![]() Highway 395 südwärts kurz vor Mammoth Lakes (171kb). |
![]() Wir fahren durch Bishop (208kb). |
Zunächst durchfuhren wir aber auf dem Highway 395 das lang gestreckte Owens Valley. Südlich vom Mono Lake ist dieses Tal aufgrund seiner Höhenlage sehr bereit und vegetationsarm. Entsprechend gestaltet sich die Fahrt eher trist und langweilig. Auch vermeintliche Sehenswürdigkeiten wie der Lake Crowley vermitteln kaum landschaftliche Abwechslung. Der See auf der linken Seite des Highways kommt ohne Uferpflanzen daher und erinnert so an die karge Tristesse des Mono Lakes, der nur aus der Nähe betrachtet seine Einzigartigkeit offenbart. Da hilft auch nicht der groß am Highway ausgeschildert Vista Point, der sich auf einem ebenfalls kahlen Hügel befindet und einen zugegebenermaßen besseren Ausblick über den See ermöglicht; wenn es denn etwas interessantes zu sehen gegeben hätte.
Bishop ist der nächste größere Ort der Strecke. Wir passierten ihn ohne Stopp genauso wie Big Pine ein gutes Stück weiter südlich.
![]() Die Independence 18 am Straßenrand (500kb). |
![]() Das Inyo County Court House in Independence (284kb). |
Als letzten Ort vor unserem Tagesziel erreichten wir Independence. Gleich am Ortseingang steht auf der rechten, westlichen Seite des Highways eine alte Dampflok, die Indepedence 18 der Southern Pacific. Als nächstes springt einem auf der linken Straßenseite ein ungewöhnlich großes Gebäude ins Auge. Es ist das auffallend imposant gebaute Gerichtsgebäude, dessen Front wie eine Miniatur des Weißen Hauses ausschaut. Ein römischer Tempel in einem Gott verlassenen Kuhkaff. Aber dieses Dorf (574 Einwohner in 2000) ist immerhin Verwaltungssitz des Inyo County. Das erfordert natürlich derartige Prachtbauten - Baujahr 1965 übrigens. Wir wunderten uns und fuhren weiter.
Nach einer kurzen Strecke durch unbebaute landschaftliche Nutzflächen erreichten wir schließlich Lone Pine am östlichen Fuß des Mt. Whitney. Der Ort ist wirklich sehr überschaubar. Der Highway bildet die Hauptstraße, an der nahezu alle Infrastruktureinrichtungen gelegen sind. Dafür kann Lone Pine aber auf eine interessante Geschichte zurückblicken. Die erste Cabin wurde hier im Winter 1861/62 aufgestellt. In den folgenden zwei Jahren entstand eine kleine Siedlung als Nachschubposten für Bergarbeiter, 1870 öffnete die Lone Pine Post Office. Farmer und Rancher folgten. Am 16.03.1872 um 02:35 Uhr erschütterte ein Erdbeben der gleichen Stärke wie das Big One 1906 (7,8 auf der Richterskala) den kleinen Ort und zerstörte 52 der 59 Gebäude. 27 der 250 bis 300 Einwohner kamen dabei ums Leben, die in einem Grab nördlich der Stadt beigesetzt wurden. Ein Gedenkstein erinnert an die Naturkatastrophe ebenso wie der durch das Beben entstandene Diaz Lake. 1920 wurde Lone Pine berühmt. Die Filmindustrie entdeckte die Gegend als idealen Drehort für Western. "The Roundup" war der erste Film, der in den Alabama Hills gedreht wurde. Es folgten über 400 weitere wie Maverick oder Gladiator, 100 Fernsehepisoden und zahlreiche Werbespots. Hollywoodgrößen wie Hopalong Cassidy, Roy Rogers, Humphrey Bogart, Susan Hayward, Spencer Tracy, Natalie Wood, Clint Eastwood, Kirk Douglas, John Wayne, Steve McQueen, Shelly Winters, James Gardner, Mel Gibson, Russel Crowe, Jeff Bridges oder Robert Downey Jr. wurden hier auf Zelluloid gebannt. Mit dem Movie Room an der Main Street gibt es ein kleines Museum über die große Cowboy- und Indianerzeit, und jeden Oktober feiert man im Ort das Lone Pine Film Festival. Heute lebt Lone Pine vom Tourismus.
Einkaufen wollten wir erst bei der Abreise, also suchten wir zuerst unser Motel. Der Archetyp eines Drive-In Hotels in ausgebleichtem Lindgrün mit ausgebleicht rosafarbenen Balkonen mit zeigte sich uns alsbald auf der linken Straßenseite. Wir hatten unser Ziel erreicht. Kurz vor 18:00 Uhr betraten wir die Lobby, und der kleine Raum war voll gestellt mit einem Sammelsurium aus verschiedenen Möbelstücken, die optisch nicht wirklich zusammenpassten. Dafür war aber die Rezeptionistin recht freundlich und überreichte uns einen Zimmerschlüssel. Nun fuhr ich also das erste Mal durch das Tal des Todes, ohne die Nacht bei über 35 Grad Celsius verbringen zu müssen. Unser Zimmer hatte sogar einen großen Kühlschrank. Voller Freude stellten wir unsere Getränke hinein und suchten den Einschalter. Diesen fanden wir auch gleich, jedoch passierte nichts. Nach Überprüfung der Verkabelung und der Funktionalität der Steckdose entschieden wir uns, das Zimmer mit der kaputten Fridge zu reklamieren. Die nette Dame vom Empfang zeigte sich sehr einsichtig und gab uns direkt ein neues Zimmer. Hier funktionierte alles ordnungsgemäß. Erschöpft von der langen Fahrt und doch noch ein wenig hungrig aßen wir die Reste unserer Sandwiches. Damit war der Tag eigentlich beendet, denn für Unternehmungen im Ort oder dessen reizvoller Umgebung war es bereits zu dunkel und wir schon zu müde. Schade, denn die nahegelegenen Alabama Hills mit dem Mobius Arch sind durchaus einen Besuch wert. So musste ein wenig Fernsehunterhaltung genügen, um den Abend ausklingen zu lassen.
![]() So sah es in unserem Zimmer aus (371kb). |
![]() Die Pringels waren nicht im Preis enthalten (336kb). |
![]() In Lone Pine vor Josephs, Blick auf Highway 395 (327kb). |
| Ich empfehle diese Unterkünfte: |
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| Ausführlichere Infos gibts hier. |
Der nächste Morgen begann mit dem im Zimmerpreis enthalten Frühstück. Am anderen Ende unseres Flures befand sich ein Frühstücksraum in Größe und Form eines nicht möblierten Gastraums. Er war natürlich bei unserem Eintreffen gegen 9:00 Uhr schon völlig überfüllt. Das reichhaltige Essensangebot bestehend aus Donuts, Kaffeeimitat und Orangensaft war offenbar so beliebt, dass das Personal mit der Nachlieferung gar nicht hinterher kam. Vielleicht lag das aber auch nur daran, dass sich seltenst eine der hierfür zuständigen, der englischen Sprache eher weniger vertrauten Mitarbeiterinnen im Raum zeigte und die vielen indirekten oder plump konkreten Aufforderungen der Gäste, die leeren Körbe wieder aufzufüllen, auf ihre angebliche Sprachunverständnis abwiegelte. Oder es war einfach nur für jeden Gast ein Donut vorgesehen und die ersten Gäste hatten das wohl nicht so wirklich verstanden. Jedenfalls ergatterte ich im Laufe der nächsten Viertelstunde nach geduldigem Anstehen doch zwei Exemplare des eingeschweißten, süßen Gebäcks; die ideale Wegzehrung für eine Fahrt durch die Wüste - wenn man dran glaubt. Zum Glück gibt es in Lone Pine ein kleines Einkaufszentrum namens Josephs. Hier sorgten wir für eine angemessenere Auffüllung unserer Provianttasche und waren endlich gewappnet für die Wüstenrallye.
![]() Abzweig des Highway 136 ins Death Valley am südlichen Ortsausgang von Lone Pine (185kb). |
Apropos Rallye: ich hatte dem Webmaster von http://www.badwaterultra.de versprochen, meine Fahrstrecke von Lone Pine bis zur Furnace Creek Ranch ausgiebig zu fotografieren. Das war nämlich der Streckenabschnitt, auf dem der Badwater Ultramarathon alljährlich entlang läuft - von Badwater, mit 85,5 Metern unter Meeresspiegel dem tiefsten Punkt im Death Valley, über 216,2 Kilometer hinauf zum Mount Whitney Portal auf 2.548 Metern.
(Letzte Änderung: 13.01.2010)
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