Geschichte Parkgeschichte Bryce Canyon

Die Geschichte des Bryce Canyons beginnt im Tertiär (von vor 65 bis 1,6 Millionen Jahre). Aufgrund tektonischer Vorgänge wurde das Colorado Plateau unterschiedlich stark angehoben, wobei es an mehreren Stellen zu Kippungen der aus festländischen Verwitterungsmaterialien, marinen Sedimenten oder Seesedimenten bestehenden Gesteinsschichten gekommen ist. Im Zuge von Verwitterungs- und Abtragungsvorgängen, unterstützt durch die wechselfeucht-tropischen Klimabedingungen im Tertiär, haben sich Schichtstufenlandschaften mit zum Teil sehr stark erodierten und aufgelösten Stufenrändern ausgebildet. Die härteren Gesteinsschichten sind auf diese Weise aus der Oberfläche herausmodelliert worden während die weicheren abgetragen wurden.

Vor etwa 2,5 Millionen Jahren kam es im Zuge einer Klimaveränderung am Ende des Tertiärs (Wechsel vom Pliozän zum Pleistozän) zur Auflösung und erosiven Zerschneidung der Stufenhänge. Durch das vermehrte Regenaufkommen entstanden an den Stufenhängen im Laufe der Zeit durch Auswaschungen mehr und mehr Einkerbungen. Diese Entwicklung führte letztendlich zur Ausprägung der für den Bryce Canyon typischen Steinsäulen und -türmchen.

In der Colorado-Plateau Region leben Menschen seit über 12.000 Jahren. Leider haben diese nur wenige Relikte hinterlassen, und in der Bryce-Region zeugen nur einige bearbeitete Steinfragmente von früher Besiedlung. Einflüsse der Anasazi und Fremont können in der Nähe des heutigen Parks gefunden werden. Als die Region von den ersten Siedlern entdeckt wurde lebten dort Paiute Indianer. Diese sahen in den markanten Steinsäulen des Bryce Canyon die von ihrem Gott Coyote (gesprochen kai-oh-tih) versteinerten "Legend People". Coyote hatte nach der Vorstellung der Indianer dieses Gebiet als Lebensraum für sein Volk ausgewählt. Als dieses sich damit aber nicht sonderlich zufrieden zeigte, schüttete der erzürnte Gott Farbtöpfe über sein Volk aus und versteinerte es. Und in der Tat kann man in einigen der bunten Säulen mit etwas Fantasie Figuren erkennen.

John Charles Frémont

John Charles Frémont

Als erster Weißer kam Captain John Charles Frémont 1854 zum Bryce Canyon. Ab 1870 wurde die Gegend systematisch kartographiert. Damit begann der touristische Aufstieg dieses Naturwunders.

Der Bryce Canyon wurde nach Ebenezer Bryce, einem schottischen Mormonen und Schiffsbauer, benannt. Dieser war einer der ersten Siedler in diesem Gebiet. Er kam mit seiner Frau Mary Ann, Brigham Young und mormonischen Siedlern im Herbst 1875 ins Paria Valley unterhalb der Felsenlandschaft. Seine Glaubensgemeinschaft schickte ihn in diese Gegend, da er aufgrund seiner handwerklichen Fertigkeiten für besonders geeignet erachtet wurde. Die nachfolgenden Siedler verdrängten in den Folgejahren die ortsansässigen Paiutes. Bryce baute eine Straße auf das bewaldete Hochplateau des Canyons um Brenn- und Bauholz transportieren zu können. Schnell wurde die Gegend um Ebenezer's Haus "Bryce's Canyon" genannt. Der Name blieb, auch als die Bryces 1880 nach Arizona weiterzogen. Ebenezer Bryce beschrieb den Canyon einmal so: "Ein wunderbarer und traumhafter Platz, um die Schöpfung zu loben, aber die Hölle, um eine verlorene Kuh zu suchen."

Zwei weitere bedeutende frühe Siedler der Region waren Reuben (genannt Ruby) und Minnie Syrett. Sie errichteten 1916 außerhalb der heutigen Parkgrenzen eine Ranch und luden Freunde ein, sich die seltsamen Felsformationen anzuschauen. Nach kurzer Zeit bauten sie am Rand des Plateaus aufgrund des wachsenden Interesses ein Gasthaus, das sie "Tourist's Rest" nannten. Als Bryce Canyon am 8. Juni 1923 durch öffentlichen Druck von Präsident Warren G. Harding zum National Monument erhoben wurde erwarb die Union Pacific Raildoad das Tourist's Rest und begann mit dem Bau der Bryce Canyon Lodge mit der Absicht, Bryce Canyon zu einem Teil ihrer "Loop Tour" des Südwestens zu machen. Die Syretts errichteten daraufhin auf ihrem eigenen Grund "Ruby's Inn" nördlich des Parks. Union Pacific baute in der Folgezeit die Gegend systematisch aus. Vom Bahnhof in Cedar City wurde ein Shuttle Service zum Bryce Canyon National Monument errichtet, das 1924 zum Utah National Park ernannt wurde. Schon 1925 musste die Bryce Canyon Lodge, ein Jahr nach ihrer Fertigstellung, aufgrund des enormen Besucherandrangs erweitert werden. Noch heute dient die Lodge als Hotel und wurde im Stil der 1930er Jahre renoviert.

1928 wurde das Gebiet des Nationalparks durch ein Gesetz des Kongresses verdoppelt. Gleichzeitig erhielt der Park am 25. Februar 1928 seinen jetzigen Namen: Bryce Canyon National Park.

Ab 1931 fanden verschiedene Grenzveränderungen am Nationalpark statt und erst 1942 erreichte der Park seine heutige Größe von exakt 145,02 Quadratkilometern. 1934 wurde schließlich die Straße entlang des Rims fertiggestellt.

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