberkellner zu uns, stellte sich als unser Betreuer vor, machte ein wenig Smalltalk und verabschiedete sich dann mit dem Hinweis auf den für uns zuständigen Kellner. Business-Class, dachte ich. Sogleich erschien der Kellner und das übliche Procedere konnte beginnen. Zu Essen gab es durchweg edlere Dinge - von Pommes keine Spur. Hier hieß die Standardbeilage "Mashed potatoes", also Püree. Das war mal ganz angenehm, und bezahlbar war es auch. Das Frühstück zum Beispiel (siehe Foto) schlug für zwei Personen mit 18 Dollar zu Buche; in dem Ambiente und dem Ausblick eigentlich ein überraschend niedriger Preis. Eine besondere Attraktion der ungewollten Art bildete die Terrassentüre. Diese entsprach offenbar europäischen Feuerschutzvorschriften und hatte folglich einen mehr als kräftigen Schließmechanismus. Mit ganzem Körpereinsatz mussten sich die armen Kellner dagegenstemmen, um hindurchzukommen. Und einmal - ja es musste wohl so kommen - hat es dann tatsächlich ein ganzes Frühstückstablett auf den Boden gescheppert.

So waren wir rundherum zufrieden mit unserer Hotelwahl, und für den nächsten Urlaub in San Diego ist das Island Palms bereits wieder gebucht.

(Letzte Änderung: 03.01.2007)

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