Bryce Canyon Nationalpark Grand Staircase Hoodoos

Bryce Canyon, Utah

Der Parkeingang hinter dem Ruby's Inn (352kb).

Der Bryce Canyon befindet sich etwa 270 Meilen nordöstlich von und etwa genauso weit südlich von Salt Lake City. Er ist mit seinen rund 145 Quadratkilometern der kleinste der fünf Nationalparks von Utah, wird aber dennoch von über 1,7 Millionen Menschen jährlich besucht, und das mit gutem Grund. Farbenprächtige, erosionsbedingte Felsformationen in warmen Rot-, Ocker- und Beigetönen, die durch Wasser und Wind in den letzten 13 Millionen Jahren aus dem Sandstein des Paunsaugunt Plateaus herausgeschliffen wurden, machen ihn zum vielleicht schönsten Nationalpark der USA. Paunsaugunt ist indianisch und bedeutet "Heim des Bibers", was auf eine reichhaltige Fauna hinweist. Der Name des Parks ist jedoch irreführend: Bryce Canyon ist kein echter Canyon sondern die Abbruchkante eines Hochplateaus. Haushohe, bizarre Steinsäulen, Zinnen und Türmchen verschiedenfarbiger Sandsteinschichten ("Hoodoos") und die dazwischenliegenden halbrunden, nach Osten offenen Schluchten (Amphitheater) bilden den Übergang des Plateaus zu der tiefergelegenen Ebene im Osten. Dabei ist der hohe Eisenoxidgehalt des Gesteins für die prägende rötliche Färbung verantwortlich.
Sunset Point, Bryce Canyon, Utah

Die Aussicht am Sunset Point (388kb).

Sunset Point, Bryce Canyon, Utah

Hier wirken die Farben besonders kräftig (367kb).


Das Hochplateau hat eine Höhe von 2.406 Metern am Visitors Center und steigt dann nach Süden hin bis auf 2.748 Metern an der höchsten Stelle am an.

Mexikanische Steinkiefer, Utah-Wacholder, Amerikanischer Beifuß und Berberitze haben seinen Rand besiedelt während unten verschiedene Kiefernarten und Wacholder beheimatet sind und sich mit dem wenigen vorhandenen Boden begnügen. Im oberen Teil des Plateaus findet man Douglas-Kiefern (douglas fir), Blaue Stechfichten (blue spruce) und Kolorado-Tannen (white fir). Markant sind auch die vielen Blumen, wie Astern, Gebirgslilie, Penstemonkraut, schaftlose Schlüsselblumen, Waldreben und wildwachsende Schwertlilien.

Die Fauna im Bryce Canyon besteht hauptsächlich aus Nagetieren. Tagsüber trifft man häufig auf amerikanische Eichhörnchen, Backenhörnchen, Hamster, Grauhörnchen und Murmeltiere während abends Mäuse, Waldhörnchen, Wühlmäuse und Beutelratten den Park beleben. Aber auch Dachse, Stinktiere, Stachelschweine, Luchse, Graufüchse, Kojoten und Wiesel findet man hier. Ganz vereinzelt leben noch Pumas, Elche und Schwarzbären in der Gegend. Die Luft wird von 164 Vogelarten beherrscht, darunter Raubvögel, Mauersegler, Schwalben, Spechte, Kleiber, Feldlerchen, Blau- und Wanderdrosseln, Raben, Falken, Häher und Eulen.

Queens Garden Trail, Bryce Canyon, Utah

Queens Garden Trail (438kb).


Der Hauptgrat ist Teil der Pink Cliffs, die die höchsten und geologisch jüngsten einer Serie von Steilabbrüchen sind und sich, bekannt als Grand Staircase, durch ganz Süd-Utah erstrecken. Die Cliffs sind benannt nach der dominierenden Felsfarbe, vom beginnend nordwärts: Chocolate, Vermillion (besonders spektakulär bei Lees Ferry in Arizona), White (in der Umgebung von Gray und Pink. Während die Pink Cliffs des Bryce Canyon die oberste Stufe des Grand Staircase bilden, breitet sich dieses weiter nach Süden aus bis zum Kaibab Plateau, das ausgeprägt als North Rim des Grand Canyon die letzte Stufe darstellt. Der größte Teil des Grand Staircase ist heute Bestandteil des Grand Staircase - Escalante National Monument.
Inspiration Point, Bryce Canyon, Utah

Typische Hoodoos am Inspiration Point (473kb).

Der zunehmende Besucherandrang führte dazu, dass es im Sommer Zugangsbeschränkungen gibt. Autos mit einer Länge über 25 feet (7,62 Meter) dürfen nur bis zum Bryce Point fahren. Dafür gibt es ab dort seit kurzem einen Shuttle-Service mit drei Shuttlebus-Routen. Dadurch kann man auch längere Wanderungen im Park unternehmen und für den Rückweg den Shuttlebus benutzen. Im Park selbst gibt es ein Hotel, die The Lodge at Bryce Canyon, sowie zwei Campingplätze.

Am besten erkundet man den Bryce Canyon zu Fuß. Zahlreiche Wanderwege führen zwischen den Felsformationen oder am Fuße der Abbruchkante an den Klippen vorbei. Einer der spektakulärsten Wege ist der Fairyland Loop Trail, der auf 12,8 Kilometer Länge 274 Meter vom Plateau hinunterführt. Beachten sollte man auf jeden Fall aber, dass aufgrund der Höhenlage des Parks die Luft recht dünn und daher Klettern sehr anstrengend ist. Empfehlenswert ist auch der kurze Bristlecone Loop Trail, der am Südende des Bryce Canyon an den bis zu 1.800 Jahre alten Grannen-Kiefern (bristlecone pines) vorbeiführt.

Paria View, Bryce Canyon, Utah

Am Paria View (352kb).

Die schönste Zeit des Tages ist der Sonnenaufgang (im Sommer durchaus vor 6 Uhr!). Bei den schnell wechselnden Licht- und Schattenverhältnisse wirkt die bizarre Landschaft dann besonders beeindruckend, zumal der touristische Andrang doch sehr gering sein dürfte. Auf jeden Fall sollte man sich den Canyon vor 9 Uhr ansehen wenn das zeitlich möglich ist. Der Sonnenuntergang hingegen ist weniger spektakulär da die Sonne im Westen untergeht, die Abbruchkante jedoch nach Osten abfällt, so dass die Steinsäulen im Schatten versinken. Die Sommer im Bryce Canyon sind warm, nachts wird es jedoch kühl. Häufig gibt es an Sommernachmittagen Gewitter. Im Winter gibt es etwa sechs Monate lang eine Schneedecke, die die Steinformationen malerisch bedeckt. Der Schnee ist auch eine der Hauptursachen der starken Erosion. Die Straßen zu den Aussichtspunkten werden jedoch freigehalten und der Besucherandrang ist im Winter sehr viel geringer als im Sommer.

(c) Stefan Kremer - Alle Rechte vorbehalten


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