Bay Cruise Schiffsrundfahrt San Francisco Pier 39 Golden Gate Bridge
Die identische Route der Red&White Fleet.
Will man einen ganz besonderen Ausblick auf San Francisco, Alcatraz und die Golden Gate Bridge erleben, oder einfach
nur frische Seeluft schnuppern und das Stadtpanorama in seiner vollen Länge bewundern, empfiehlt sich eine
Schiffsrundreise in der San Francisco Bay. Zwei Reeder bieten diese Rundfahrt an, die Blue & Gold Fleet zwischen
Pier 39 und Pier 41 und die Red & White Fleet an Pier 43 1/2; zum gleichen Preis und die gleiche Route. Wenn man
Alcatraz besucht kann man sich dies freilich sparen denn die Anfahrt dorthin ist eine ähnliche Tour, allerdings um das
Stück bis zur Golden Gate Bridge gekürzt. Ansonsten ist die Rundfahrt wirklich sehenswert - bei gutem Wetter versteht
sich.
Ausfahrt aus dem Hafenbecken (335kb).
Die schmale Hafenausfahrt teilen sich die Schiffe mit den Seelöwen (375kb).
Wir entschieden uns für eben diese Bay Cruise am letzten Tag in San Francisco vor unserer Weiterreise
zum Yosemite Nationalpark. Zwischen Pier 39 und Pier 41 befindet sich die Anlegestelle der Blue & Gold Fleet, die
dadurch für uns näher gelegen und somit günstiger war. An einem kleinen Büdchen erwarben wir für 17 Dollar pro Person
(18 Dollar in 2002) eine Fahrkarte und reihten uns in die lange Schlange der geduldig wartenden Mitreisenden ein. Alle
waren typische Touristen: Sonnenbrille, Fotoapparat, meist kurze Hose und T-Shirt. Nach zehn Minuten legte die Fähre an
und wir gingen über eine steile Rampe bei strahlendem Sonnenschein an Bord der blau-gelb-weiß gestreiften Fähre. Das
Boot - schon älteren Jahrgangs - war ziemlich voll, dennoch gelang es uns, einen günstigen Platz am Heck des Schiffes
zu ergattern, von wo aus wir eine hervorragende und vor allem freie Sicht hatten. Der Nachteil dieser Position war
leider, dass wir aufgrund der Fahrgeräusche den Reiseführer über die Lautsprecher nicht verstehen konnten. Aber die
Aussicht war uns wesentlich wichtiger. Nach langsamer Fahrt durch das Hafenbecken, vorbei an den Seelöwen und von
knipsenden Touristen auf den Piers flankiert, fuhren wir zunächst an der Stadt vorbei Richtung Golden Gate Bridge.
Einer unserer Reisebegleiter.
Einige Möwen hatten sich zu uns gesellt und begleiteten das Schiff fliegend bis zur Brücke. Vermutlich
werden sie von den Reisegästen gefüttert und haben sich schon an diese günstige Nahrungsquelle gewöhnt. Wie man auf dem
Foto sehen kann scheuen die Möwen nicht den Kontakt zum Menschen und fliegen in Schlagweite und bei gleicher
Geschwindigkeit wie das Boot. Dabei inspizierten sie uns genauso intensiv wie wir sie, nur geknipst hat uns keine...
Fishermans Wharf mit Coit Tower und Transamerica Pyramid (264kb).
Die Skyline San Franciscos beim Aquatic Park (291kb).
Nach der Ausfahrt aus dem Hafenbecken kann man zunächst bei der Linksdrehung des Bootes zum
Bay-Eingang hin, also Richtung Golden Gate Bridge, rechterhand die Oakland Bay Bridge mit Treasure Island sehen. Auf
der langen Fahrt zum Golden Gate kann man nun vom Schiff aus deutlich die Skyline und die schnurgeraden und parallel
verlaufenden Straßenzüge der Stadt bewundern, die sich in der Vorbeifahrt nacheinander der Länge nach öffnen und so den
hügeligen Untergrund der Stadt sichtbar machen, den man an der Skyline so nicht immer erkennen kann. Die Stadtbezirke
Fishermans Wharf mit den Piers und Telegraph Hill im Hintergrund, Aquatic Park und Ghirardelli Square mit dem Russian
Hill dahinter, Fort Mason Center, Marina Green und schließlich der unbebaute und grüne Presidio zogen langsam und
beschaulich an uns vorüber während uns die frische Seeluft um die Nase strich. Reizvoll wirkte die Takelage der
historischen Segelschiffe des National Maritime Historic Parks vor der modernen Architektur der Großstadt. Dann rückte
San Francisco immer weiter in die Ferne und wir kamen zur Golden Gate Bridge.
Die südliche Golden Gate Bridge im Gegenlicht (360kb).
Blick auf die Marin Headlands und Sausalito (256kb).
Einzigartig ist die Sicht auf die rote Metallkonstruktion, die man bei der Unterquerung detailliert
von unten betrachten kann. Unzählige Streben und Röhren bilden das Fundament der breiten Fahrbahn. Linker Hand sieht
man Fort Point unter dem südlichen Brückenpfeiler, und schon waren wir einige Meter in den Pazifik vorgedrungen. Kurz
hinter der Brücke drehte das Schiff um und fuhr wieder in die Bay zurück, nun aber auf etwas nördlicherem Kurs. In der
Ferne rückte nun das in den Hang gebaute Sausalito und die San Pablo Bay mit Angel Island in unser Sichtfeld. Die
gesamte Bay wimmelte nur so vor kleinen Segelschiffen und Yachten, deren Besitzer das gute Wetter zu einem Segeltörn
ausnutzten. Zurückblickend bot uns die Golden Gate Bridge vor dem im Sonnenlicht schimmernden Pazifik ihre volle
Breitseite, und einige unerschrockene Surfer und Segler kreuzten unser aufgewühltes Fahrwasser. Ein kalter Wind blies
uns nun von Seeseite ins Gesicht, doch wenn man sich aus dem Wind drehte sorgte die Sonne wieder für die nötige
Wärme.
Alcatraz von der weniger bekannten Rückseite (372kb).
Nach einer kurzen Fahrt erreichten wir die Nordseite von Alcatraz. Hier drosselte das Schiff wieder
seine Fahrt, damit alle in Ruhe die Insel von der der Stadt abgewandten, schattigen Seite betrachten konnten. Der
Wasserturm, der Gefängnistrakt, die Kapelle und die Verwaltungsgebäude - alles war gut zu erkennen denn wir fuhren
keine hundert Meter von der Insel entfernt. An der Anlegestelle lag bereits ein Boot vor Anker, und ein weiteres der
Konkurrenz folgte uns in sehr geringem Abstand. Irgendwie war der Anblick schon beklemmend und ich war doch froh, die
Bay Cruise der Alcatraz-Besichtigung vorgezogen zu haben. Ich konnte der kahlen Insel mit der schmucklosen
Beton-Bebauung einfach nichts Schönes abgewinnen, aber das ist Geschmackssache.
Blick zurück mit mutigem Segler (372kb).
Nachdem wir Alcatraz hinter uns gelassen hatten erreichten wir schließlich wieder die Hafeneinfahrt.
Zwischen dem Panoramarestaurant Bubba Gump und Forbes Island fuhren wir Richtung Anlegestelle. Ein rund
eineinviertelstündiger Ausflug ging zu Ende. 17 Dollar waren zwar eigentlich recht teuer, aber gelohnt hat sich dieses
kurze Intensiverlebnis meiner Meinung nach trotzdem.
(Letzte Änderung: 14.10.2002 / 01.02.2006)
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