Snow Canyon State Park - Rote Felsen der Red Mountains bei St. George

Snow Canyon, Utah

Eine für den Snow Canyon typische Felskulisse... (341kb)

Snow Canyon, Utah

... hinter grünen Büschen und sandigem Boden (415kb).

Snow Canyon, Utah

Erodierte Felswände (504kb).

Snow Canyon, Utah

Die doch teils recht flachen Wände des Canyons (350kb).

Snow Canyon, Utah

Hinweistafel an einer Parkbucht (265kb).

Er ist wenig bekannt, und dennoch sehenswert: der Snow Canyon in Utah. Mit nur 23 Quadratkilometern ist er einer der kleinsten Parks im Land. Seine Lage ist relativ versteckt, weswegen der Besucherandrang ziemlich gering ist. Doch gerade das macht ihn noch interessanter. Fährt man in St. George den Highway 18 nach Norden erreicht man nach rund 12 Kilometern den Eingang zum Snow Canyon State Park. Schon die Fahrt hierher ist bemerkenswert. Die tiefroten Felswände der Red Mountains, die die gesamte Region prägen, sind schon von St. George aus sichtbar. Zusammen mit den saftigen grünen Wiesen und tropischen Bäumen im Ort bildet dies eine erstaunlich harmonische Symbiose aus Flora und Fels, und dabei ist man noch gar nicht im State Park. Man versteht aber, warum der Ort auch "Utahs Palm Springs" genannt wird, oder "der Ort, wo die Sommersonne überwintert". Kurz hinter einem Golfplatz, der sich rechts neben dem Highway 18 befindet, geht auf der linken Seite des Highways der Snow Canyon Parkway ab. Dieser führt zum Örtchen Ivins. Dass man richtig ist erkennt man an den langen und wunderschönen Mauern im Adobe-Stil, die sich auf beiden Seiten des Parkways entlangschlängeln. Vor dem Ortseingang von Irvins biegt man rechts auf den Highway 300 ab. Dieser führt nun von Süden nach Norden durch den Snow Canyon und mündet wieder auf dem Highway 18.
Snow Canyon, Utah

Von diesem Parkplatz aus... (352kb)

Snow Canyon, Utah

... kann man in das orange Sandfeld gehen (374kb).

Snow Canyon, Utah

Im nördlichen Teil weitet sich das Tal (304kb).

Snow Canyon, Utah

Kleinere Felsformation (261kb).

Eingerichtet wurde der State Park 1959. Es werden Eintrittsgebühren erhoben - 5 Dollar pro Fahrzeug (2006) können an einem meist unbesetzten Kassenhäuschen in einen Umschlag gesteckt werden, aus dem man sich dann eine Parkvignette nehmen und im Auto auslegen kann. Das geschieht alles auf Vertrauensbasis, aber man unterstützt natürlich gerne die Arbeit der Parkranger.

Es folgt eine rund 6 Kilometer lange Fahrt durch den Park. Die Straße ist sehr gepflegt, und zu beiden Seiten gibt es zahlreiche Haltebuchten und Parkplätze, von denen aus man die unberührte Natur des Snow Canyon bewundern kann. Roter und weißer Navajo-Sandstein, hier und da von schwarzem Lavagestein überzogen, dem Resultat von zwei Vulkankegeln jüngeren Ursprungs (1.000 bis 2.000 Jahre alt) - all das machen diesen Park zu einem Juwel, dessen Landschaft auf dieser kleinen Fläche die für Utah typische Geographie perfekt zusammenfasst. Zwei Canyons, der West Canyon und der Snow Canyon, strukturieren den Park. Beide verlaufen parallel von Nord nach Süd und vereinen sich in der Parkmitte. Von dort führt der Snow Canyon in nun breiterer Form nach Südsüdosten und endet kurz vor dem südlichen Parkeingang.

Man fährt also, wenn man von Süden her kommt, quasi in den Canyon hinein. Allerdings klingt Canyon vielleicht etwas zu dramatisch. Es ist im Prinzip eine eher hügelige, sanfte Landschaft. Zu diesem Eindruck trägt die erodierte, rundgeschliffene Oberfläche an vielen Stellen der Sandsteinformationen genauso bei wie die angenehme Färbung. Zu beiden Seiten ragen zwar zunehmend die tieforangen Felswände empor, aber diese sind nicht übermäßig hoch. Weiter im Norden erkennt man außerdem die hellgrauen Gesteinsformationen.

Snow Canyon, Utah

Die Ausläufer der östlichen Canyonflanke (287kb).

Snow Canyon, Utah

Deutliche Erosionsspuren, fast wie bei der Wave (294kb).

Snow Canyon, Utah

Ein Hügel im Norden... (296kb)

Snow Canyon, Utah

... ist fast komplett bewachsen (311kb).

Diese haben übrigens nichts mit der Namensgebung des Parks zu tun. Auch ist Schnee nicht für den Namen verantwortlich, den es in dieser Region ohnehin eher selten gibt. Er leitet sich vielmehr ab von den Namen zweier prominenter Mormonen, Lorenzo und Erastus Snow, die diese Gegend einst besiedelten.

Um den Park zu erleben stellt man am besten das Auto ab und wagt einen kleinen Spaziergang in die Wildnis, was ich nur empfehlen kann. Schattige Sitzgelegenheiten an einigen Haltebuchten laden bei heißem Wetter zum Verweilen ein, ein Sandfeld (wash) mit leicht orangem Sand direkt nebenan lockt ebenfalls zu einer Erkundung. Zehn einfache bis moderate Wanderwege, ein bis elf Kilometer lang, führen durch den Park oder zu Aussichtspunkten; kurzum, es gibt jede Menge Natur. Die kann man auch mit dem Pferd oder per Fahrrad erkunden. Auf letzteren sieht man öfters wohlgenährte Einheimische, denn in Irvins gibt es mit dem Red Mountain Spa eine bekannte Diätfarm.

Weiter im Norden, in der Nähe des Parkausgangs, gibt es einen interessanten Wanderweg. Dieser führt über ein Lavafeld und an vier Höhlen vorbei, die sich im Lavagestein gebildet haben als dieses an der Oberseite abkühlte während darunter noch Lava floss. Die Höhlen kann man erkunden, sie reichen allerdings nicht sehr weit ins Innere. Die Felsen hier sind scharf und kantig, die Wege oft eng und es gibt große Löcher; man sollte also sehr vorsichtig sein.

Snow Canyon, Utah

Hier erkennt man deutlich den Lavaüberzug (219kb).

Snow Canyon, Utah

Kurz vor dem nördlichen Parkausgang (311kb).

Snow Canyon, Utah

Eine typische Canyonwand (425kb).

Die Fauna kann einige Besonderheiten vorweisen. Neben vielen anderen Tierarten findet man hier besonders die Nordamerikanische Krustenechse (gila monster), die Wüstenschildkröte (desert tortoise), Große Texas Skorpione (giant desert hairy scorpion - seltsamerweise im lateinischen: hadrurus arizonensis), Seidenwinder-Klapperschlangen (mojave sidewinder), Rotfleckenkröten (red-spotted toad), Utah Krallengeckos (Utah banded gecko) und Seitenfleckleguane (side-blotched lizard). Da Snow Canyon in der High Desert liegt besteht die Flora aus wüstenrobusten Pflanzen. Buschwerk, Wüsten-Beifuß (sagebrush) und Yuccas prägen das Bild. im Frühjahr findet man eine Vielzahl Wüstenblumen.

Alles in Allem wird man für den Snow Canyon nicht mehr als eine Stunde einplanen müssen, wenn man nur hindurchfährt und den Canyon sozusagen vom Auto aus erkundet. Möchte man die Natur doch in der Natur erleben und Wanderungen unternehmen kann man auch mal gerne einen halben Tag oder länger hier verbringen. Dafür erlebt man aber - bei gutem Wetter - ein einzigartig intensives Naturerlebnis in einer Sandsteinlandschaft, die von der Farbe dem in nichts nachsteht.

Snow Canyon, Utah

Dies erinnert etwas an den Bryce Canyon (257kb).

Snow Canyon, Utah

Die Parkstraße im Mittelabschnitt (353kb).

Snow Canyon, Utah

Nochmal der Parkplatz am Sandfeld (403kb).

Für alle Filmfreunde sei noch erwähnt, dass im Snow Canyon einige Szenen von Robert Redfords Filmen "Butch Cassidy und Sundance Kid", "Der elektrische Reiter" und "Jeremiah Johnson" gedreht wurden. Ebenso hält sich beharrlich die Vermutung, dass der Tod von John Wayne mit seinen Dreharbeiten zu "The Conqueror" 1956 an diesem Ort zu tun haben. Zuvor hatten nämlich die Vereinigten Staaten in der Wüste von Nevada eine Atombombe getestet. Der Direktor Dick Powell und einige weitere Mitglieder der Crew starben in der Folge wie John Wayne an Krebs...

(c) Stefan Kremer - Alle Rechte vorbehalten

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