Pacific Blue Inn Santa Cruz

Highway 33, Kalifornien
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Umfangreiche Baustelle auf Hwy 33 (318kb)

Highway 33, Kalifornien

Ausblick von Hwy 33 (162kb).

2012 sollte es zum ersten Mal nach Santa Cruz gehen. Diese Küstenstadt zwischen San Francisco und Big Sur kannte ich bis dato nur aus dem Auto heraus - also nicht wirklich. Da ich bei meinen Reisen immer darauf achte, zumindest einige bisher unbekannte Orte einzubauen, bot sich bei meinem 2012er Urlaub, der ausschließlich in Kalifornien stattfand, die passende Gelegenheit.

Bei der Unterkunftsuche stieß ich recht schnell auf das kleine Bed & Breakfast Pacific Blue Inn, das auf Anhieb wie für Frank und mich gemacht schien. Gerade neu eröffnet, alle neun Zimmer behindertengerecht, ansprechende Optik, perfekte Lage genau mittig zwischen Strand und Stadtzentrum - diese Buchung brauchte keine lange Überlegungen oder nachträgliche Recherchen, ob es nicht was besseres gäbe. Selten war ich im Vorfeld so überzeugt, genau das richtige Hotel gefunden zu haben. Und selten wurden meine Erwartungen so grandios übertroffen wie hier.

Highway 33, Kalifornien

Eine Eispassage voraus (256kb)

Highway 33, Highway 166, Kalifornien

Kreuzung mit Highway 166 (236kb).

Doch zunächst zur Anreise. Wir starten von Ojai aus. Insgesamt gibt es nur vier Zufahrtsstraßen in das Ojai Valley. Bis auf eine hatten wir alle drei kennen gelernt. Also wählen wir die US 33 (Maricopa Highway) für unsere Abreise, da wir ohnehin in Richtung Norden fahren wollen.

Wir haben den kleinen Pass noch gar nicht erreicht, als uns eine Wanderbaustelle aufhält. Wie üblich wartet ein Pilot Car, um uns (wir sind tatsächlich das einzige Auto) sicher durch den Baustellenbereich zu führen. Aber es ist beim besten Willen nichts von einer Baustelle zu erkennen. Bis dann endlich hinter einer Kurve tatsächlich ein einzelnes Baufahrzeug mit sage und schreibe einem Arbeiter auftaucht. Irgendwann danach fährt das Pilot Car rechts ran und wir haben wieder freie Fahrt. Irgendwie kommt bei Frank der Betriebswirt durch, als er zu mir sagt, dass die also drei Leute zur Absicherung (zwei Flagger und ein Pilot Car Fahrer), aber nur einen Bauarbeiter einsetzen. Wenig effizient.

Die Fahrt führt uns weiter in Richtung Norden, dann weiter nach Westen über die US 166, bis wir irgendwann den 101er Freeway erreichen. Von da aus geht es dann zügig zu unserem Tagesziel Santa Cruz. Da wir uns am Morgen noch viel Zeit für Ojai genommen haben, verläuft die Fahrt relativ ereignislos und wird nur von kurzen Zwischenstopps unterbrochen.

Pacific Blue Inn, Santa Cruz, Kalifornien

Angekommen: Pacific Blue Inn (251kb)

Pacific Blue Inn, Santa Cruz, Kalifornien

Ansicht von der anderen Seite (389kb)

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Pacific Blue Inn, Santa Cruz, Kalifornien

Blick die Straße entlang (356kb).

Pacific Blue Inn, Santa Cruz, Kalifornien

Vor dem Eingang (172kb).

Wir erreichen das Pacific Blue Inn - passenderweise in der Pacific Ave gelegen - um 18:30 Uhr in der Abenddämmerung. Man hatte uns vorher erklärt, dass es gleich nebenan kostenlose Parkmöglichkeiten auf dem Parkplatz des Firefly Coffee House gäbe. Wir haben jedoch Glück. Direkt vor dem Hotel ist noch ein Platz frei. Die Straße ist ohnehin nicht sonderlich stark befahren und bietet an sich schon zahlreiche Parkplätze zu beiden Seiten.

Pacific Blue Inn, Santa Cruz, Kalifornien

Vor der Rezeption (115kb).

Pacific Blue Inn, Santa Cruz, Kalifornien

Gemütliche Couch (143kb).

Pacific Blue Inn, Santa Cruz, Kalifornien

Die kleine Hotellobby (131kb)

Auf den ersten Blick wirkt das Gebäude erstaunlich schmal für ein Hotel. Die Front des dreigeschossigen Holzgebäudes mit Flachdach ist in einer blauen Grundfarbe gestrichen, die von weißen Balken eingefasst ist. Ein kleiner mittiger Erker hat mintfarbene Flächen. Auf der linken Seite ragt ein quadratischer Vorbau heraus, der in den oberen beiden Etagen als Balkon dient. Zwischen ihm und dem Eingang, der sich ganz rechts im Gebäude zurückverlegt befindet, bietet eine rund zwei Meter tiefe, mit einer Pergola überragte Veranda Sitzmöglichkeiten. Eine mit strahlend roten Blüten reichhaltig geschmückte Kletterpflanze fasst das Haus auf der rechten Seite ein und ist auf dem besten Weg, die Pergola für sich zu erobern. Das alle sieht frisch, modern und einladend aus. Vor allem auch sauber und äußerst akkurat gepflegt.

Das Pacific Blue Inn wurde übrigens 2009 eröffnet. Besonders bemerkenswert ist die umweltfreundliche Ausrichtung des Hotels, die schon beim Bau begann. Es wurden regenerative, hauptsächlich recycleten Materialien sowie auf Soja basierte Farben verwendet. Das Hotel verfügt über Wassersparmechanismen und fluoreszierende Beleuchtung. Man kann es daher zurecht als "green" bezeichnen.

Pacific Blue Inn, Santa Cruz, Kalifornien

Der (verwackelte) Frühstücksraum (110kb)

Pacific Blue Inn, Santa Cruz, Kalifornien

Bank im Innenhof (229kb).

Pacific Blue Inn, Santa Cruz, Kalifornien

Kleine Feuerstelle (279kb).

Nun aber hinein, wir sind ja spät dran. Ungewöhnlich für die USA ist nämlich die Rezeption des Hotels nur von 15 bis 17 Uhr besetzt, und außer einer ähnlich kurzen Zeit am Vormittag gibt es keinen Angestellten vor Ort. Per Telefon kann man natürlich jederzeit jemanden herbeiordern. Das klingt nach einer durchrationalisierten, europäischen Struktur. Für den Fall, dass kein Mitarbeiter mehr anwesend sei, wäre der Haus- und Zimmerschlüssel in einem Postfach mit Zahlencode hinterlegt, den wir bei der Buchung erhalten haben. Doch wir haben Glück und müssen diese Hürde nicht nehmen. Als wir versuchen, ob die Haustüre aufgeht, laufen wir direkt dem Hotelmanager Michael in die Arme. Der ist gerade dabei, in Fahrradmontur gekleidet in den wohlverdienten Feierabend zu starten. Er begrüßt uns freundlich, erledigt flott mit uns die Formalitäten und erklärt uns noch, wo es lang geht ehe er einen guten Aufenthalt wünscht und von dannen radelt.

Pacific Blue Inn, Santa Cruz, Kalifornien

Vor den Zimmern im Erdgeschoss (190kb)

Pacific Blue Inn, Santa Cruz, Kalifornien

Im Innenhof (233kb).

Pacific Blue Inn, Santa Cruz, Kalifornien

Blick auf den Frühstücksraum (223kb).

Zunächst führt uns der Weg durch den Frühstücksraum. Das ist ein Raum in L-Form. Dessen hintere Wand bildet eine große Fensterfront mit Türe zum Innenhof. Das Gebäude muss man sich im Grundriss wie ein eckiges C vorstellen. Im unteren, der Straße zugewandten Bereich des C's befinden sich Rezeption, Küche und Frühstücksraum, die linke und obere Seite bilden die Gästezimmer und der frei bleibende Bereich in der Mitte ist jener ruhig gelegene, schmale Innenhof, der nach rechts durch die Außenwand des Nebengebäudes abgetrennt ist. Zum Hof hin haben die oberen Stockwerke offene Außenflure mit weißem Holzgeländer und kleinen Ausbuchtungen, in denen Sitzmöglichkeiten für je zwei Personen platziert sind. Unten im Hof versucht eine üppige Vegetation, die nahe Nachbarhauswand zu verbergen. Bänke, geschnitzte Stühle, viele bunte Blumen, ein Brunnen und eine Feuerstelle prägen in Verbindung mit der erstaunlichen Ruhe diesen ungewöhnlichen Innenbereich. Die Beengtheit des Hofes hat man so bestmöglich getarnt, und anstatt in einen kargen Lichthof zu blicken schaut man auf eine grüne Oase.

Pacific Blue Inn, Santa Cruz, Kalifornien

Unser Kingsize-Bed (89kb)

Pacific Blue Inn, Santa Cruz, Kalifornien

Sehr dezent gestyltes Schlafzimmer (114kb).

Pacific Blue Inn, Santa Cruz, Kalifornien

Kaminecke (92kb).

Pacific Blue Inn, Santa Cruz, Kalifornien

Stilleben (107kb).

Unser Zimmer liegt im ersten Stock. Ein Aufzug im Innenhof befördert uns dorthin. Über den Außenflur mit Blick hinab in den Innenhof und den Frühstücksraum erreichen wir unsere Unterkunft für die kommenden drei Nächte. Es ist gleich die erste Türe auf dem Gang.

Pacific Blue Inn, Santa Cruz, Kalifornien

Außenflur vor unserem Zimmer (261kb).

Pacific Blue Inn, Santa Cruz, Kalifornien

Blick von oben Richtung Straße (155kb).

Pacific Blue Inn, Santa Cruz, Kalifornien

Der schmale Innenhof (159kb).

Mein erster Gedanke, als ich das Zimmer betrete, ist: wow. Das ist durchgestylt. Echter Parkettboden, die Wände in hellem beige und grün, schlanke, elegante braun gepolsterte Sitzmöbel, darüber blaue Acrylglaslampenschirme, Flachbildschirm, offener (Elektro-)Kamin, ein großes Wandgemälde von einem lokalen Künstler - das hat was. Hier wurden hochwertige Materialien verwendet, kein Motel-Einheitsinventar. Dazu eine unterhalb des Tisches fest angebrachte Entertainmentanlage mit DVD-Player, Wifi und iPod-Anschluss. Die kann man auch im Sitzen bedienen. Die Fenster zum Flur sind mit durchgängigen Mückengittern und Jalousien ausgestattet. Damit kann man zwar keine komplette Dunkelheit während der Nacht erreichen, aber entgegen einiger Berichte im Internet, man könne die Jalousien nur so drehen, dass das Licht von oben einfällt und so auch jeder auf dem Flur hineinsehen könne, geht das sehr wohl auch anders, wie man auf dem Foto sieht. Wir haben jedenfalls hervorragend geschlafen. Es ist ruhig, die Matrazen sind mittelfest und formstabil und gegen geringen Lichteinfall hilft wie immer nachts: Augen zu.

Mich interessiert natürlich vor allem das Badezimmer, das sich hinter einer Schiebetüre verbirgt. Ich wusste im Vorfeld, dass die Besitzer des Pacific Blue Inn beide Rollstuhlfahrer sind. Meine Hoffnung ist, dass sie bei der Inneneinrichtung fachkundig beratend mitgeholfen haben. Und siehe da, das Bad ist ideal!

Pacific Blue Inn, Santa Cruz, Kalifornien

Das Badezimmer mit mir im Spiegel (164kb).

Pacific Blue Inn, Santa Cruz, Kalifornien

Die perfekte Rollin-Shower (159kb).

Pacific Blue Inn, Santa Cruz, Kalifornien

Blitzeblanke Toilette (107kb).

Das Waschbecken hat keinen Unterbau oder einen störenden Tisch drumherum. Dafür gibt es oberhalb einen Wandspiegel, den man neigen kann, damit man auch im Sitzen die richte Perspektive behält. Die ebenerdige Dusche hat einen stabilen Klappsitz neben den somit gut erreichbaren Armaturen. Überall sind Griffe zum Festhalten aus mattiertem Stahl angebracht, der Boden ist mit matten, anthrazifarbenen Fliesen ausgelegt. In der Duschkabine selbst sind es kleine hellbeige Fliesen, die durch ihre zahlreichen Fugen einen rutschfesteren Stand ermöglichen. Der Duschvorhang ist aus weißem, schweren Stoff, der nicht ständig versucht, an einem festzupappen, wie das herkömmliche Duschvorhänge aus Plastik tun. Die Wände sind in einem kräftigen Orange gestrichen. Angesichts der ordentlich starken Beleuchtung wirkt das Zimmer dadurch jedoch nicht zu dunkel - solange man beim Duschen die Wärmelampe direkt über der Duschecke anschaltet, da man ansonsten hinter dem Vorhang in der Dunkelheit verschwindet. Da das Bad keine Fenster hat muss die Entlüftung ganze Arbeit leisten, was sie auch lautstark tut. Dies umso mehr, da es sich offenbar kaum vermeiden lässt, beim Duschen den halben Fußboden zu benässen weil das Gefälle nur minimal ist. Wenn man das jedoch weiß kann man mit gebrauchten Handtüchern, die man ja ohnehin auf dem Boden lagert, sehr effektiv einen kleinen Schutzwall unter dem Vorhang bilden. Dies ist aber auch der einzige kleine Kritikpunkt am Bad, das ansonsten vorbildlich ausgestattet ist. Dass die Toilette eine angemessene Höhe hat ist selbstredend.

Nachdem wir das Zimmer bezogen haben stellt sich ein gewisses Hungergefühl ein. Ich schaue bei Yelp, was es in unserer Nähe für Restaurants gibt. Im Stadtzentrum ist man zu Fuß in wenigen Minuten, ebenso am Strand. Der Standortvorteil ist ein weiteres großes Plus dieser Unterkunftswahl. Wir entscheiden uns, einfach mal loszuziehen. Drei Restaurants habe ich mir vorgemerkt, mal sehen welches uns davon vor Ort am meisten zusagt.

Per pedes machen wir uns auf in die Stadt, immer die Pacific Ave entlang nach Norden. Es ist nach 19 Uhr und schon dunkel. Das Publikum auf den Straßen ist mir ein wenig suspekt. Viele Mexikaner, einige Halbstarke, eine handvoll völlig abgerissener Typen. Ab und an hört man etwas lautstarkere "Gespräche". Die Stadt soll ein Drogen- und Obdachlosenproblem haben, vielleicht eine Spätfolge des in den 1960ern ausgelobten Stadtmottos "Keep Santa Cruz weird", als Hippies und Freidenker das öffentliche Leben beherrschten. Kalt ist es außerdem. Von Meer her weht eine frische Brise durch die Straßen. So kommt es, dass wir nach 700 Metern das erste unserer ausgesuchten Restaurants in der Walnut Ave aufsuchen. "Soif Restaurant and Wine Bar" klingt wie die passende Ergänzung zu unserer stilvollen Unterkunft.

Soif Restaurant and Winebar, Santa Cruz, Kalifornien

Mein Hauptgericht (122kb)

Soif Restaurant and Winebar, Santa Cruz, Kalifornien

Die Nachspeise (95kb)

Das Interieur ist etwas nüchtern. Das Gebäude ist zweigeschossig, wobei die Zwischendecke jedoch fehlt. Dadurch wirkt der Gastraum irgendwie wie eine Fabrik und nicht sehr gemütlich. Diesen Eindruck unterstreichen die freiliegenden Rohre unter der Decke. Ansonsten herrscht rege Betriebsamkeit. Da man aber beim Essen und der Unterhaltung nicht nach oben schaut stört der große Raum nur beim ersten Eindruck. Das sieht wohl auch die Kundschaft so, denn das Soif ist offenbar ein gern besuchter Ort für die anspruchsvollere Gesellschaft. In unseren Touristenklamotten wirken wir leicht underdressed, und die Peinlichkeit von Fotos mit Blitz möchte ich mir hier nicht geben. Der Kellner ist freundlich und ausgesprochen fachkundig, besonders was den Wein betrifft. Ich bestelle ein Steak mit Gratin, dazu einen Rotwein aus lokalem Anbau von der gut sortierten Weinkarte. An die Namen der bestellten Gerichte erinnere ich mich leider nicht mehr, aber das Essen und auch der Wein waren erstklassig. So gut, dass wir ausnahmsweise einen Nachtisch bestellen: Tiramisu mit Vanilleeis. Satt und nach zwei Gläsern Rotwein auch in guter Stimmung machen wir uns auf den Rückweg.

Rosie McCanns Irish Pub, Santa Cruz, Kalifornien

Eingang zu Rosie McCanns: no way (180kb)

Rosie McCanns Irish Pub, Santa Cruz, Kalifornien

Hintereingang mit Aufzug: go (162kb)

Rosie McCanns Irish Pub, Santa Cruz, Kalifornien

Kameraexperimente (120kb)

Die beiden Tage in Santa Cruz verbringen wir vorwiegend am Strand. Wir besichtigen den Municipal Wharf, den Boardwalk Vergnügungspark und das Lighthouse Field. Aber auch Downtown statten wir einen Besuch ab.

Abends speisen wir an den beiden letzten Tagen in Rosie McCanns Irish Pub & Restaurant in der Pacific Ave. Irish Pub klingt gut. Ich denke an Thekenbetrieb, Musik, gute Stimmung. Doch zunächst gibt es eine kleine Hürde in Form von 36 Stufen. Das Pub befindet sich nämlich im zweiten Stockwerk. Ich würde da schon irgendwie hochkommen, aber den Rolli hochbuckeln muss ja nicht sein. Frank erkundet mal die Lage, und siehe da, es gibt einen rückwärtigen Eingang mit Aufzug. Nach kurzer Sucherei finden wir diesen kurz bevor wir aufgeben. Am Empfang vorbei landen wir so direkt in der Kneipe. Wie erwartet gibt es eine lange Theke, die gut besucht ist. Als wir bekunden, essen zu wollen, erhalten wir von einer netten, jungen Kellnerin einen etwas ruhiger gelegenen Tisch im großen Gastraum zugewiesen.

Rosie McCanns Irish Pub, Santa Cruz, Kalifornien

Was isst man in einem Irish Pub? Fish & Chips (156kb)

Rosie McCanns Irish Pub, Santa Cruz, Kalifornien

Steak mit Harp Lager (160kb)

Ich bestelle ausnahmsweise mal kein Steak sondern Fish and chips, dazu mein erstes Guinness überhaupt. Gleich darauf folgt mein erstes Harp Lager, das mir deutlich besser schmeckt und hier zu meinem Stammgetränk wird. Während wir auf unser Essen warten kommt unser Gespräch irgendwie auf das Thema Digitalkamera. Ich zeige Frank, dass ich mit meiner neuen Canon Powershot SX 260 HS zwanzigfachen optischen Zoom habe und ganz tolle Full-HD Videos drehen kann. Das will natürlich am lebenden Objekt ausprobiert werden. Rein zufällig sind die Kellnerinnen hier im Pub alle geschätzt unter 20 und ausgesprochen fotogen. Leider sind die Lichtverhältnisse ungünstig für Fotos ohne Blitz. Nichtsdestotrotz vergeht so die Wartezeit wie im Flug, und wir lernen, wie man auch unter misslichen Verhältnissen interessante Schnappschüsse machen kann. Dann kommt unser Essen. Ich genieße jeden Bissen. Was will man auch bei Fish and Chips falsch machen, zumal wenn man es direkt an der Küste isst. Ein geschmacklich und optisch gelungener Abend geht bei guter Bierlaune zur Neige.

Es hat uns so gut gefallen, dass wir am nächsten Abend erneut hierher kommen. Dabei erfüllt sich auch meine zweite Erwartung an ein Irish Pub: es gibt Live-Musik. Die ist zum Glück auf der anderen Seite des Restaurants aufgestellt, so dass man sich noch unterhalten kann. Nachdem der Fisch letztens so lecker war versuche ich jetzt mal das Steak, was auch überzeugen kann. Mein Fazit: Daumen hoch für Rosie McCanns.

Pacific Blue Inn, Santa Cruz, Kalifornien

Im Frühstücksraum mit Blick auf den Eingang (114kb).

Pacific Blue Inn, Santa Cruz, Kalifornien

Frühstück im Pacific Blue Inn: als Appetizer ein Obstsalat (107kb).

Pacific Blue Inn, Santa Cruz, Kalifornien

Ein Earl Grey für den anspruchsvollen Gast (119kb).

Pacific Blue Inn, Santa Cruz, Kalifornien

Frische Popovers als Vorspeise (160kb).

Pacific Blue Inn, Santa Cruz, Kalifornien

Als Hauptgang gibt es solch ein Omelett... (140kb)

Pacific Blue Inn, Santa Cruz, Kalifornien

... oder so eines. Aus fünf kann man wählen (150kb).

Pacific Blue Inn, Santa Cruz, Kalifornien

Beleuchtung im Frühstücksraum (85kb).

Ein ganz wichtiger Aspekt am Pacific Blue Inn ist noch unerwähnt: das Frühstück. Es wird im besagten Frühstücksraum von den charmanten Mitarbeitern Maria und Elise am Tisch serviert und ist alleine deshalb schon ungewöhnlich für ein Bed & Breakfast, wo es üblicherweise Buffets gibt.

Das full course breakfast besteht aus einem Fruchtsalat als Appetizer, selbstgemachten Popovers als Vorspeise sowie einem von fünf zur Auswahl stehenden Omelettes als Hauptgang. Alternativ kann man auch noch andere Gerichte wählen. Alles wird frisch vor Ort zubereitet, die Zutaten können variiert werden. Vegetarier und sogar Veganer haben hier keine Probleme. Wir wählen natürlich den full course. Die Popovers sind neu für mich. Hierbei handelt es sich um eine frisch aufgebackene Eierspeise, die eigentlich als Spezialität der Ostküste bekannt ist. Dazu werden zwei Marmeladensorten und eine Nusscreme als Aufstrich serviert. Sehr lecker! Als Getränk gibt es Kaffee, frisch in einer chicen Teepresse selbst zuzubereitenden Tee (sogar Earl Grey) oder Saft.

Derart gestärkt kann ein Urlaubstag gar nicht mehr misslingen. So empfinde ich auch im Nachhinein betrachtet meinen Aufenthalt im Pacific Blue Inn als einen der angenehmsten im Südwesten. Dass ich wiederkommen werde ist klar. Es wird also eine Fortsetzung geben.

Nach drei Nächten (und Frühstücken) brechen wir auf, um am Abend Jamestown bei Sonora zu erreichen. Bei der Abfahrt vom Hotel beobachten wir noch einen cleveren Mann, der uns, sein Fahrrad auf der Straße schiebend, entgegen gegangen kommt. Er hat einen schweren Koffer dabei. Unmittelbar vor uns versucht er verzweifelt, diesen an dem Fahrrad zu befestigen, um den Trolley hinter sich herziehen zu müssen. Doch das misslingt. Also steigt er genervt auf und zieht den Koffer mit der linken Hand hinter sich her. Das ist eigentlich keiner Erwähnung würdig. Aber bei näherer Betrachtung fällt uns auf, dass das Fahrrad gar keinen Sattel hat... Auch ein Fall von "Keep Santa Cruz weird".



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