![]() Das Father Crowley Monument (380kb). |
![]() Der Rainbow Canyon vom Parkplatz aus gesehen (461kb). |
![]() Blick nach Osten ins Panamint Valley mit der Straße zum vorderen Aussichtspunkt (159kb). |
Man sieht die farbigen Felswände der Hügelketten der eigenen und der gegenüberliegenden Seite, den mit Sand gefüllten Talboden des Panamint Valley und die flimmernde Hitze darüber. Gleich neben dem Father Crowley Point kann man in den Rainbow Canyon herabschauen. Diese relativ kleine Schlucht begrenzt die Landzunge, auf der man sich befindet, nach Norden. Bis zur vordersten Stelle des Aussichtspunktes kann man auf einem unbefestigten, holprigen Weg mit dem Auto fahren und bekommt von dort einen Eindruck von dem, was einen im Death Valley erwarten würde. Der Ausblick ist nach Osten gerichtet, ermöglicht aber aufgrund der exponierten Lage einen eindrucksvollen Rundumblick. Besonders der Verlauf des Highway 190, den man als nächstes befahren würde, kann man nahezu komplett verfolgen. In der kargen und auf den ersten Blick vegetationslosen Landschaft ist die geteerte Straße einer der wenigen Blickfänge. Ein Stopp an diesem Punkt ist in jedem Fall lohnenswert.
![]() Ein Rundumblick von Norden nach Süden an der Spitze der Landzunge... (187kb) |
![]() ... zeigt eindrucksvoll den weiteren Straßenverlauf... (217kb) |
![]() ... und die triste Landschaft des Panamint Valley (257kb). |
Bei zweien meiner drei Stopps ereignete sich ungewöhnliches. Während wir zusammen mit anderen Touristen nichtsahnend am Rande des Rainbow Canyons standen und uns bei absoluter Stille die Sonne auf den Kopf scheinen ließen gab es plötzlich einen ohrenbetäubenden Knall, und beim erschrockenen Umdrehen konnte ich in 2003 (um 12:45 Uhr) eine F-16 (vermutlich) sehen, die auf Augenhöhe und in einem Abstand von vielleicht 100 Metern in den Rainbow Canyon abtauchte. Ich war zwar für einige Minuten nahezu taub, aber ich konnte trotz der enormen Geschwindigkeit den Helm des Piloten deutlich erkennen. Nachdem ich drei Jahre später meinem Mitreisenden von diesem Erlebnis berichtete und wir wieder an dieser Stelle standen (um 10:45 Uhr) hörten wir plötzlich erneut das markante Geräusch, aber leiser. Nach kurzer Suche am knallblauen Himmel entdeckte ich wieder einen Kampfjet, allerdings dankbarerweise in größerer Entfernung. Diesmal wollte der Pilot offenbar keine Touristen erschrecken; im Gegenteil. Mit einen Looping machte er sein Erscheinen zum bestaunten Ereignis und verschwand wieder in der Ferne. Dies irgendwie ahnend hatte ich meine Kamera griffbereit und konnte das Manöver sogar filmen (diese Geschichte, besonders die von 2003 mit dem Piloten auf Augenhöhe glaubt einem ja eh niemand).
Benannt ist die Stelle nach John J. Crowley, dem Padre des Tals. Er wurde am 8. Dezember 1891 in County Kerry in Irland geboren. Seine Familie emigrierte 1903 nach Worchester. 1911 schloss sich Crowley dem Holy Cross an. Während seiner Studienzeit betätigte er sich bereits schriftstellerisch. Nach seinem Abschluss reiste er nach Los Angeles, wo er bis 1919 in zwei katholischen Gemeinden diente. In der Folge war er für vier Gemeinden in den Wüstenregionen zuständig, von denen die erste flächenmäßig fast genauso groß war wie ganz Irland. Seine nördlichste Kirche war in Bishop, seine südlichste stand in Barstow. Sein Zuständigkeitsbereich umfasste den höchsten und den tiefsten Punkt der Vereinigten Staaten, Mt. Whitney und Death Valley.
![]() Die Fahrt geht weiter ins Panamint Valley hinunter (366kb). |
![]() Der Highway an sich ist schon ein Erlebnis (145kb). |
![]() Wie gut, dass das Auto eine Klimaanlage hat (204kb). |
In den ersten 16 Monaten seines Dienstes legte er mit seinem Ford Model T 50.000 Meilen auf den unbefestigten Straßen der Gegend zurück. Im Auto hatte er einen Schlafsack für Notfälle, und ansonsten trug er seine markante "Uniform": Reiterstiefel, eine khakifarbene Reiterhose und ein ebenso gefärbtes Shirt, was als Schutz für seine darunter befindliche Priesterbekleidung diente. Nach fünf Jahren in der Wüste wurde er 1924 Pastor in der St. Johns Cathedral in Fresno. Als er zehn Jahre später ins Owens Valley zurückkehrte war er entsetzt. Die Wasserreserven des Valley war für die Versorgung der wachsenden Stadt Los Angeles herangezogen worden und das Tal, in dem zuvor Landwirtschaft betrieben wurde, verdörrte mehr und mehr. Father Crowley, nach dem auch Lake Crowley benannt ist, lebte nun bis zu seinem Tod in Lone Pine. In dieser Zeit machte er es sich zur Lebensaufgabe, das Owens Valley und seine Bewohner zu retten. Er sorgte dafür, dass die Filmindustrie hier zahlreiche weltberühmte Western drehte und der Tourismus auf die Region aufmerksam wurde. Vielen bekannten Schauspielern wie Cary Grant, Victor McLaglen oder Douglas Fairbanks Jr. wurde er ein Freund. Eines seiner Ziele war es außerdem, die Bewohner zu vereinen, über alle konfessionellen Grenzen hinweg. So wurde er "The Padre", hielt Sonntags eine Messe in Lone Pine und in Bishop. Über 200 Kolumnen seiner humorvollen und menschlichen "Sage and Tumbleweed"-Geschichten erschienen in jener Zeit in der Presse. Zahlreiche Publicity-Aktionen wie das "Wedding of the Waters" 1937, bei dem unter Teilnahme von Präsident Roosevelt ein Schlauch mit Gletscherwasser von Mt. Whitney nach Badwater gebracht und dort vom Präsidenten mit dem dortigen Salzwasser vereint wurde, oder das Abhalten der ersten Messer auf Mt. Whitney am 14. September 1934 sorgten schließlich dafür, dass das Lebenswerk von Father Crowley sein Ziel erreichte. Den Bau eines neuen Staudamms, durch den der Crowley Lake entstand und das Tal mit Wasser versorgte, erreichte er unter anderem dadurch, dass er den Chefingenieur aus Los Angeles in einem Besprechungszimmer einsperrte, bis dieser dem Bau zustimmte.
Father Crowley starb im September 1940 bei einem tragischen Autounfall als er mit seinem alten Ford während der Rückreise von einer Werbetour aus San Francisco einem Stier auf dem Highway ausweichen musste und mit einem entgegenkommenden LKW kollidierte. Ein Steinmonument am Parkplatz erinnert an den beliebten "Wüsten-Pater" .
Nachdem wir ausgiebig die Aussicht genossen und schon einen ersten Eindruck von der Temperatur gewonnen hatten (die ja im Tal noch wesentlich höher sein würde als hier) fuhren wir in weiten Kurven auf dem Highway 190 hinunter in das Seitental ehe wir über den 1511 Meter hohen Towne Pass in das eigentliche nördliche Death Valley gelangten. Unser nächster Halt war an den Mesquite Flats Sand Dunes.
(Letzte Änderung: 24.02.2007)
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