Carmel Mission Basilika Junipero Serra San Carlos Borromeo

Bei meinem vierten Besuch in Monterey wollte ich mir etwas Neues anschauen. Dabei fiel meine Aufmerksamkeit zunächst auf den nahe gelegenen, malerischen Ort Carmel by the sea, was ich jedoch aus Zeitmangel nicht mit dem nötigen Zeitaufwand umsetzen konnte. Schließlich wollte ich mir aber wenigstens die berühmte Mission San Carlos Borromeo de Carmelo, kurz Carmel Mission, anschauen, eines der schönsten erhaltenen Missionsgebäude entlang des El Camino Real an der kalifornischen Küste. Die Mission ist sehr günstig direkt am Highway 1 gelegen (Abfahrt Rio Road nach Westen), weswegen wir hier bei unserer Abreise von Monterey Richtung San Francisco zu einem einstündigen Aufenthalt anhielten.

Werfen wir zunächst einen Blick auf die bewegte Geschichte der Mission.

 

 


Geschichte

Carmel Mission, Carmel by the sea, Kalifornien
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Tafel an der Außenmauer der Mission (369kb).

Basilika, Carmel Mission, Carmel by the sea, Kalifornien

Basilikaturm (208kb).

Alta (das obere) California wurde zuerst 1542 vom spanischen Forscher Juan Rodriguez Cabrillo entdeckt. Obwohl es den Spaniern seit jener Zeit an bekannt war, war der Süden Alta Californias die äußerste Grenze der spanischen Kolonisierung. Es dauerte über 200 Jahren, bevor sie ein Interesse an Aufbaukolonien in Alta California zeigten. Im Jahr 1769 schickten die Spanier schließlich eine Expedition aus New Spain (dem heutigen Mexiko) los, um Alta California in Besitz zu nehmen. Der Plan war, Missionen und Presidios (Forts) bei San Diego und Monterey einzurichten, um das Territorium für Spanien zu besiedeln und zu missionieren. Die Expedition fand unter Leitung des Franziskaner-Padres Junipero Serra, der 1767 zum Missionspräsident von Upper und Lower California ernannt wurde, und Gouverneur Don Gaspar De Portolá statt. Zu Fuß zogen sie von Loreto nach San Diego, wo sie am 16. Juli 1769 die erste Mission und den Presidio errichteten.

Mit dem Schiff angereist versammelten sich am 3. Juni 1770 die vom Pater Serra geführten Missionare und die zu Fuß anmarschierten Soldaten von De Portolá bei der Bucht von Monterey, um einer formalen Zeremonie der Aufstellung des Heiligen Kreuzes beizuwohnen, welches die Errichtung der zweiten Mission kennzeichnen würde, die Mission San Carlos Borromeo genannt werden sollte. Die Mission befand sich an der heutigen Presidio Kapelle.

Junipero Serra Convento Museum, Carmel Mission, Carmel by the sea, Kalifornien

Kunstvolles Gesangsbuch im Junipero Serra Convento Museum (122kb).

Doch einige Soldaten des Presidios behandelten die einheimischen Indianer schlecht. Dies hielt viele von Padre Serra fern, der dadurch in seiner Missionstätigkeit stark beeinträchtigt wurde. Die Indianer meinten, Padre Serra wäre Teil des Presidios, also der Militärverwaltung. Deshalb verlegte Serra am 24. August 1771 die Mission von Monterey auf die andere Seite der Halbinsel zu ihrem heutigen Standort in Carmel. Dies platzierte sie außerdem näher an eine Frischwasserquelle (Carmel River) und auf besseres Land für die landwirtschaftliche Selbstversorgung. Die frühen Jahre in Carmel waren hart. Die erste Kirche und Wohnungen wurden aus Holz hergestellt und mit Holzpalisaden eingezäunt. Die Padres waren zumeist auf Versorgungslieferungen von Schiffen aus Mexiko abhängig, welche die Monterey-Bucht jedoch nicht sehr oft erreichten. So teilten die Indianer die wenigen Nahrungsmittel und Vorräte, die sie hatten. Im Laufe der Zeit konnten die Padres ihre eigenen Ernten einfahren, was die Nahrungsmittelversorgung aller enorm verbesserte. Die Indianer halfen bei der landwirtschaftlichen Arbeit. Zwischen 1770 und 1836 wurden über 4.000 von ihnen getauft. Auch wurden die Holzgebäude nun durch Adobe-Lehmziegel ersetzt. Carmel wurde das Hauptquartier für Padre Serra und aller Missionen. Von hier aus überwachte er den Bau von sieben weiteren Missionen in Kalifornien, hier arbeitete er mit seinen indianischen Freunden bis zu seinem Tod. Am 28. August 1784 starb Padre Serra in der Carmel Mission an den Folgen eines Schlangenbisses im Alter von 70 Jahren. Wenn man die Mission heute besucht kann man die Kammer sehen, in der er schlief und wo er starb.

Carmel Mission, Carmel by the sea, Kalifornien

Karte von Baja und Alta California (173kb).

Nach Padre Serras Tod führte Padre Fermín Francisco de Lasuén seine Arbeit weiter. Es war Lasuén, der die Steinkirche (Basilika) erbauen ließ, die heute noch existiert. Vier Jahre dauerte der Bau der Basilika bis sie am Weihnachtsabend 1797 eingeweiht wurde. Man errichtete sie auf dem Standort der ursprünglichen Adobe-Kirche, aus in den nahe gelegenen Santa Lucia Mountains abgebauten Steinen. Es war überhaupt die erste kalifornische Missionskirche aus Stein. Später sollten nur noch die Missionskirchen in San Juan Capistrano und Santa Barbara aus dem gleichen Material errichtet werden; die achtzehn anderen Missionen wurden aus Adobe gebaut. Die heute vorhandenen Gebäude der Mission wurden auf den Fundamenten der von Padre Lasuén gebauten Häuser wieder errichtet. Dadurch ist das Layout der Mission heute genau so, wie es sich in den frühen 1800er Jahren darstellte. Die Carmel-Mission gedieh unter Padre Lasuén. 1794 betrug die indianische Bevölkerung 927 Personen. Am 28. Juni 1803 starb Fermín Lasuén und wurde neben Junipero Serra beigesetzt.

1821 erreichte Mexiko die Unabhängigkeit von Spanien. Kalifornien wurde ein Teil von Mexiko, die Mission wuchs weiter. Zwischen 1817 und 1822 wurde die Basilika äußerlich stark umgestaltet. Der heutige Glockenturm entstand und ersetzte den bis dahin vorhandenen einfachen Wandaufbau mit Bögen, an denen die Glocken aufgehängt waren. Dann schloss im Jahre 1834 die mexikanische Regierung die Mission und übernahm das Missionsland. Obwohl die Regierung zusagte, das Missionsland den Indianern zu übergeben, bekamen die meisten von ihnen kein Land. Stattdessen wurde es den neuen nach Kalifornien kommenden Siedlern verkauft.

Die Indianer wurden gezwungen, die Mission zu verlassen. Viele von ihnen kehrten zu ihrer alten Lebensweise zurück oder arbeiteten für die neuen Siedler als Ranchhelfer oder Diener. Auch die Padres mussten gehen. Einige von ihnen kehrten nach Mexiko zurück oder wurden Priester in den Kirchen der neuen Städte von Kalifornien. Padre José Reál, seit 1833 Missionsleiter in Carmel, zog nach Monterey und hielt nur noch gelegentlich Messen in der Carmel Mission.

Traurige Zeiten standen bevor. Die Indianerpopulation war bereits bis 1823 aufgrund fehlender Immunität gegenüber europäischen Krankheiten auf 381 gesunken. Nachdem die verbliebenen Indianer und Padres gegangen waren, wurden die Gebäude Opfer von Vandalismus und Zerfall. Der Innenhof, der aus Adobeziegeln gebaut wurde, verwandelte sich zu einem Lehmhaufen. Die Basilika war nur noch eine traurige Erinnerung an die Vergangenheit. Ihr Dach war eingestürzt, die Verzierungen entfernt; was blieb war eine Ruine.

1846 errang Kalifornien seine Unabhängigkeit von Mexiko, um zunächst ein unabhängiges Land namens Republik von Kalifornien zu werden. 1848 wurde es offiziell ein Territorium der Vereinigten Staaten und 1850 der einunddreißigste Staat der Union. Die Mission blieb weiterhin eine Ruine. Dann übergab sie am 19. Oktober 1859 die US-Regierung unter Präsident James Buchanan nach einer Entscheidung der US Lands Commission zurück an den Bischof der Katholischen Kirche, Joseph Sadoc Alemany.

Junipero Serra Convento Museum, Carmel Mission, Carmel by the sea, Kalifornien

Monstranz und andere Artefakte (145kb).

Die Restauration der Mission begann 1884 unter Padre Angel Casanova und dauert bis heute fort. Holzdächer wurden angebracht, was zwar die Bauwerke vor dem weiteren Verfall schützte, aber nicht mit dem ursprünglichen Baustil übereinstimmte. 1924 wurde nach dreijähriger Arbeit der erste Raum fertiggestellt, die Mora Chapel. Dieser erhielt ein Denkmal an Junipero Serra und seine Mitstreiter, erschaffen vom lokalen Künstler Jo Mora. 1933 fing, nachdem der Bischof von Monterey-Fresno, Philip Scher, die Mission zu einer unabhängigen Pfarrei erhoben hatte, schließlich die intensive Phase der Wiederherstellung an. Harry Downie, ein vielseitig talentierter Kunsthandwerker, wurde Kurator des Restaurierungsprojekts. Auf Grund Geldmangels startete die Arbeit zunächst nur langsam. Ausgrabung der Ruinen und das Studium von alten Dokumenten, Skizzen und Fotos war notwendig um Pläne für den Aufbau anzufertigen. Die Arbeiten begannen an den Unterkünften der Padres, die heute Artefakte der frühen Mission beherbergen. Downie gelang es, diese von vielen verstreuten Orten zusammenzutragen. Es ist heute eine der herausragendsten Sammlungen seiner Art in Kalifornien und ist im Museum ausgestellt.

Im Jahr 1936 benötigte das Holzdach der Kirche, das zuerst 1884 repariert worden war, eine dringende Sanierung. Durch verschiedene Maßnahmen konnten die Geldmittel erhöht werden, und die Steinkirche konnte im Großen und Ganzen zur der Schönheit wiederhergestellt werden, die sie in den frühen Missionstagen hatte.

1941 wurde ein Gebäude auf der Ostseite des Innenhofs restauriert. Dieses Gebäude diente ursprünglich als Unterkunft der Soldaten. Heute ist es das Verwaltungsbüro und Pfarrhaus. Das ursprüngliche Gebäude auf der Südseite des Innenhofs, von dem nichts außer dem Fundament und ein paar zusammengefallene Wände übriggeblieben waren, wurde ab 1943 rekonstruiert. Hier wohnten ursprünglich die indianischen Kinder. Es beherbergt heute die Klassenzimmer der Junipero Serra-Grundschule.

Carmel Mission, Carmel by the sea, Kalifornien

Impressionen vom Dach des Museum Stores (289kb).

1946 wurden die Überreste der ursprünglichen Küche und der Schmiedewerkstatt auf der Ostseite fertiggestellt, die heute als Kapelle genutzt werden. Dieses Gebäude umfasst drei Seiten des Innenhofs. Um die Restaurierung des Innenhofs abzuschließen wurde 1950 das Westseitengebäude, das ursprünglich Werkstätten und den Wohnsitz für die alleinstehenden Indianerinnen beherbergte, fertiggestellt. Heute befinden sich hierin ebenfalls Klassenzimmer der Junipero Serra-Grundschule.

Dank der Arbeit von Harry Downie und jenen, die ihm folgten, präsentiert sich die Mission heute so, wie sie einst war. 1961 wurde sie von Papst Johannes XXIII. in Anerkennung Junipero Serras heroischen Werks und der architektonischen Besonderheit des Bauwerks mit dem maurischen Turm und dem Paraboldach als Basilika designiert. Im Eingang der Basilika findet man die Insignien, die diese Kirche als solche auszeichnen: der Pavillon (papal umbrella) und das tintinabulum (Basilikaglocke). Am 25. September 1988 wurde Junipero Serra von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen. Ein Jahr zuvor im September 1987 besuchte der Papst auf seiner USA-Reise die Carmel Mission. Sie ist heute eine der beliebtesten Pilgerstätten in den Vereinigten Staaten.

 

 


Rundgang

Carmel Mission, Carmel by the sea, Kalifornien

Im Visitor Center und Museum Store (235kb).

Wir begannen unseren Rundgang am Visitor Center. Wie jeder Besucher muss man sich hier zunächst ein Ticket besorgen. Dazu ignoriert man die ganzen Andenken und Souvenirs des Museums Stores, die hier ebenfalls in Hülle und Fülle feilgeboten werden, und geht zielstrebig in die hintere Ecke des Raumes zu der großen grauen Kasse, die auch bereits recht altertümlich wirkt. Nach dem Entrichten eines kleinen Obolus darf man durch die Türe hinter dem Ticketschalter in den kleineren der beiden Innenhöfe, ich nenne ihn mal Außenhof, gehen und die Erkundung beginnen; einen anderen "freien" Eingang gibt es nicht solange keine Messe in der Basilika gehalten wird. Die nette, ältere Dame an der Kasse hatte uns mit einer Übersichtskarte samt Kurzgeschichte der Mission ausgestattet, in der sie uns die optimale Besichtigungsroute eingezeichnet hatte. An diese sollten wir uns halten. Da unser Rundgang der idealtypische ist beschreibe ich ihn im Folgenden in der Gegenwartsform; ihr könnt ihn dann virtuell (oder vor Ort auch real) mitgehen.

Basilika, Carmel Mission, Carmel by the sea, Kalifornien

Außenhof mit Basilika (273kb).

Carmel Mission, Carmel by the sea, Kalifornien

Das Eingangstor (389kb).

Carmel Mission, Carmel by the sea, Kalifornien

Gedenktafel im Außenhof (287kb).

Wir verlassen also das Visitor Center und befinden uns auf einem Außenhof, an dem sich im Westen auch der Eingang zur Basilika befindet, die die gesamte Anlage dominiert. Im Nordosten bildet ein hölzernes Tor im typischen mexikanischen Stil mit hochgewölbtem Steinbogen oberhalb des Durchgangs den eigentlichen Eingang zur Mission, der aber aufgrund der touristischen Nutzung der Anlage nun zu Gunsten des Visitor Centers abgeschlossen ist. Im Norden bildet eine kleine Parkanlage ein angenehmes und auflockerndes grünes Kontrastprogramm zum beigen Gebäudekomplex. Überhaupt ist der ganze Platz mit vielen Pflanzenbeeten umrahmt, die mit niedrigen Steinen eingefasst sind - ein malerisches Idyll, in dem man sicher gut entspannen könnte wenn man das quirlige Treiben der Touristen durch die Ruhe eines Klosters austauschen könnte. Sitzbänke und ein Brunnen sind jedenfalls vorhanden. Im Nordwesten befindet sich ein kleines Gebäude, in dem neben dem Sir Harry Downie Museum die öffentlichen Toiletten untergebracht sind. Das Museum zeigt die Geschichte der Carmel Mission und die der Restauration. Eingerahmt ist der Platz im Osten und Norden durch eine mannshohe Mauer. Die Basilika schließt sich im Westen an und bildet mit dem Museum, das sich dem Visitor Center, aus dem wir herausgetreten waren, westlich anschließt, ein Gebäudeviereck, das den großen Innenhof im Süden umrahmt.

Basilika, Carmel Mission, Carmel by the sea, Kalifornien

Rechts befindet sich der Museum Store und die Türe zum Außenhof (334kb).

Downie Museum, Carmel Mission, Carmel by the sea, Kalifornien

Das Downie Museum (424kb).

Nun betreten wir kurz die Basilika. Was sofort ins Auge fällt ist die ungewöhnliche Form des Raumes. Die Innenwände sind leicht parabolisch gewölbt; sie neigen sich nach oben hin zu einem ovalen Gewölbe. Damit unterscheidet sich die Decke von der aller anderen Missionen, die allesamt eine flache Decke besitzen. Die Wände sind mit Lehm aus gebranntem Muschelkalk verkleidet, und der Fußboden besteht aus gebrannten, rötlichen Ziegelplatten. An den Wänden lenken große Gemälde von der ansonsten schmucklosen, grauen Gestaltung ab. Der längliche Raum mit den hölzernen Sitzbänken wirkt ungewöhnlich für ein Kirchenschiff, was die Basilika zu einem einzigartigen Gebäude macht. Prunkstück ist der Altar, der die gesamte hintere Seite des Raumes einnimmt; ein Nachbau des Originals, der 1851 beim Einsturz des Daches zerstört wurde. Der Altar besteht aus massiv vergoldetem Holz. In der Mitte befindet sich ein großes Kruzifix mit den flankierenden Statuen der Mutter Gottes und des Hl. Johannes sowie die wunderbare Statue "La Conquistadora" in einer kleinen Kristallnische unterhalb des Kruzifix. Ursprünglich war der Innenraum sehr viel reicher verziert, mit sieben großen Seitenaltären und rund 20 Statuen. Was heute noch davon übrig ist ist durchweg original. Der Pfarrer von Monterey, Sadoc Villarasa, schaffte 1851 bei den ersten Anzeichen des drohenden Dacheinsturzes, die wertvollen Gemälde, Statuen und Einrichtungsgegenstände in Sicherheit, in dem sie in der Old Presidio Chapel genutzt wurden.

Carmel Mission, Carmel by the sea, Kalifornien

Der Friedhof (413kb).

Carmel Mission, Carmel by the sea, Kalifornien

Gräber an der Basilikamauer (368kb).

Basilika, Carmel Mission, Carmel by the sea, Kalifornien

Ein seltsamer Baum steht hinter der Basilika (523kb).

Rechts neben dem Basilikaeingang kann man den Außenhof verlassen. Der kleine Durchgang führt zum Friedhof der Mission. Hier gibt es entlang der Basilikamauer links des Weges und in einem Gräberfeld auf der rechten Seite zahlreiche Grabstellen, die allesamt mit großen, weißen Muschelschalen eingefasst sind. Anstelle von Grabsteinen gibt es meist nur ein kleines, einfaches Holzkreuz. Die Sonnenblume, die auf jedem Grab des Gräberfeldes emporragt, lässt die Anlage eher wie einen Schrebergarten erscheinen. Diesen Eindruck verstärkt auch die Tatsache, dass die äußere Missionsmauer hier besonders dicht mit Sträuchern und bunten Blumen zugewachsen ist und fast nicht erkennbar ist. Ein übermannsgroßes Holzkreuz auf einem Steinsockel dominiert diesen Abschnitt der Anlage. Über 3.000 Indianer und Spanier wurden auf diesem Friedhof begraben, unter ihnen Gouverneur José Roméo und Commandante Hermenegildo Sal.

Carmel Mission, Carmel by the sea, Kalifornien

Der westliche Kreuzgang des Innenhofs... (213kb)

Carmel Mission, Carmel by the sea, Kalifornien

... und der nördliche (213kb).

Carmel Mission, Carmel by the sea, Kalifornien

Bunte Blumenbeete schmücken den Hof (493kb).

Carmel Mission, Carmel by the sea, Kalifornien

Figur im Garten (469kb).

Wir gehen weiter den Weg an der Basilika vorbei und gelangen hinter dieser auf einen Platz, der weniger attraktiv ist. Lediglich ein großer Baum mit furchiger Rinde sorgt für Aufsehen. Das Gebäude, dass die äußere nordwestliche Grenze der Mission bildet, ist das Gemeindehaus, an das sich das kleine Munras Memorial Museum anschließt. Es zeigt Artefakte aus der frühen Epoche Kaliforniens und sind eine Stiftung von Dona Maria Antonia Field aus dem Jahr 1964. Lady Field war ein direkter Nachfahre von Don Esteban Munras, der das erste Haus außerhalb des alten spanischen Presidio in Monterey erbaute. Aus der Munras-Familie stammt auch der erste Arzt Kaliforniens, Dr. Quixano, dessen Haus sich dort befand, wo jetzt das Downie Museum steht. Er führte außerdem die erste Autopsie in Kalifornien durch. Dieses Museum haben wir aufgrund des Zeitdrucks (um 17 Uhr schließt die Mission) nicht besucht sondern sind hinter dem erwähnten Baum nach Osten durch eine Tordurchfahrt in den großen Innenhof der Mission und damit auf die andere Seite der Basilika gegangen.

Carmel Mission, Carmel by the sea, Kalifornien

Im großen Innenhof (337kb).

Carmel Mission, Carmel by the sea, Kalifornien

Das Missionskreuz (188kb).

Carmel Mission, Carmel by the sea, Kalifornien

Brunnen (366kb).

Dieser Hof bildet das Zentrum der Mission. Er ist an allen Seiten von einem Kreuzgang umschlossen, der aber im Westen und Osten unterbrochen ist. Die Kreuzgänge sind hierbei schlichte, überdachte Gänge vor den nur nur unwesentlich höheren Gebäuden. Die beiden südlichen Gebäudeschenkel des Hofes beherbergen die Junipero Serra-Grundschule während sich im Westen das Pfarrhaus und eine Kapelle anschließen. Im Nordwesten bildet die Basilika gefolgt von der Mora Chapel und dem Junipero Serra Convento Museum und dem Visitor Center im Osten den Abschluss des Innenhofs. Auf dem Hof spenden einige Bäume angenehmen Schatten, reich bepflanzte, bunte Blumenbeete zwischen den Kreuzgängen und dem Platz verleihen dem Ort einen wunderschönen, idyllischen Charakter. Die roten Dächer der niedrigen Gebäude dazu lassen fast vergessen, wo man sich befindet. Es ist ein idealer Ort, um sich auf einer der Bänke niederzulassen und die Stille und Schönheit dieses friedlichen Platzes zu genießen und auf sich wirken zu lassen. Zentrales Objekt ist ein großer Brunnen mit geschwungener Einfassung in der Platzmitte, aus dem sogar Wasser sprudelt - wenn auch nur wenig. Auch hier ragt wie schon auf dem Friedhof ein großes Holzkreuz in den Himmel. Es wurde an der Stelle errichtet, an dem Padre Junipero Serra 1771 die Mission gründete.

Carmel Mission, Carmel by the sea, Kalifornien

Serra Memorial Prayer Garden (309kb).

Carmel Mission, Carmel by the sea, Kalifornien

Großer Baum im Innenhof (523kb).

Erster Haltepunkt auf dem Platz ist der Serra Memorial Prayer Garden direkt hinter dem Tordurchgang. Diese Ecke des Innenhofs ist durch Bäume vom Rest etwas isoliert und eignete sich daher wohl besonders als Meditationsort. Ein mit Stuck eingerahmtes Wandbild befindet sich an der Basilikamauer. Davor ein achteckiger Brunnen, der jedoch kein Wasser führt. Zwei Bänke laden zum Verweilen ein. Rechts daneben schließt sich der im maurischen Stil erbaute Glockenturm der Basilika an, in dem man eine große, freihängende Glocke deutlich erkennen kann. Insgesamt gibt es im dem Turm, der nur über eine Außentreppe erreichbar ist, neun Glocken.

Carmel Mission, Carmel by the sea, Kalifornien

Altar der Mera Chapel (161kb).

Carmel Mission, Carmel by the sea, Kalifornien

Serra-Denkmal (128kb).

Über den Eingang im nördlichen Kreuzgang gelangen wir nun in die Mora Chapel. Der große Raum ähnelt einem Kirchenschiff, denn an einer Giebelseite ist eine Art Altarraum durch eine riesige Glasscheibe abgetrennt. In ihm befindet sich ein großes Holzkreuz, an dem neben der Christusfigur drei weitere Figuren (Hl. Antonius von Padua, Hl. Karl Borromäus und Hl. Franz von Assisi) befestigt sind, die der Künstler Jo Mora bereits für eine erste, unrealisierte Version des Grabmals für Junipero Serra fertiggestellt hatte. In der Mitte des Raumes bildet ein großer Steinsarkophag mit einer betenden und zwei knienden, knapp überlebensgroßen Mönchsfiguren aus Bronze um eine auf dem Sarkophag liegenden Figur das Denkmal an Junipero Serra. Die drei außen plazierten Figuren stellen die drei mit Serra befreundeten Padres dar während die liegende Figur Junipero Serra selbst symbolisiert. Der freistehende Katafalk orientiert sich dabei an den Gebräuchen in europäischen Kirchen, wo dieser symbolisch die Grabhülle darstellt während sich das tatsächliche Grab unterhalb der Gesamtskulptur im Boden befindet. Junipero Serra ist indes nicht unter diesem Denkmal begraben (weswegen man es auch nur als solches bezeichnen kann). Sein Grab befindet sich unter dem Altar der Basilika. Auf seinen eigenen Wunsch hin wurde er dort neben seinem 1782 verstorbenen Freund und Mitarbeiter Padre Juan Crespi bestattet. Von einer Umbettung nahm man im Hinblick auf die Gefühle der Gemeindemitglieder und der zahlreichen Verehrer Serras Abstand. Geschmückt ist der Steinkatafalk im Renaissancestil mit Szenen der Entdeckung Kaliforniens und Bildern des zu Serras Lebzeiten regierenden Papstes und Monarchen. Bis in die späten 1930er Jahre behielt der Raum sein kapellenähnliches Aussehen, dann verwandelte man ihn in ein Museum. Als Bischof Scher der Rückgabe des originalen Altarsilber zustimmte wurde der Altar von Kurator Harry Downie hinter Glas versiegelt, um diese zu schützen. An den Außenwänden sind wertvolle Messgewänder in Schaukästen ausgestellt.

Junipero Serra Convento Museum, Carmel Mission, Carmel by the sea, Kalifornien

Holzkarren (127kb).

Junipero Serra Convento Museum, Carmel Mission, Carmel by the sea, Kalifornien

Die erste Bibliothek Kaliforniens (204kb).

Über eine kleine Wendeltreppe gelangt man in den höher gelegenen Trakt des Junipero Serra Convento Museums. Dieser alte Konventflügel ist ganz dem Missionsgründer Junipero Serra gewidmet. Er besteht im Wesentlichen aus einem breiten Flur, in dem sich neben einem Holzkarren auch der große Esstisch im "Wohnzimmer" befindet. Hier gibt es zahlreiche Ausstellungsstücke in Wandschaukästen hinter Glas zu bewundern.

Junipero Serra Convento Museum, Carmel Mission, Carmel by the sea, Kalifornien

Das Zimmer von Junipero Serra (136kb).

Junipero Serra Convento Museum, Carmel Mission, Carmel by the sea, Kalifornien

Die Küche der Mission (173kb).

Junipero Serra Convento Museum, Carmel Mission, Carmel by the sea, Kalifornien

Hier gibt es einen Brunnen... (180kb)

Junipero Serra Convento Museum, Carmel Mission, Carmel by the sea, Kalifornien

... und die Kochstelle (199kb).

Von diesem zentralen Raum zweigen mehrere Zimmer ab, die originalgetreu eingerichtet sind und so einen Einblick in die Zeit um 1800 vermitteln. Auch wenn es zu den Räumen keine ausführlichen Erklärungstafeln gibt reichen die Eindrücke doch, um sich in diese Zeit versetzt zu fühlen. Zu sehen gibt es die Küche, ein Gästespeisezimmer und Kaliforniens erste Bibliothek (von Serra 1770 eingerichtet, allerdings an anderer Stelle). Mit hüfthohen Gittern ist der Zutritt versperrt, was natürlich Sinn macht. Zeugen die meisten Räume noch von einem gewissen Wohlstand, sticht ein kleinerer Raum durch seine kärgliche Ausstattung hervor. Es ist die Kammer von Junipero Serra, in dem sich lediglich ein Bett, ein Tisch mit Stuhl und eine Truhe befinden.

Junipero Serra Convento Museum, Carmel Mission, Carmel by the sea, Kalifornien

Der zentral gelegene Speiseraum (152kb).

Junipero Serra Convento Museum, Carmel Mission, Carmel by the sea, Kalifornien

So hausten die übrigen Mönche (121kb).

Nach einer Stunde war unser Rundgang beendet. Es hat mir sehr gut gefallen. Die Carmel Mission ist ein Ort, den man sicher nicht bei jeder Reise wieder besucht, aber den man gesehen haben sollte wenn man sich nicht nur für die Naturschönheiten und Attraktionen sondern auch etwas für die Geschichte der Gegend interessiert, die ja in den Vereinigten Staaten noch etwas gegenwärtiger ist.

Die Carmel Mission ist von Montags bis Samstags zwischen 9:30 und 17 Uhr und Sonntags von 10:30 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet $5 für Erwachsene, $4 für Senioren und $1 für Kinder unter 17. Sämtliche Einnahmen kommen der weiteren Restaurierung zu Gute.

(c) Stefan Kremer - Alle Rechte vorbehalten

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