Im Folgenden werde ich den Teil des Las Vegas Strip mit seinen Hotels beschreiben, den wir auch besucht haben. Natürlich gibt es noch viel mehr in der Stadt zu sehen, aber selbst die Hotelbeschreibungen würden diese Seite sprengen. So beschränke ich mich auf das Wichtigste. In den Links am Ende der Seite könnt Ihr bei Interesse mehr Informationen über die einzelnen Hotels und die nicht hier erwähnten Dinge erhalten.
![]() Die Kreuzung von Las Vegas Blvd. und Tropicana Ave. mit dem New York-New York und dem MGM (397kb). |
Zunächst führte uns der Weg zum Anfang 1997 errichteten New York-New York. Hier wurde die Skyline der Ostküstenstadt aus Pappe nachgebildet, zwischen den einzelnen Hochhäusern windet sich in schwindelerregender Höhe die weltgrößte Achterbahn "Manhattan Express". Im Inneren kann man in Little Italy Essen gehen, in Motown Musik hören oder in einem Nachbau der Greenwich Village mit rauchenden Gullideckeln und der "original" New Yorker Müllabfuhr Café trinken... Als wir dort waren, war jedoch alles sehr überlaufen, die rasante Fahrt mit der Achterbahn hat aber Spaß gemacht. "Lord of the Dance" wird ebenfalls im Hotel aufgeführt. Trotz des allgegenwärtigen Geklimpers der Geldautomaten kann man den Flair der Großstadt erahnen. Vor dem Hotel befindet sich ein Nachbau der Freiheitsstatue in 3/4 der Originalgröße und der bekannten New Yorker Brooklyn Bridge. Gleich hier stießen wir auf die berüchtigten mexikanischen Prospektverteiler. Eine ganze Hundertschaft steht entlang des Bürgersteigs Spalier, in einer Tasche einen Packen Prospekte der nicht jugendfreien Art, in der Hand ein aufgerolltes Exemplar. Geht nun der ahnungslose Tourist vorbei, wird das gerollte Prospekt auf die freie Hand geschlagen und dem reflexartig hinschauenden Touristen unter die Nase gehalten. Wer automatisch zupackt hat ein Problem, seinen Kindern die vielen bunten Bildchen zu erklären, wer es sein lässt redet sich fortan den Mund fusselig, denn wer noch kein Prospekt in Händen hält wird von jedem Mexikaner mit einem freundlichen Heftklatschen genervt. Wir wussten von dieser Taktik, nahmen also das erste Prospekt und hielten es gut sichtbar in der Hand, um dann unsere Ruhe zu haben. Einzige löbliche Ausnahme war ein netter Mensch, der auf gleiche Weise einen werbefreien und durchaus brauchbaren Stadtplan unter den Menschen verteilte.
| TIP: Wer gerne den Knast von innen sehen will lässt sich auf ein Techtelmechtel mit einer Prostituierten ein, denn in Las Vegas ist mit Ausnahme einiger weniger Straßen die Prostitution strikt verboten, was die Polizei auch strengstens durch als Prostituierte getarnte weibliche Polizisten überwacht. Also Finger weg, sonst klicken die Handschellen (wie dereinst bei Hugh Grant). |
Hinter dem New York-New York gibt es einen Hubschrauberlandeplatz. Hier kann man, das nötige Kleingeld (rund 50-80 Dollar) vorausgesetzt, einen Rundflug über die Stadt buchen. Die Wartelisten sind aber vermutlich sehr lang. Gleich nebenan gibt es mehrere Souvenirläden, die wir auf der Suche nach einem netten Mitbringsel kurz besucht hatten. Doch außer allerlei Kuriosem und Geschmacklosen gab es neben Kitsch und Tinnef leider keinen Gegenstand, der es wert gewesen wäre, unser Reisegepäck zu ergänzen.
![]() Das MGM Grand ist das größte Hotel in Vegas (340kb). |
Gegenüber des New York-New York befindet sich das MGM Grand. Dieses hatte früher einen goldenen Löwen als Eingangsportal durch dessen riesiges Maul man das Hotel betreten konnte. Doch da die asiatischen Besucher nicht durch das Maul eines Löwen gehen wollten wurde dieser berühmte Eingang umgebaut und dafür eine 45,3 Tonnen schwere Löwenstatue errichtet, die größte Bronzestatue der USA. Dennoch fehlt dem Hotel jetzt leider der "Hingucker" denn selbst die gigantische Statue fällt angesichts der in Las Vegas üblichen Dimensionen kaum ins Auge. 5.005 Zimmer machen das MGM Grand zum größten Hotel in Las Vegas. Ebenfalls "grand" ist der Casinobereich, der der größte der Welt ist. Aus dem MGM Garden, einer 17.157 Sitze umfassenden Arena, werden oft Boxkämpfe, Konzerte und andere Ereignisse in alle Welt übertragen.
![]() Eines der besten Hotels: das Bellagio (406kb). |
![]() Die Wassershow ist wirklich gut (348kb). |
Vor dem Bellagio Hotel wird eine nette Wasserorgel-Show geboten. Von 15 bis 24 Uhr ertönt im 30- (bis 18 Uhr) bzw. 15-Minuten-Takt ein klassisches oder modernes Musikstück, das durch das emporschießende Wasser aus den 1.200 Wasserdüsen und 4.500 Scheinwerfern im 3,5 Hektar großen See vor dem Hotel eindrucksvoll untermalt wird. Die Wasserorgel ist gigantische 300 Meter lang, die Fontänen erreichen eine Höhe von bis zu 75 Metern. Diese wird aber nicht bei allen Vorführungen erreicht. Wir haben uns insgesamt zweimal die Show angesehen und nur einmal die maximale Wassersäulenhöhe erlebt. Dabei entsteht ein lauter Knall, ähnlich einem Peitschenhieb. Je nach Windrichtung bekommt man dabei schon mal etwas Wasserdunst ab, trotzdem ist die 3- bis 5-minütige Show ein kurzes Verweilen an der Promenade wert. Übrigens, wenn Ihr das Pech habt und Las Vegas bei starkem Wind besucht müsst Ihr auf sämtliche Außenshows verzichten denn dank der nahen Wüste kann sich leicht ein Sandsturm entwickeln. Das Bellagio war das erste 5-Sterne-Hotel in Las Vegas und wurde am 15. Oktober 1998 eröffnet.
![]() Da brodelt der Vulkan... Hotel Mirage (296kb). |
Etwas weniger spektakulär ist der Vulkan des Mirage (3.049 Betten). Ein aus mehreren Wasserkaskaden bestehender kleiner Berg mit Palmen und einem üppigen Wasserfall verwandelt sich alle 15 Minuten in einen feuerspeienden Vulkan, bei dem nacheinander die verschiedenen Stufenbecken in Flammen aufgehen. Bis zu 40 Meter hoch wird die "Lava" ausgespuckt. Das ist nett anzusehen, aber in anbetracht der wesentlich interessanteren Außenshows eher Beiwerk. Dafür kann man im Mirage die weltberühmten Vorstellungen des deutschen Magier-Duos "Siegfried und Roy" und ihrer weißen Tiger besuchen. In der Lobby des vom Stil auf Polynesien ausgerichteten Hotels gibt es ein Aquarium mit echten Haien und über 1.000 verschiedenen Fischarten. Da darf natürlich auch ein Regenwald nicht fehlen, der einige über 50 Jahre alte Palmen vorweisen kann. Und der Secret Garden of the Mirage beherbergt sechs vom Aussterben bedrohte Tierarten.
Das Caesars Palace ist eines der bekanntesten und luxuriösesten Hotels vor Ort. Besonders erwähnenswert sind die vielen Boutiquen der Forum Shops. Für Kunstliebhaber bietet das Hotel zwei originalgetreue Repliken: der Brahma Shrine am Strip ist eine originalgetreue Nachbildung des thailändischen Buddha-Schreins und im Hotel kann man Michelangelos "David" bewundern. Caesars Palace ist ganz im römischen Stil gehalten - Säulen und Statuen prägen das Bild - es wirkt aber im Vergleich zu den anderen Hotelriesen mit seinen 2.471 Zimmern a 40 Quadratmetern aufgrund seiner Architektur eher unscheinbar. Der Kontrast wird am ehesten deutlich wenn man einen Blick auf das gewaltige Venetian etwas nördlicher auf der anderen Straßenseite gegenüber dem Treasure Island wirft. Dieses ist das 1999 fertiggestellte Hotel mit 3.036 Suiten ab 65 Quadratmeter. 1,5 Milliarden Dollar kostete das Bauwerk. Kanäle, Rialto-Brücke und Campanile vermitteln das Gefühl, sich in Venedig zu befinden. Auch der Markusplatz darf nicht fehlen; selbstverständlich mit einem echten Taubenschwarm. Als Krönung des Luxus besitzt jedes Zimmer ein eigenes Faxgerät. Vom Strip aus gesehen ist das Venetian allerdings eher schmucklos; ganz im Gegensatz zum weiter nördlich gelegenen Paris Las Vegas (2.916 Zimmer), das einen voll beleuchteten Eiffel-Turm-Nachbau im Maßstab 1:2 als Blickfang bietet. Auch der Arc de Triomphe, der Louvre und die Pariser Oper wurden im gleichen Maßstab nachgebaut. 2.916 Zimmer im französischen Stil erwarten den Besucher in dem 1999 eröffneten Hotel.
Bemerkenswert war auch das "World of Coca Cola"-Gebäude, das allerdings am 07.03.2000 geschlossen wurde und von uns nur noch von außen zu bewundern war. In diesem mit einer riesigen Cola-Flasche verkleideten Haus bot Coca-Cola alle Getränke an, die die Firma jemals produziert hat - und das sind über 150! Aber keine Sorge, auch wenn die meisten nur eines davon kennen hat man nicht viel verpasst, denn eins schmeckt grauslich süßer als das andere wie ein Freund zu berichten weiß, der das Museum früher besucht hatte.
![]() In dieser Idylle tobt gleich eine Seeschlacht (412kb). |
![]() Die Piraten rüsten sich zum Angriff (400kb). |
Einer der absoluten Highlights der Promenade ist die Piratenshow ("Buccaneer Bay Seeschlacht") des Treasure Island (2.885 Zimmer), die täglich ab 16 Uhr im 90-Minuten Takt stattfindet. Hier sollte man mindestens eine halbe Stunde vor der Vorführung eintreffen wenn man einen guten Platz ergattern will. Beiderseits des hölzern beplankten Zugangs zum Hotel befinden sich Wasserbassins. Auf der linken Seite befindet sich das Piratenschiff Hispaniola in voller Größe und 59 Tonnen schwer, auf der rechten Seite ist zunächst außer dem schönen Diorama nichts zu sehen. Bei der Vorstellung wird's dann aktionsreich. 40 Stuntman verwandeln die friedliche Landschaft zu einem Kriegsschauplatz. Von rechts nähert sich die britische Fregatte HMS Britannia, und nach kurzem Wortwechsel beginnt eine kleine Seeschlacht. Wer in der ersten Reihe steht wird sich wundern, wie heiß die Feuerbälle sind, die beim Einschlag der Kugeln am Piratenschiff gezündet werden. Nach zehn Minuten und rund 100 pyrotechnischen Effekten ist alles vorbei, die Piraten sind siegreich und alle sinds zufrieden. Durch eine Hochbahn sind das Treasure Island und das Mirage miteinander verbunden.
![]() So macht man's: die Illusion ist "perfekt"... |
Der völlige Flop ist im Vergleich zu den anderen Darbietungen die Vorführung des Excalibur. Unter düsterer Musik erscheint im Burggraben ein großer Pappdrache aus seinem Unterschlupf und faucht ohrenbetäubend umher. Dabei schwenkt er seinen Kopf - so wie der Baggerfahrer das gerade hinbekommt - und speit Feuer. Das kann natürlich nicht so bleiben, und flugs geht am Wassergraben der großen Burg ein Türchen auf. Ein winziges Hutzelmännchen erscheint, dessen Schatten jedoch gigantisch wirkt. Mit einigen frommen Zauberformeln wird der böse böse Drachen schließlich besiegt, langsam senkt er sich zurück in seine Höhle. Dann wird das Merlin-Imitat zurück in sein Häuschen gezerrt und das grausige Schauspiel hat ein Ende. Vor lauter Furcht hat's mir dabei glatt die Kamera verwackelt...
![]() Wie im alten Ägypten... in der Luxor-Pyramide (434kb). |
![]() Blick auf die Zimmer in der Pyramidenkuppel (411kb). |
Das Luxor, mit 4.476 Zimmern drittgrößtes Hotel der Welt (2002), hat keine eigene Außenshow, lenkt aber durch einen riesigen Laser-Scheinwerfer, der aus der Spitze des als Pyramide geformten Hauptgebäudes weit in den Nachthimmel empor scheint, die Aufmerksamkeit auf sich. In der südwestlichen Ecke der "Crossroad of the Century" gelegen ist es zwischen Excalibur und dem Mandalay Bay gelegen das momentan vorletzte der großen Hotels am südlichen Ende des Strip. Die besondere Faszination dieses Hotels erschließt sich erst im Inneren. Die gesamte 110 Meter hohe und von außen verspiegelte schwarze Pyramide ist nicht nur größer als die meisten ägyptischen Originale sondern auch innen hohl. Die Hotelzimmer hängen quasi an der Außenwand der nach oben spitz zulaufenden Pyramide. Die Flure der 30 Etagen und die 39 Grad steilen Aufzüge in den vier Ecken der Pyramide haben freien Blick auf das zentral im Erdgeschoss gelegene Casino und den auf ägyptisch getrimmten Attraktionen. Hierzu gehören riesige Figuren von Sphinxen, Obelisken, der durch die Pyramide fließende Nil mit Booten, ein IMAX-Kino und die üblichen Spielmöglichkeiten. Dem Ambiente entsprechend läuft das Personal in ägyptischen Gewändern herum. Das Luxor ist ein wirklich sehenswertes Hotel, das sich durch seine einzigartige Architektur am deutlichsten von allen anderen abhebt. Man kann es ganz bequem durch einen breiten unterirdischen Gang mit Monorail vom Excalibur aus erreichen.
(Letzte Änderung: 11.01.2003)
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