Kingman Motel 6 Buellton Pismo Beach

Interstate 40, Mojave Wüste, Kalifornien

Sonnenuntergang auf dem I-40 vor Kingman (160kb).

 Ich empfehle diese Unterkünfte:
Hotelempfehlung Shore Cliff Lodge
 Ausführlichere Infos gibts hier.
Der Abschied vom Grand Canyon fiel uns schwer. Vor uns lagen anderthalb Marathon-Tage, in denen wir rund 1.000 Kilometer von Tusayan bis nach Buellton zurücklegen sollten. Die Strecke verlief hauptsächlich durch die karge Mojave-Wüste, die man auf diesem langen Weg zwischen Kingman und Barstow durchqueren muss, ohne Sehenswürdigkeiten und lohnende Stopps. Irgendwie war ich aber auch froh, nach all dem Sightseeing und den vielen Nationalparks endlich mal eine ruhigere Strecke vor mir zu haben. Erst gegen 16:30 fuhren wir los, so lange hielt uns der Canyon in seinem Bann. Vorgebucht hatten wir auf dieser Strecke nicht, waren aber zuversichtlich, dass dies keine Probleme bereiten würde.
Route 66, Kingman, Arizona

Jetzt eine Harley und ab nach Hackberry... (306kb)

Motel 6, Kingman, Arizona

Ein hervorragendes Zimmer für wenig Geld (292kb).

Unser erstes Ziel hieß Kingman, eine der wenigen größeren Städte am Interstate 40. Ein wirklich schöner Sonnenuntergang über dem breiten Wüstenhighway begrüßte uns und machte deutlich, dass es nun besser sei, ein Quartier zu suchen. So fuhren wir an Exit 53 vom Highway ab und fanden direkt links zwischen der Abfahrt und der East Andy Devine Avenue ein sehr ansehnliches und zudem spottbilliges Motel der Kette Motel 6. Die Zimmer waren Klasse, der Preis unschlagbar und gleich nebenan befand sich ein Restaurant der Schnellimbisskette Denny's. Jörg war das ewige Zimmerknipsen leid und hat kurzerhand sein Bett zerwühlt bevor ich mein Foto schießen konnte ;-) Nachdem wir das Zimmer bezogen hatten trieb uns der Hunger rüber zu Denny's. Dabei machte ich eine unverhoffte Entdeckung: unser Motel lag direkt an der legendären Route 66! Wäre direkt vor unserem Parkplatz nicht ein großes blaues Highwayschild gewesen, wir hätten es nicht bemerkt. So aber können wir stolz behaupten, die Route 66 befahren zu haben - wenn auch nur 50 Meter.

Motel 6, Kingman, Arizona

Das schmucke Motel 6 in Kingman (351kb).

Im Denny's wagte ich angesichts der ungewohnt unkünstlich aussehenden Speisen der anderen Gäste, ein Steak zu ordern, das auch prompt meine Erwartungen erfüllte. Damit schob sich nach Wendy's jetzt auch Denny's in meiner Gunst vor McDonalds... Leider machte sich nun auch ein Sonnenbrand bemerkbar, den ich mir trotz Schutzfaktor 30 am Grand Canyon zugezogen hatte. Man wird halt ziemlich unachtsam wenn ein kühles Windchen weht und man sich ja eingecremt hatte. In meinem Fall - ich will es nur kurz erwähnen damit vielleicht andere auch drüber nachdenken und nicht den gleichen Fehler machen - waren meine Knie das Problem. Die kurze Zeit als ich auf dem Mäuerchen am Grand Canyon gesessen hatte war wohl ausreichend, um die Haut unter der dann höher gerutschten knielangen Hose ordentlich zu durchdringen. Wie gut, dass ich kühlende Salbe für diesen Fall dabei hatte, sonst wäre die Nachtruhe dahin gewesen.

Am nächsten Morgen hieß es früh aufstehen. Nach einem gewohnt reichhaltigen Frühstück - ich liebe das amerikanische Breakfast mit Spiegeleiern, Speck und Schinken - stand uns eine der längsten Fahrstrecken bevor; die längste wie sich abends herausstellen sollte.

Unser Tagesziel hieß Santa Barbara, und das erreichten wir bei einsetzender Dämmerung. Wir hatten wie gesagt keine Unterkunft vorgebucht, und so fuhren wir etwas planlos durch die Stadt auf der Suche nach einem Motel. Die erste Abfahrt vom Highway führte uns nicht zum Ziel sondern in ein Wohnviertel. Nur mühsam fanden wir den Weg zurück zum Highway, denn wir waren in ein Netz aus Einbahnstraßen geraten (wobei uns unser GPS wegen dieser fehlenden Zusatzinformationen nicht weiterhalf). Auf dem Highway sahen wir bei der Weiterfahrt zwar noch Werbeschilder von Hotels, aber jedes mal nur nachdem wir vorbeigefahren waren oder an Stellen wo es keine Ausfahrt gab. Wir entschieden uns angesichts der herannahenden Dunkelheit weiterzufahren und keine Zeit im Verkehrsgetümmel der Stadt zu verschwenden. Etwas außerhalb würden wir schon eine gute und auch preiswertere Bleibe finden. Mit dem GPS in der Hand suchte ich nach den nächsten Orten. Ich erinnere mich noch genau: Gaviota, laut Karte und GPS ein Ort nur unwesentlich kleiner als Santa Barbara. Wir fuhren also vom Highway ab und waren auf einer schlecht geteerten Nebenstraße - eine Seltenheit und daher schon sehr verdächtig. Eine hölzerne Toreinfahrt ala Southfork Ranch führte zum wohl einzigen Anwesen der "Stadt"... Schnell drehten wir um und fuhren zur nächsten Ortschaft. Man merke: auch wenn ein Ort noch so unbedeutend ist, im weitläufigen Amerika erscheint er offenbar immer auf der Karte. Wir hätten von der 3-Häuser-Metropole am Mono Lake, Lee Vining, schon gewarnt sein sollen...

Motel 6, Buellton, Kalifornien

Unsere "Notunterkunft" in Buellton (331kb).

Nach einer Weile gelangten wir nach Buellton, das landeinwärts liegt. Hier fanden wir direkt in der kleinen Ortschaft endlich ein Motel - nach 750 Tageskilometern. Es war schon dunkel, daher nahmen wir auch ein Raucherzimmer in Kauf - es war das einzig freie. Das Zimmer war dann auch das mit Abstand schlechteste der Reise; sehr beengt und verqualmt, hatte aber dennoch den gewohnten Standard wie man auf dem Foto sehen kann. Glücklicherweise befand sich in unmittelbarer Nähe ein McDonalds - das war zwar nicht unser Traumrestaurant, aber besser als nichts. Der Laden war leider auch nicht der saubersten einer, trotz massivem Personalaufgebot. Wie sagt man so schön, der Hunger treibt's rein. Dafür fanden wir nun Gelegenheit auszudiskutieren, wie man den Ortsnamen korrekt ausspricht.

Am nächsten Morgen fuhren wir früh los - bloß raus aus der Raucherhöhle. Das Wetter hatte leider immer noch kein Einsehen mit uns und bedeckte den Himmel mit einer dichten Wolkenschicht. Wir fuhren von Buellton wieder ein Stück nach Süden bis Las Cruces, wo der Highway One sich vom US 101 westwärts trennt. Mit ein paar Sandwiches als Frühstück fuhren wir den Highway Number One nun weiter nach Norden. Die Straße schlängelte sich durch diese landschaftlich sehr schöne Region. Sanfte Hügel mit saftigen Wiesen links und rechts des Highways waren eine angenehme Abwechslung zu der vorher durchquerten Mojave-Wüste. Überhaupt machte diese Region einen ungewöhnlichen Eindruck. Schon die Ortsnamen klangen alles andere als amerikanisch: Lompoc, Nipomo, Solvang, Guadalupe... Solvang muss in diesem Zusammenhang kurz erwähnt werden, denn das kleine Städtchen ist dänischen Ursprungs und vermittelt auch heute noch durch seine Architektur inklusive Windmühlen diesen Flair. Ursächlich für die blumenreiche Landschaft ist jedoch die Tatsache, dass die Stadt Lompoc zwar auch wegen ihrer über 60 Wandgemälden bekannt ist, in ihrem Umland aber auf riesigen Blumenfeldern die meisten Schnittblumen und Blumensamen der USA angepflanzt werden - entgegen allen Erwartungen ist Lompoc aber nicht von niederländischen Siedlern gegründet worden.

Die kurze Strecke zwischen Gaviota und Pismo Beach verlief deshalb abseits der reizvollen Küste, weil sich in dieser Zone die Vandenberg Airforce Base befindet - militärisches Sperrgebiet sozusagen.

Pismo Beach, Kalifornien

Die Oceano Dunes bei Pismo Beach (241kb).

Pismo Beach, Kalifornien

Blick auf die Strandhäuser bei Pismo Beach (262kb).

Wir erreichten die Westküste wieder bei Pismo Beach. Leider hatte sich der Himmel in Wassernähe in leichten Nebel gehüllt und der sicherlich sehr schöne Strand wirkte eher trostlos; keine Menschenseele weit und breit. Dennoch mussten wir natürlich einen kurzen Spaziergang machen, einmal zum Wasser und die Wellen beobachten, zum ersten Mal über den Sand am Pazifik laufen. Die Abwesenheit der Menschen nutzten unzählige Vögel für einen ausgiebigen Strandbesuch. Hätten wir angefangen sie zu füttern, wäre das sicher sehr unschön geworden... Von Oktober bis Mai machen bei den Bäumen am Strand unzählige Schmetterlinge Station. Dieser Umstand ist mittlerweile viel berühmter als das namensgebende einheimische Weichtier, die Pismo Clam (Muschel), von denen in der Blütezeit über 45.000 am Tag kommerziell geerntet werden konnten. Heute sind die Bestände durch diesen Raubbau und die Seeotter stark dezimiert, und man darf nur mit einer speziellen Lizenz maximal 10 Pismo Clams am Tag ernten. Dies alles nicht mal ahnend fuhren wir nach einer Viertelstunde frischer Seeluft weiter. Der Pazifik sollte von nun an unser ständiger Begleiter zur Linken sein, nur hier und da waren wir gezwungen, die unmittelbare Küstenregion zu verlassen.

Der nächste Streckenabschnitt führte durch San Luis Obispo nach Morro Bay. Diese Bucht ist bekannt durch Morro Rock, einem riesigen, 176 Meter hohen, kegelförmigen Felsenhügel am Eingang der Bucht. Dieser ist schon von Weitem zu sehen, und natürlich ein Touristenmagnet.

(Letzte Änderung: 27.07.2005)




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