![]() Zwischen St. George und Springdale (197kb). |
![]() Kurz vor Springdale wird der Highway rot (428kb). |
![]() Ortseingang von Springdale mit Johnson Mountain (311kb). |
![]() Das Bumbleberry Motel; Lobby und Pool (244kb). |
So führte uns also unsere Fahrt vom Snow Canyon bei St. George kommend über den rötlichen Highway 9 nach Springdale. Sehr zentral im Ort gelegen befindet sich das Bumbleberry Motel auf der rechten Straßenseite. Man erkennt zunächst das Bumbleberry Inn, welches sich direkt am Highway befindet. Vor dem Inn führt die Bumbleberry Lane über einen großen Parkplatz zu der rund 80 Meter vom Highway entfernten Rezeption der Motelanlage. Insgesamt gibt es noch drei weitere Gebäude, die sich direkt südlich anschließen, also noch weiter vom Highway entfernt, und damit den Ortsrand bilden. In ihnen befinden sich die Zimmer des Motels.
![]() In der Lobby (327kb). |
![]() Die Rezeption (342kb). |
![]() Fernsehecke und Außenpool (338kb). |
Die Lobby des Motels ist ein großer Raum mit holzvertäfelter Dachschräge und weist eine Besonderheit auf: eine schmucke Ritterrüstung steht verschämt hinter dem Getränkeautomaten und schielt auf den großen Rezeptionstresen. Sie sieht verdächtig nach einem Einkauf aus dem Excalibur in Las Vegas aus. Ansonsten ist der Raum nett dekoriert, mit vielen Pflanzen, Indianerfigürchen und -schmuck. Auch afrikanische Schnitzfiguren sind vorhanden; vermutlich Reisemitbringsel des Motelbetreibers. Das Mobiliar ist allerdings etwas wilder zusammengewürfelt, was jedoch nicht wirklich stört, denn hier hält man sich ja nicht lange auf. Die überall zu lesenden Hinweise, man befinde sich in der Mountain Standard Time lässt klar erkennen, dass der übliche Gast wie wir eine Rundreise macht und schonmal gerne mit den verschiedenen Uhrzeiten durcheinander kommt. Das Personal war freundlich und hilfsbereit, nach wenigen Minuten waren alle Formalitäten erledigt und wir erhielten unsere Zimmerschlüsselchipkarte zusammen mit der genauen Erklärung, wo wir unser Zimmer finden.
![]() Wenn das nicht geräumig ist (318kb). |
Unser Zimmer, im hintersten Häuserblock gelegen, war einfach traumhaft. Die Raumaufteilung war vertraut; das Badezimmer mit vorgelagertem, separatem Waschbeckenbereich lag direkt am Eingang und das Schlafzimmer schloss sich an. Eine große Glasschiebetüre bildete Fenster und zugleich Zugang zur Veranda. Die übliche Zimmerausstattung wurde ergänzt durch eine Sitzecke, an der man tatsächlich auch mit mehr als einer Person platznehmen konnte, und - was noch viel angenehmer war - durch enorm viel Platz. Selten habe ich in einer Nicht-Suite zwischen Fußende und Wand mehr Freiraum gehabt als das Bett lang war. Wer aus Koffern lebt weiß, wie praktisch sowas ist. Kein Herumgekrame und Hin- und Hergeschiebe der vollen Gepäckstücke und kein Gekletter und Fußanstoßen beim nächtlichen Schleichen zur Toilette. Dazu ein angenehmer Teppich und eine schlichte, aber geschmackvolle Wanddekoration in Form eines Dekostreifens mit Blumenmotiv auf weißer Tapete. An der Wand: Gemälde aus der Zion Canyon Gallery; nicht vom "Meister" Michael Fatali selbst, sondern von einem ähnlich begnadeten Fotografen, der es aber nicht ganz so farbenfroh mag - also realistischer eben. Wir sollten die Galerie später besuchen, worin uns diese schönen Bilder nur bestärkten.
![]() Schlafzimmer mit Veranda (264kb). |
![]() Der Ausblick vom Bett aus (361kb). |
![]() Die Dämmerung setzt ein (221kb). |
![]() Auf der Veranda sitzend genießen wir das Abendrot (246kb). |
Doch der Hammer war der Ausblick von der Veranda. Völlig unverbaut schaut man über eine Gartenanlage mit Sonnenblumen und einer kleinen Holzhütte auf die steile Canyonwand des Johnson Mountain aus beigem Sandstein in einem Kilometer Entfernung. Während Springdale noch außerhalb des Nationalparks liegt beginnt die Parkgrenze etwa an der untersten Steilwand des Mountains. Hier fühlt man sich wirklich wie mittendrin im Wilden Westen. Wer das Bett am Fenster bezieht kann im Liegen dieses wunderbare Panorama genießen; Erholung pur. Und wenn abends die Sonne untergeht erstrahlen die Felsen in leuchtendem Orange. Auf der Veranda vor der großen Fensterfront unseres Zimmers haben wir abends über eine Stunde gesessen und die Aussicht und Stille genossen. Aufgrund des fehlenden Lichtsmogs ist der Zion ähnlich wie der Bryce Canyon einer der besten Orte, um den Nachthimmel zu beobachten. Tatsächlich konnte man nach Sonnenuntergang die Milchstraße und viele tausend Sterne mit bloßem Auge erkennen. Einige größere Käfer und Tausendfüßler gesellten sich auf der aufgewärmten Betonveranda zu uns und verschwanden dann wieder in den kleinen Kiesbeeten zwischen den Zimmern. Zu jedem Zimmer gehören auf der Veranda zwei weiße Plastikgartenstühle. Eine Abgrenzung zu den Nebenzimmern oder zum Hang hin gibt es nicht; das würde alles auch nur die schöne Aussicht versperren. Zwar befinden sich hinter dem Häuserblock auch die Parkplätze, aber der Block befindet sich auf einer kleinen Anhöhe, weswegen man einfach über die geparkten Fahrzeuge hinwegschauen kann. Die Koffer schleppt man daher besser vom ebenerdigen Haupteingang des Wohnblocks ins Zimmer anstatt vom Parkplatz über die kleine Treppe im Hang. Das obere Stockwerk verfügt über Holzbalkone, deren Aussicht sicherlich noch besser ist. Ein Outdoor-Pool ist selbstverständlich auch auf der Anlage vorhanden.
![]() Im Gift Shop (315kb). |
![]() Wir waiten to be seated (388kb). |
Frühstück und Abendessen nahmen wir im Bumbleberry Inn zu uns. Das Restaurant befindet sich zusammen mit einem Gift Shop am Highway 9. Die paar Meter kann man natürlich zu Fuß gehen, aber wir passten uns natürlich den landestypischen Gebräuchen an und fuhren direkt bis vor die Türe.
Wenn man das Gebäude vom Fronteingang betritt befindet man sich zunächst im geräumigen Verkaufsraum, an dem sich links, durch eine Glastrennwand mit einem kleinen Zimmerbrunnen davor abgetrennt, das Restaurant anschließt. Es gibt noch einen Seiteneingang zum Parkplatz hin, der aber in die hinterste Ecke des Souvenirgeschäfts führt - man kommt sich vor wie im dunklen Lagerraum. Die optische Ausgestaltung des in Rottönen gehaltenen Inns ist auf den ersten Blick gewöhnungsbedürftig. Die Lederstühle und die mutige Karotapete verbreiten den Charme der 1950er Jahre, versprühen aber auch Frische und amerikanische Simplizität. Mit den roten Holzsäulen könnte man sich auch in einem chinesischen Restaurant wähnen. Wenn man das Glück eines Fensterplatzes hat spielt die Farbgebung jedoch keine große Rolle mehr. In keinem anderen Restaurant ist mir das "Wait to be seated" so schwer gefallen, wie hier. Das mag einerseits daran liegen, dass man vom Wartebereich aus jeden Tisch überschauen kann, und man als Europäer wirklich nicht versteht, warum man lange warten muss wenn fast alle Tische frei sind. Zum anderen hat die Kellnerflottille ganz offenkundig die Anweisung, zuerst die bereits platzierten Kunden zu bedienen und nur ganz nachrangig für neue Arbeit zu sorgen. Selten habe ich ernsthaft in Erwägung gezogen, die landesüblichen Sitten über Bord zu werfen und mich einfach hinzusetzen anstatt der Bedienung zuzusehen, wie sie den einzigen besetzten Tisch nach und nach mit Nahrung versorgte. Da ist eben der Gast König, und wer noch vor der Schwelle steht ist ja noch kein Gast. Es war auch bestimmt ein Einzelfall, beim nächsten Besuch lief es nämlich schon sehr viel zügiger mit der Tischzuweisung. Da war die Situation aber umgekehrt, denn es gab nur noch einen freien Tisch. Auch hier ist es nicht zwingend einleuchtend, wozu man eigentlich warten soll. Als Deutscher kennt man allerdings die Prinzipientreue, von daher geht das schon in Ordnung.
![]() Mein New York Steak (221kb). |
![]() Fettuccini Alfredo (205kb). |
Das lange Anstehen beim ersten Besuch hatte sich immerhin gelohnt. Ein guter Fensterplatz war dabei herumgekommen, und der Kellner, der uns fortan bediente, entpuppte sich als kompetenter Bergführer, der diesen Job nur nebenher machte. Als wir ihn nach einer Auskunft zur Subway fragten war er ganz begeistert, dass er sein gesammeltes Fachwissen preisgeben konnte. Offensichtlich war er froh, mal auf Touristen zu stoßen, die sich auch für die etwas abseits gelegenen Naturschönheiten interessierten. Und wir waren froh über die angenehme Unterhaltung.
Beim Blick aus der großen Fensterfront des Lokals fällt der Blick auf die Springdale Elementary School. Zwei Dinge fielen mir auf. Erstens ist Springdale ein wirklich hübscher und vor allem sehr naturverbundener Ort. Viele Laubbäume schmücken die Straßen. Zum Anderen stellte ich mir die Frage, welcher Gimpel diese Glasscheiben produziert hatte. Von planer Oberfläche konnte keine Rede sein; auf einem Jahrmarkt hätte man mit einer Spiegelschicht dahinter die lustigsten Spiegelbildverzerrungen erzeugen können, so wulstig war das Glas unten zusammengeschrumpelt. Güteklasse Z.
Das Essen hingegen war köstlich. Ich hatte ein New York Steak, medium well, mit Pommes und - man glaubt es kaum - einer Gemüsemischung. Erbsen und Möhrchen - sowas hatte ich in den USA noch nirgends gegessen. Geschmacklich und optisch erinnerten sie mich an B*frost, aber die lieferten sicher nicht bis nach Utah. Jedenfalls setzte dieses Steak erstmal den Maßstab, mit dem sich die kommenden Restaurants vergleichen lassen mussten. Auch empfehlenswert ist das Fettuccini Alfredo.
Beim Bezahlen am Verkaufstresen des Gift Shops fiel dann mein Blick auf die vielen Einmachgläser, in denen - ja was wohl - die Bumbleberry Marmelade verkauft wird. Diese bekommt man als Jam, Jellie oder Sirup. Die Bumbleberry ist dabei nur ein erfundener Name. Hergestellt wird das Produkt aus Heidelbeeren (blueberry), Brombeeren (blackberry) und Himbeeren (raspberry). Natürlich kann man auch direkt einen ganzen Bumbleberry Pie kaufen, wegen dem angeblich viele Leute extra hierher kommen. Probiert habe ich nichts von alledem.
(Letzte Änderung: 24.05.2007)
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