Hier nun eine Übersicht der Campgrounds im Joshua Tree Nationalpark. Zu den allgemeinen Beschreibungen im Leitartikel muss ich an dieser Stelle noch anmerken, dass jede Campsite - also der einzelne Stellplatz - mit maximal sechs Personen, drei Zelten und zwei Autos belegt werden darf. Gruppenstellplätze sind für 10 bis 60 Personen ausgelegt. Die Campgrounds Belle, Ryan und White Tank sind im Sommer bis Oktober geschlossen. Nachtruhe ist von 22 Uhr bis 6 Uhr. Stromgeneratoren dürfen nur 6 Stunden am Tag von 7 bis 9 Uhr, von 12 bis 14 Uhr und von 17 bis 19 Uhr genutzt werden. Zwischen Oktober und Mai darf man nur 14 Nächte im Park campen, im gesamten Jahr nur 30. Grundsätzlich wird für jede Übernachtung eine Gebühr erhoben (10 - 15 Dollar), für Gruppen oder Pferde werden höhere Preise verlangt. Wer mit RVs unterwegs ist findet am Black Rock Canyon Campground und am Cottonwood Campground Abwasserentsorgungsstellen. Stromanschlüsse gibt es keine. An den übrigen auch für Gruppen zugelassenen Campgrounds (Indian Cove, Sheep Pass) gilt eine maximale Campingwagen- bzw. Anhängerlänge von 25 feet.

Belle Campground (1.158 m)

Belle Campground, Joshua Tree Nationalpark, Kalifornien
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Abendstimmung am Belle Campground (345kb).

Belle Campground, Joshua Tree Nationalpark, Kalifornien

Es gibt auch zerklüftete Felsen (195kb).

Belle Campground, Joshua Tree Nationalpark, Kalifornien

Eine der geräumigen Campsites (291kb).

Belle Campground, Joshua Tree Nationalpark, Kalifornien

Ein Tisch im Schatten (318kb).

Dieser kleine Campground ist bei Familien sehr beliebt, denn er umschließt zahlreiche Felsen, die auch von Kindern erklommen werden können. Die insgesamt 18 Campsites sind klein und eignen sich nicht für RVs. Die Felsen sind überwiegend groß und bilden so natürliche Barrieren zu den benachbarten Campsites. In der Mitte des Campground befindet sich der Castle Rock, den man von Norden wie Süden erklettern kann, wobei die Nordseite etwas leichter und schattiger ist. Im Sichtfeld des Campgrounds sind die Wüstenebenen mit einigem kleinen Buschwerk und den großen Joshua Trees. Nach Osten hin beginnen einige Wanderwege Richtung Gebirge. Chemische Toiletten, Feuerstellen und Picknicktische gehören zur Ausstattung des ruhig und zentral gelegen Platzes. Fließendes Wasser gibt es jedoch nur am nahegelegenen Oasis Visitor Center, weswegen der Andrang sich zumeist in Grenzen hält. Die Parkranger schauen ein bis zweimal am Tag vorbei, um die Selbstregistrationsboxen zu kontrollieren und Präsenz zu zeigen.

Belle Campground, Joshua Tree Nationalpark, Kalifornien

Ein Unwetter zieht auf (267kb).

Den Belle Campground habe ich 2007 besucht und hier gepicknickt. Die Campsite ganz im Westen, die eingezwängt zwischen zwei hohen Felsen liegt und dadurch in der prallen Mittagssonne immerhin ausreichend Schatten garantiert, drängte sich nahezu auf. Während wir dort unsere Sandwiches an dem Picknicktisch, der gerade so zwischen die Felsen passte, zu uns nahmen, heizte sich unser Auto, das notgedrungen in der prallen Sonne stand, ganz erheblich auf. Das merkten wir aber erst beim Einsteigen; während des Essens genossen wir den Ausblick nach Westen Richtung Jumbo Rocks. Hier schließt sich nämlich zunächst eine rund ein Kilometer weite, mit niedrigem Buschwerk und Gräsern bewachsene Ebene an, ehe in der Ferne die markanten Felshügel den Horizont bilden.


Black Rock Canyon Campground (1.219 m)

Südlich von Yucca Valley zwischen juniper bushes, cholla cacti und anderen Wüstenpflanzen gelegen ist Black Rock Canyon einer der schönsten Campingplätze im Joshua Tree. Man erreicht ihn über eine eigene Zufahrtsstraße vom Highway 62 westlich des Ortes Joshua Tree aus. Er liegt zudem am California Riding and Hiking Trail und verfügt über Einrichtungen für Pferde und Maultiere. Neben Trinkwasser, Wassertoiletten und Abwasserentsorgungsstellen (dump station) bietet der Campingplatz mit seinen 100 Plätzen Feuerstellen, Picknicktische und eine Ranger Station. Die Größe der Campsites variiert und bietet sowohl Zeltplätze als auch Platz für RVs. Für $15 kann man auch mit Pferden hier übernachten. Einkaufsmöglichkeiten sind nur 5 Meilen entfernt. Die Hügel hinter dem Campground bieten zahlreiche Wandermöglichkeiten einschließlich des Hi-View Trails. Ein erklärendes Guidebook ist im Visitor Center erhältlich, das die Vegetation entlang des 1,3 Meilen langen Weges beschreibt. Für längere Wanderungen bieten sich Eureka Peak, Panorama Loop und Warren Peak an, die den Wanderer zu Erhebungen bringen, von denen man aus die oft schneebedeckten San Jacinto Peak und San Gorgonio Peak sehen kann. Wildtiere kann man oft vom Campground aus beobachten. Dazu gehören Erdhörnchen (ground squirrels), Hasen (jackrabbit) und Waldkaninchen (cottontail). Regelmäßig beobachten kann man auch Kaktuszaunkönige (cactus wren), Helmwachteln (Gambel's quail), Virginia-Uhus (great horned owl), Westliche Buschhäher (scrub-jay) und Wegekuckucke (roadrunner). Mit sehr viel Glück kann man auch einen flüchtigen Blick auf Scott-Trupiale (Scott's oriole), Nacktschnabelhäher (pinyon jay) oder Wüstenspottdrosseln (LeConte's thrasher) werfen. Noch scheuere Tiere wie Rotluchse (bobcat), Dickhornschafe (bighorn sheep), Berglöwen (mountain lion), Kalifornische Wüstenschildkröten (desert tortoise) und Maultierhirsche (mule deer) sind schon in der Gegend gesehen worden. Bei Sonnenuntergang sollte man dem Heulen der Kojoten (coyotes) lauschen, die in den Randgebieten des Campgrounds leben.


Cottonwood Campground (914 m)

Gerade im Frühling ist dieser südlichste Campground im Joshua Tree umgeben von einer der schönsten Wildblumenwiesen der Wüste. Aufgrund der abgelegenen Lage am Südeingang ist dieser Platz meist der letzte, der sich füllt. 62 Stellplätze plus 3 Gruppenplätze für insgesamt 25 Personen umfasst der Platz. Eine Campsite ist rollstuhlgerecht gestaltet. Dabei bietet jede Campsite genug Platz für zwei Zelte. Neben Trinkwassser, Wassertoiletten, Abwasserstellen (dump station), Feuerstellen und Picknicktischen weist der Cottonwood Campground auch eine Ranger Station auf. Eine Gruppensite kostet $30. Von hier führt ein Wanderweg zum Mastodon Peak (4,8 Kilometer, 2-3 Stunden), der wunderbare Ausblicke auf die Eagle Mountains und Salton Sea ermöglicht. Ein weiterer, moderater Weg durch trockene Flusstäler führt zur Lost Palms Oasis (11,6 Kilometer, 4-6 Stunden) - hier findet man die dichteste Palmenkonzentration im Park und kann zudem seltene Tiere wie Dickhornschafe sehen. Der Weg bis zum Oasis Overlook ist moderat, das letzte Stück jedoch anstrengend. Seit 1996 wird der Cottonwood Campground sehr umweltbewusst durch Fotovoltaik mit Strom versorgt. Zuvor lieferten zwei Dieselgeneratoren den Strom.


Hidden Valley Campground (1.280 m)

Der Hidden Valley Campground ist der erste am westlichen Parkeingang. Unter den Kletterfreunden ist dieser Campingplatz der beliebteste. Von hier aus klettern sie auf Felsformationen mit Namen wie The Blob, The Old Woman, The Potatoe Head, Cyclops Rock, Peewee Rock oder Chimney Rock. 39 Stellplätze mit chemischen Toiletten, Feuerstellen und Picknicktischen bietet der Platz. Für Fahrzeuge länger als 25 feet ist der Platz, der kein fließendes Wasser hat, nicht zugänglich.


Indian Cove Campground (975 m)

Sehr begehrt ist auch dieser Platz unter den Kletterern, denn er liegt mitten in einem 129,5 Quadratkilometer großen Feld von felsigem Gestein mitten im Wonderland of Rocks. Außerdem liegt er etwas tiefer und bietet dadurch auch an kalten und windigen Tagen Klettermöglichkeiten. Beliebte Kletterrouten umfassen Pixie Rock, Feudal Wall und Coral Wall. 101 Stellplätze und 13 Gruppenplätze mit der üblichen Ausstattung von chemischen Toiletten, Feuerstellen und Picknicktischen umfasst der Platz. Wasser ist an der Ranger Station verfügbar. $25 bis $40 werden für die Gruppenplätze verlangt. Der Campground ist über eine eigene Zugangsstraße vom Highway 62 zwischen Joshua Tree und Twentynine Palms erreichbar.


Jumbo Rocks Campground (1.341 m)

Jumbo_Rocks Campground, Joshua Tree Nationalpark, Kalifornien

So schön kann Camping sein (311kb).

Jumbo_Rocks Campground, Joshua Tree Nationalpark, Kalifornien

Malerische Campsite im Jumbo Rocks Campground (358kb).

Jumbo_Rocks Campground, Joshua Tree Nationalpark, Kalifornien

Ausblick von einem der Felsen (282kb).

Jumbo_Rocks Campground, Joshua Tree Nationalpark, Kalifornien

Campsite mit Grill (393kb).

Jumbo_Rocks Campground, Joshua Tree Nationalpark, Kalifornien

Ein Joshua Tree am Wegesrand (320kb).

Einer der beliebtesten Campingplätze im Joshua Tree Nationalpark ist der 124 Sites umfassende Jumbo Rocks Campground. Er ist damit der größte Campingplatz im Park, der auch über eine rollstuhlgerechte Site verfügt. Zwischen riesigen, glattgeschliffenen Felsblöcken gelegen bietet jeder einzelne Stellplatz eine gewisse Privatsphäre. Der Campground ist relativ weitläufig. Die Straße führt vom Park Boulevard nach Süden durch eine breite Felskette hindurch ins flachere Hinterland, was eine hervorragende Aussicht gewährleistet - vor allem, wenn man einen der hier besonders schön ausgeformten Felsen aus Monzogranit erklimmt. Der Weg gabelt sich mehrfach auf und bildet so insgesamt acht Schleifen, die sich in die Landschaft einpassen und die einzelnen Campsites gut verteilen.

Durch seine zentrale Lage ist Jumbo Rocks ein guter Ausgangspunkt für die Besichtigung des Joshua Tree. Wer nicht gerne querfeldein durch die Felsen kraxelt oder nur sehr wenig Zeit hat kann den Park auf den geteerten Wegen dieses Campgrounds schon recht gut erleben und einen Eindruck von der faszinierenden Landschaft gewinnen. Ein kurzer Spaziergang vom Eingang des Jumbo Rocks Campground bis zu dessen Ende - rund 1,1 Kilometer - bietet einen kompakten Überblick über die Schönheit des nördlichen Joshua Tree Nationalparks, dem Wonderland of Rocks. Allerdings ist Jumbo Rocks auch der mit Abstand best besuchte Campground, was die Schönheit des Platzes zuweilen wieder aufhebt, denn mit der Ruhe und Beschaulichkeit ist es schnell vorbei, wenn ganze Heerscharen von Touristen und Campern hier herpilgern. Der Beliebtheit von Jumbo Rocks tut auch das fehlende fließende Wasser keinen Abbruch; chemische Toiletten, Feuerstellen und Picknicktische sind alle Einrichtungen, die man vorfindet. Es gibt auch ein kleines Amphitheater, das von den Parkrangern zur Erklärung der Geschichte und der Fauna des Joshua Tree Nationalparks genutzt wird. Hier findet jeden Sonntag um 9 Uhr eine Messe der Christian Church statt - Church at the Rocks nennt sich dieser Service. Ein 2,7 Kilometer langer, mit Informationstafeln über die Flora bestückter Rundwanderweg führt von hier nahezu ebenerdig zum Skull Rock, der sich am Park Boulevard östlich der Einfahrt zum Jumbo Rocks Campground befindet.

Jumbo_Rocks Campground, Joshua Tree Nationalpark, Kalifornien

In der Abenddämmerung (295kb).

Sowohl 2006 als auch 2007 war ich bei Jumbo Rocks. Während ich in 2006 nur den Eingangsbereich in Augenschein nahm, der im September zugegebenermaßen durch die gelb erblühenden Blumen auf den Ebenen der Wüste nahe des Park Boulevard auch sehr reizvoll ist, habe ich in 2007 einen ausführlichen Spaziergang durch die Wege des Campgrounds unternommen. Dieser war im Juli nahezu unbelegt und ermöglichte mir so, die Landschaft ungestört und pur zu erleben - wenn man von den geteerten Wegen und Stellplätzen absieht. Auf einige Felsen sind wir hinaufgeklettert, durch andere hindurchgekrochen. Ein besonders großer Fels hat nämlich einen höhlenartigen Durchgang. Jeder Meter, den man auf diesem Campground zurücklegt, bietet neue Aussichten. Manches Mal kam ich mir vor, wie in einem Kunstwerk von Salvador Dali. Der Joshua Tree Nationalpark ist einfach atemberaubend schön.


Ryan Campground (1.310 m)

Am Fuße des Ryan Mountain liegt dieser primitive Campground mit 31 Stellplätzen, chemischen Toiletten, Feuerstellen und Picknicktischen. Der Campground ist dank niedrigerer Felsen nicht so windgeschützt wie die meisten anderen. Auch wenn es keine Einrichtungen für Pferde gibt sind diese hier erlaubt. Für $10 kann man mit ihnen hier übernachten.


Sheep Pass Campground (1.371 m)

Auf 1.371 Meter Höhe gelegen ist Sheep Pass der höchste Campground im Park. Er ist außerdem der kleinste und bietet nur 6 Gruppenstellplätze, die zwischen den Felsen und einer sehr dichten Vegetation ziemlich abgetrennt voneinander angeordnet sind. Auch hier gibt es nur chemische Toiletten, Feuerstellen und Picknicktische. Die Plätze kosten $25 bis $40.


White Tank Campground (1.158 m)

White Tank Campground, Joshua Tree Nationalpark, Kalifornien

Besonders bei Sonnenuntergang wirken die Felsen reizvoll (277kb).

White Tank Campground, Joshua Tree Nationalpark, Kalifornien

Aussicht vom White Tank Campground (221kb).

White Tank Campground, Joshua Tree Nationalpark, Kalifornien

Das lädt zum Klettern ein (234kb).

White Tank Campground, Joshua Tree Nationalpark, Kalifornien

Eine Mojave Yucca (274kb).

Dieser mit 15 Sites kleine und ruhig gelegene Campground ist bei Familien sehr beliebt, denn ein kurzer Pfad ab Campsite 9 führt zwischen großen Granitfelsen zu einem fotogenen Felsbogen. Die Stellplätze sind klein und nicht für RVs oder Anhänger geeignet. Es gilt eine maximale Fahrzeuglänge inklusive Zugfahrzeug von 25 feet. Chemische Toiletten, Feuerstellen und Picknicktische gehören zur Ausstattung. Der Arch Rock Nature Trail beginnt hier.

(c) Stefan Kremer - Alle Rechte vorbehalten

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