Buck Canyon Overlook Canyonlands

Buck Canyon Overlook, White Rim Plateau, Canyonlands, Utah
Slideshow starten

Ausblick vom Buck Canyon Overlook (336kb).

Buck Canyon Overlook, Canyonlands, Utah

Hinweisschild zum Buck Canyon Overlook (268kb).

Buck Canyon Overlook, Canyonlands, Utah

Weg vom Parkplatz zum Viewpoint (293kb).

Einer der eindrucksvollen Aussichtspunkte des ist der Buck Canyon Overlook. Dieser befindet sich von der zentralen Kreuzung im Island in the Sky District aus auf halber Strecke des 10 Kilometer langen südlichen Abzweigs zum Grand View Point Overlook in 1.905 Metern Höhe. Er wird gerne in Reiseführern zu Gunsten des Grand View Point und des übergangen.

Ein rund 61 Meter langer, mit Betonplatten ausgelegter, ebenerdiger Weg führt vom Parkplatz zu dem nach Norden und Osten gerichteten Aussichtspunkt. Von dort bietet sich ein imposanter Ausblick auf das ausgedehnte White Rim Plateau, das sich rund 500 Meter unterhalb des Aussichtspunktes erstreckt. In ihn hat sich der namensgebende Buck Canyon scharfkantig eingeschnitten, der sich in zahlreichen Windungen und mit vielen Seitencanyons zum Colorado River hin aufweitet.

Buck Canyon Overlook, Canyonlands, Utah

Buck Canyon Overlook (191kb).

Buck Canyon Overlook, Canyonlands, Utah

Blick entlang der Rimkante nach Süden (349kb).

Hier hat der Colorado, der an dieser Stelle auf 1.193 Metern Höhe durch den Little Bridge Canyon fließt, ganze Arbeit geleistet. Der Buck Canyon ist derjenige innere Canyon, auf den man direkt hinabsieht. Der vordere Teil, der an eine Pfeilspitze erinnert, ist der South Fork des Buck Canyon. Nach links gräbt sich bis zur nächsten vorspringenden Felsenwand der Mesa, auf der man sich befindet, der Middle Fork ins White Rim Plateau. Über der etwas niedrigeren Felswand erkennt man in der Ferne den Felsen des Washer Woman Archs und den Monster Tower, wobei man den Steinbogen selbst aus diesem Winkel nicht sehen kann. Den dritten und kleinsten Seitenarm des Buck Canyon bildet der White Canyon, der nach Norden vom Middle Fork abzweigt. An seinem Ende ragt im Hintergrund der Airport Tower empor - jener frei stehende Tafelberg, der stark ans Monument Valley erinnert. All diese markanten Gesteinsformationen kann man auch durch den bewundern. Letzterer, der sich übrigens genau nördlich befindet, ist von hier aus jedoch nicht zu erkennen, denn er wird von einigen solcher Plateauvorsprünge verdeckt auf denen sich auch der Buck Canyon Overlook befindet. Hinter dem Buck Canyon mit seinen Seitenarmen erahnt man in den Farbnuancen des Plateaubodens noch die Einkerbung des Lathrop Canyons. Den Hintergrund des Gesamtpanoramas bilden im Nordosten die meist schneebedeckten La Sal Mountains. Folgt man optisch der rechten Kliffkante des South Fork Arms des Buck Canyon (oder schaut einfach mittig unterhalb der La Sal Mountains) kann man den Colorado erkennen.
Buck Canyon Overlook, Canyonlands, Utah

Gooseberry Canyon links (305kb).

Buck Canyon Overlook, Canyonlands, Utah

South Fork des Buck Canyons (302kb).

Die steilen, roten Felsklippen unterhalb des eigenen Standorts, die so markant den Ausblick einrahmen, eignen sich übrigens hervorragend zur Erläuterung der Geologie. Sie selbst bestehen aus Wingate Sandstone und sind bis zu 208 Millionen Jahre alt. Unterhalb folgen die sich dort als im 90-Grad Winkel abgeschrägte, mit Geröll bedeckte Fläche präsentierenden Chinle und Moenkopi Formationen aus dem Zeitalter des Trias. Diese haben sich vor 208 bis 245 Millionen Jahren gebildet. Die Abgrenzung der beiden Schichten kann man an der helleren kleinen Stufe im unteren Viertel erkennen. Schließlich bildet mit dem White Rim Sandstone die Cutler Group aus dem Perm das White Rim Plateau. Das Alter dieser Schicht kann mit rund 250 Millionen Jahren datiert werden. Der Colorado als tiefster Einschnitt im Canyon fließt durch die Paradox Formation, welche vor rund 300 Millionen Jahren entstand.

Buck Canyon Overlook, Colorado, Canyonlands, Utah

Der Colorado River (399kb).

Buck Canyon Overlook, Buck Canyon, Canyonlands, Utah

White Canyon, Middle Fork und South Fork (296kb).

Den Einfluss menschlicher Besiedlung kann man vom Buck Canyon Overlook besonders gut erkennen. Grasende Rinder haben die Vegetation auf dem White Rim Plateau verändert, welches heute Dickhornschafgebiet ist. Straßen wurden in den 1950ern angelegt um nach Öl zu suchen und an der Chinle-Formation Uran abzubauen. Deutlich erkennt man die 160 Kilometer lange White Rim Road, die sich an der westlichen Seite des Buck Canyons entlang schlängelt. Die ausgebleichte Fahrbahn hebt sich klar vom dunkleren White Rim Plateau ab, und gelegentlich kann man auf ihr Fahrzeuge anhand kleiner Rauchwolken und winziger vorankriechender farbiger Punkte erkennen. Erst dieser Größenvergleich macht es möglich, die ungeheure Weite und Tiefe von Canyonlands zu erahnen. Es sind diese Vergleichspunkte, die einem beispielsweise am fehlen - was aber keineswegs dazu führt, dass er weniger beeindruckend wirkt. Im Gegenteil. Die schiere Weite nimmt Canyonlands etwas den optischen Reiz, so dass er nie die Berühmtheit seines großen Bruders erlangte. Wer sich jedoch genauer mit Canyonlands auseinandersetzt wird den National Park durchaus zu schätzen lernen.
Buck Canyon Overlook, Colorado, Canyonlands, Utah

South Fork mit Colorado (462kb).

Der Uranabbau wurde bereits in den 1960ern aufgegeben, und auch die sonstige Nutzung des Canyons spätestens seit Gründung des National Parks eingestellt. Heute kann die White Rim Road nur nach Ticketerwerb mit Geländewagen befahren werden, und bis auf einige Zeltplätze ist das von hier sichtbare Innere von Canyonlands der Natur überlassen.

Buck Canyon Overlook, Airport Tower, Canyonlands, Utah

Blick nach Norden mit Airport Tower (264kb).

Buck Canyon Overlook, Washer Woman Arch, Monster Tower, Airport Tower, Canyonlands, Utah

Hiter der Rimkante: Washer Woman Arch und Monster Tower (359kb).

Ein Stück weiter südlich vom Buck Canyon Overlook befindet sich übrigens eine von nur zwei Picknickareas im Island in the Sky District (die zweite befindet sich beim Upheaval Dome). Dort ist auch der Trailhead des Gooseberry Trails. Dies ist mit 3,3 Kilometern der kürzeste, aber auch steilste Wanderweg hinab zum White Rim Plateau. Auf 1.905 Metern startet der Weg, der auf den ersten 1,1 Kilometern rund 365 Meter zu einem ausgetrockneten Flussbett hinabführt. Diesem folgt er dann bis zur White Rim Road am Rande des Gooseberry Canyons auf einer Höhe von 1.448 Metern. Der Gooseberry Canyon ist der sich direkt südlich an den Buck Canyon anschließende tiefe Einschnitt ins White Rim Plateau. Während der Trailhead relativ gut besucht ist - zum einen wegen des relativ ebenerdigen Wegs zum White Rim Overlook an der Spitze einer sich südlich anschließenden und weit hineinragenden Landspitze, zum anderen wegen der Picknickarea - wird der Trail wegen seines Schwierigkeitsgrads gerade in der Sommerhitze kaum genutzt.

Buck Canyon Overlook, Buck Canyon, Canyonlands, Utah

Middle Fork und White Canyon (361kb).

Buck Canyon Overlook, Buck Canyom, Canyonlands, Utah

Middle Fork und South Fork (402kb).

Die beste Fotozeit für den Buck Canyon Overlook ist der Vormittag weil dann dank des Schattenwurfs ein plastischerer Eindruck der zerklüfteten Gegend entsteht. Am Nachmittag hingegen bietet sich die beste Ausleuchtung weil dann auch die vielen Hügel und Bodenunebenheiten des Plateaus sichtbar werden.

Canyonlands wäre übrigens beinahe einem Staudamm zum Opfer gefallen. Als der damalige Innenminister Stewart Udall in den frühen 1960ern Canyonlands in einem Flugzeug überflog zeigte ihm der Chief des Bureau of Reclamation, Floyed Dominy, wo er den Bau eines Staudammes für den Zusammenfluss von Colorado und Green River vorsehe. Udall jedoch sah in der Gegend eine schützenswerte Landschaft, die dann am 12. September 1964 zum National Park erklärt wurde.

(c) Stefan Kremer - Alle Rechte vorbehalten