Ob man das Death Valley nun besucht oder nicht sei jedem selbst überlassen. Immerhin 1,2 Millionen
Besucher (2000) finden jährlich den Weg ins Tal. Wir hatten auf unserer Rundreise durch den Westen der USA eine
Übernachtung mitten im Death Valley eingeplant. Einige hatten uns von diesem Unternehmen abgeraten, andere betrachteten
diesen Zwischenstopp als ein Muss. Da wir auf unserem Weg nach Las Vegas zwangsläufig durch das Tal mussten buchte ich
also eine Übernachtung im einzigen bezahlbaren Motel im Tal, der Furnace Creek Ranch. Diese liegt wirklich mitten drin
direkt am Highway 190. Dabei ist die Ranch mehr als ein simples Motel. In einer künstlich angelegten Oase mit Palmen und
üppiger Vegetation gelegen bietet die Anlage neben dem einzigen unter dem Meeresspiegel gelegenen Golfplatz der Welt,
einem großen Store und einem Freibad auch ein Museum und einen Saloon.
10 dieser Häuser bilden den Appartmentbereich (368kb).
Nicht luxuriös, aber schlicht - unser Zimmer (367kb).
Wir erreichten die Furnace Creek Ranch am Nachmittag. Bei immer noch brütenden 40 Grad Celsius
schleppten wir unsere Koffer in unser Zimmer und freuten uns schon auf die vorhandene Dusche. Doch daraus wurde nichts.
Das Wasser hatte in etwa Lufttemperatur, was nicht sehr hilfreich war. Und die riesige Klimaanlage im Zimmer war zwar
nett, aber leider auch unangenehm laut, so dass wir sie lieber nicht benutzten. Insgesamt war unser Zimmer eher
spärlich und preiswert eingerichtet; die Moskitos abwehrende Schutztüre, die außen vor der Verandatüre angebracht war,
fiel schon bei der ersten Berühren aus dem Rahmen, und ein paar richtige Kawenzmänner von Spinnen sorgten für die
nötige Abenteuerstimmung. Trotz allem, die enorme Hitze ermattete so sehr, dass wir doch problemlos schlafen konnten -
das erste mal unterhalb des Meeresspiegels, denn so tief liegt die Ranch. Doch vorher stand die Inspektion der Ranch
an.
Da freut sich der Hobbygärtner: Mutierte Riesenspargel stehen Spalier (367kb).
Der Rundgang brachte Erstaunliches zu Tage. Jeder Baum und jedes Pflänzchen, dem wir uns näherten,
begrüßte uns mit einem freundlichen Geplätscher. Offenbar hat jedes Gewächs in dieser "Oase" seine eigene kleine
Wasserzufuhr nebst Pumpe - was für eine Verschwendung. Alleine der Golfplatz verbraucht 4 Millionen Liter Wasser - pro
Tag! Und Pflanzen gibt es auf dem Gelände der Ranch wahrlich viele. Gleich neben dem Museum ist ein kleiner Palmenhain
angelegt worden, leider nach Schachbrettmuster und daher wenig oasenhaft. Das besagte Museum zeigt Relikte aus der
Pionierzeit als hier die seinerzeit wertvolle weiße Substanz Borax abgebaut wurde. Borax wird zur Keramik- und
Glasherstellung verwendet, war seinerzeit aber hauptsächlich zur Waschmittelherstellung sehr gefragt. Zu sehen gibt es
im Freien eine alte Lokomotive, Planwagen und andere gut erhaltene Gegenstände aus vergangenen Zeiten. Allerdings ist
das Museum großteils unter freiem Himmel und nur tagsüber geöffnet wenn man vor Hitze keinen unnötigen Schritt macht.
Dementsprechend konnten wir nur von außen über den Holzzaun schauen.
Das Borax-Museum in der Furnace Creek Ranch (400kb).
Im Store der Ranch besorgten wir uns schließlich etwas Essbares für den Abend. Zwar gibt es einen
Saloon mit Steakhouse, aber auf ein Steak hatten wir spontan keinen Appetit mehr als wir die Preisliste sahen. Ein
Sandwich musste reichen, das wir stilecht auf einer Bank der Saloonveranda genossen - bei immer noch 36 Grad in der
Dunkelheit.
Wer durch das Death Valley fährt und wegen der abgelegenen Lage dort übernachten muss hat nicht
viele Alternativen zur Furnace Creek Ranch. Erwarten sollte man nicht zuviel von der Unterkunft, ein einmaliges
Erlebnis ist es aber allemal.
(Letzte Änderung: 01.02.2006)
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