Pigeon Point Lighthouse

Pigeon Point Lighthouse, Kalifornien
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Pigeon Point Lighthouse (285kb).

Pigeon Point Lighthouse, Kalifornien

Ein lohnender Stopp am Highway 1 (262kb).

Ein sehr bekannter und gerne besuchter Leuchtturm am Highway One ist das Pigeon Point Lighthouse. Es befindet sich acht Kilometer südlich von Pescadero zwischen Santa Cruz und San Francisco auf einer flachen Landzunge. Schon von Weitem kann man den Leuchtturm erkennen. Highway 1 verläuft an dieser Stelle ebenerdig und in Küstennähe. Auf gleicher Höhe mit dem Leutturm führt die Pigeon Point Road durch flaches Wiesengelände in einem Bogen zu dem historischen Bauwerk und weiter entlang der Küste nach Norden zurück auf den Highway. Ein Stopp lohnt sich hier in jedem Fall. Über 100.000 Besucher zählt das Light House jedes Jahr.
Pigeon Point Lighthouse, Kalifornien

Er leuchtet wieder (110kb).

Auch wenn die Amerikaner aus unserer europäischen Sicht immer recht freigiebig mit dem Attribut "historisch" sind so kann das Pigeon Point Lighthouse doch zumindest als bedeutsam bezeichnet werden. Erbaut wurde es 1871. Der Gebäudekomplex besteht aus einem konisch zulaufenden Leuchtturm aus Stein, der im New England Stil errichtet wurde. Mit 35 Metern Höhe ist er gemeinsam mit dem Point Arena Light der höchster Leuchtturm an der Westküste. Er wird eingerahmt von mehreren Gebäuden: direkt dem Leuchtturm vorgelagert ist das Watch House, das dessen Eingang bildet. Vor dem Turm befindet sich außerdem ein Kerosinbunker und eine Wetterstation, hinter ihm ein Carpenter Shop, das Fog Signal Building und zur Rechten vier Gebäude, die als Jugendherberge genutzt werden.

Pigeon Point Lighthouse, Kalifornien

Eins von vier Häusern der Jugendherberge (243kb).

Pigeon Point Lighthouse, Kalifornien

Blick von der Landzunge (171kb).

Die Inbetriebnahme erfolgte am Abend des 15. November 1872 mit einer 1.000 Watt starken Fresnel Linse, die aus 24 Spiegeln mit 1.008 handpolierten Linsen und Prismen bestand und extra aus Paris angeliefert wurde. Bis 1888 wurde sie mit raffiniertem Schweineöl betrieben, das im Watch House gebunkert wurde. Danach stellte man den Betrieb auf Kerosin um. Da dies aber dank seiner leichteren Entzündbarkeit eine größere Gefahr darstellte wurde 1909 ein Bunker aus Beton mit einer Eisenschiebetüre außerhalb des Leuchtturms errichtet.

Pigeon Point Lighthouse, Kalifornien

Fog Signal Building (368kb).

Pigeon Point, Prisoner Rock, Kalifornien

Küste im Süden mit Prisoner Rock (259kb).

Die eine Tonne schwere Linse rotierte einmal alle vier Minuten und erzeugte so alle 10 Sekunden einen weißen Lichtstrahl. Übrigens hat jeder Leuchtturm entlang der Küste ein anderes Signalintervall und/oder eine andere Lichtfarbe, so dass die Kapitäne daran nicht nur die Lage der Küste sondern auch ihre Position auf der Landkarte ablesen konnten.

1926 wurde der Leuchtturm elektrifiziert, wobei man auch die kerosinbetriebene Lampe durch eine 1.000 Watt Glühbirne ersetzte. 1972 nahm man schließlich die historische Fresnel Linse außer Dienst und ersetzte sie durch einen von der United States Coast Guard installierten Lichtsignalgeber. Seit 2011 kann die alte Linse im Fog Signal Building betrachtet werden.

Der Leuchtturm selbst ist seit Dezember 2001 nicht mehr zu besichtigen weil bei dessen Bau Eisen verwendet wurde. Dieses ist im Laufe der Jahre so stark korrodiert, dass im Winter 2001 Teile des Stützrings der Außenplattform weggebrochen sind. Seit 2011 sind Renovierungsarbeiten im Gange, die aber aufgrund der knappen Finanzlage und der umfangreichen Problematik noch länger andauern werden.

Pigeon Point Lighthouse, Kalifornien

Blick von Pigeon Point Road (174kb).

Pigeon Point Lighthouse, Kalifornien

Der gesamte Gebäudekomplex (104kb).

Das ursprüngliche Leuchtturmwärterhaus im viktorianischen Stil wurde 1960 - obschon noch in gutem Zustand - abgerissen und durch vier eingeschossige Gebäude ersetzt, die seit Mitte der 1960er als Jugendherberge dienen. Diese wird von der Golden Gate Council of Hostelling International betrieben. Je drei Schlafzimmern befinden sich in jedem der Gebäude, was eine Kapazität von bis zu 50 Schlafplätzen ergibt.

Pigeon Point Lighthouse, Kalifornien

Leuchtturm mit Watch House (172kb).

Geöffnet ist das Pigeon Point Lighthouse von 8 Uhr bis Sonnenuntergang. Halbstündige Geschichtsführungen auf dem Areal um den Leuchtturm werden Montags bis Freitags zwischen 10 und 16 Uhr (außer bei Regen) angeboten. Die Coastal State Park Association betreibt außerdem einen Bookstore.

Im Umfeld des Leuchtturms können zahlreiche Tiere beobachtet werden. Grauwale passieren die Stelle auf ihrer jährlichen Wanderung zwischen der Beringsee und Baja California von Januar bis April. Zuerst ziehen sie in die wärmeren Gewässer, wo sie ihre Kälber gebähren und dann die Rückreise antreten. Bis in die frühen 1800er hieß der Ort daher auch Punta de las Balenas (Whale Point). Sogar eine Walfangstation portugiesischer Siedler gab es hier.

Die Gezeitenzone an den felsigen Klippen, die den Leuchtturm flankieren, sind von zahlreichen Pflanzen und Tieren bewohnt. Seehunde suchen hier ständig nach Futter, Seeelefanten, Seeotter, Seelöwen, Delfine und Buckelwale passieren häufig die Landzunge. Auch zahlreiche Vögel sind hier anzutreffen. Über 50 verschiedene Vogelarten wie Western and California gulls, brown pelicans, cormorants, murres, spotted sandpipers und sanderlings nutzen das Gebiet um den Leuchtturm als Brut- und Futterstätte. Aber auch die nähere Umgebung wie der Pescadero Marsh, der sich 100 yards nördlich von Pigeon Point anschließt, ist tierreich. Dort kann man mehr als 150 verschiedenen Vogelarten antreffen. Außerdem befindet sich sechs Meilen südlich der Ano Nuevo State Park, eine Brutstätte der nördlichen Seeelefanten und kalifornischen Seelöwen.

Pigeon Point Lighthouse, Kalifornien

Ansicht von Highway 1 (276kb).

Der Name Pigeon Point stammt übrigens von dem am 6. Juni 1853 an dieser Stelle gestrandeten Klipper "Carrier Pigeon". Der Leuchtturm ist seit dem 31. März 1980 ein California Historical Landmark und darf sich seit 2005 Pigeon Point Light Station State Historic Park nennen.

(c) Stefan Kremer - Alle Rechte vorbehalten


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