Marin Headlands San Francisco Golden Gate

Financial District, San Francisco, Kalifornien

Die Skyline von den Marin Headlands aus (333kb).

Golden Gate Bridge, San Francisco, Kalifornien

Die wirklich beste Aussicht auf die Brücke (248kb).

Direkt stadtauswärts hinter der Brücke befindet sich östlich (rechts) ein Parkplatz, von wo man die rote Brücke gut der Länge nach vor der Skyline der Stadt sehen kann. Hier hält eigentlich jede Touristengruppe an um sich die Brücke anzuschauen, denn meistens hat man ja nicht viel Zeit. Entsprechend ist der Andrang groß, die freien Plätze an der Brüstung stark umkämpft, und gelegentlich klettern einzelne sogar auf das Mäuerchen, um einen freien Ausblick ergattern zu können. Wesentlich imposanter und bei weitem nicht so überlaufen ist jedoch der Ausblick von einem weniger bekannten weil etwas abseits gelegenen Aussichtspunkt in den Marin Headlands. Das ist ein hügeliges Gebiet auf der gegenüberliegenden Seite von San Francisco im Norden jenseits des Golden Gate.
Golden Gate Bridge, Fishermans Wharf, Oakland Bay Bridge, Coit Tower, Telegraph Hill, San Francisco, Kalifornien

Blick auf Fishermans Wharf und Coit Tower. Der Pfeiler der Bay Bridge hat übrigens mehr Beton als das Empire State Building (43kb).

Golden Gate Bridge, San Francisco, Kalifornien

Die Nacht bricht herein (109kb).

Fährt man Richtung San Francisco geht zwischen dem Highwaytunnel und der Brücke rechts eine unscheinbare Straße steil den Berg hinauf. Am einfachsten findet man sie, wenn man von Sausalito kommend auf den Highway 101 auffährt. Hier muss man dann nämlich nur den Highway kreuzen und ihn direkt wieder nach Westen hin verlassen. Diese Straße windet sich nun am Berg entlang zum Marin Headlands State Park (oder auch Golden Gate National Recreation Area) und endet schließlich an mehreren Parkstreifen, von wo aus man die Brücke komplett von der Seite sehen kann, dahinter Alcatraz, die Oakland Bay Bridge und die gesamte City bis hin zum Lands End, wo die Bay in den Pazifik mündet. Dies ist wohl neben Twin Peaks der beeindruckendste Aussichtspunkt ganz San Franciscos. Von keiner anderen Stelle hat man einen so hoch gelegenen Blick auf die Stadt. Hier entstanden die wohl berühmtesten Aufnahmen von der Brücke, von denen ich einige Motive ebenfalls fotografiert habe.

Golden Gate, San Francisco, Kalifornien

Der Blick nach Süden auf das Golden Gate (305kb).

Lands End, Golden Gate, San Francisco, Kalifornien

Lands End mit Baker Beach im Hintergrund (187kb).

Hier hatte ich auch das erste Mal das einzigartige "Du bist wirklich da"-Gefühl. Nach all dem Stress der Anreise war hier der erste Punkt, an dem man wie von außerhalb auf die bis dahin fremde, aber doch so von Bildern vertraute Szenerie schauen kann. Es war bis dahin der schönste Moment in meinem Leben. Endlose Stille - der Parkplatz ist groß genug und wenig frequentiert, so dass man kaum gestört wird -, dazu eine nahezu unendliche Aussicht (bei klarem Wetter) und die frische Luft verleiten dazu, eine Weile innezuhalten und einfach in die Ferne zu schauen. Bestimmt 10 Minuten habe ich so verbracht bevor ich die Kamera zückte, um die Eindrücke für die Nachwelt festzuhalten. Auch bei der zweiten Reise verlief der Aufenthalt ähnlich. Dieser Aussichtspunkt ist einfach eine Schlüsselstelle, die man möglichst am Anfang des Urlaubs besuchen sollte.

Wer gerne kraxelt kann sich die Mühe machen, von der Straße noch ein Stückchen höher auf die Kuppe oberhalb des Parkplatzes hinaufzuklettern, von wo man eine noch bessere Aussicht genießen kann; vor allem auch Richtung Pazifik, der ansonsten von dem Hügel halb verdeckt wird. Hier oben standen einst in den noch vorhandenen Artilleriebefestigungen die Kanonen, die die Bucht beschützt haben. Die ersten wurden im Amerikanischen Bürgerkrieg aufgestellt, die Fundamente der letzten wurden im Zweiten Weltkrieg aus Angst vor einer japanischen Invasion gebaut.

Construction 129, Golden Gate, San Francisco, Kalifornien

Anstelle der schwarzen Öffnung von Construction 129 sollte eine Seekanone platziert werden (788kb).

Golden Gate Bridge, San Francisco, Kalifornien

Aussicht von einem der unteren Parkplätze (341kb).

Ein gewaltiger, wie ein Bunker wirkender Bau mit dem schönen Namen "Construction 129" weckt das Interesse des immer neugierigen Touristen. Am Ende des Parkplatzes führt ein kleiner Tunnel zu dem seltsamen Bauwerk an der Seeseite. Der Bau dieses Geschützbunkers begann 1942. Die zwei Geschützrohre (40 cm Seekanonen mit einer Reichweite von 40 Kilometern) wurden kurz vor Fertigstellung 1943 angeliefert. Als jedoch klar wurde, dass die japanische Flotte nicht mehr in der Lage sein würde, die Westküste anzugreifen, wurden sie nicht mehr montiert, und so blieb das Werk unvollendet.

Ab 19 Uhr wird der obere Teil der Straße hinter der Schranke von der Polizei gesperrt. Mit Megaphon fordern sie die Touristen auf, den Bereich zu verlassen, was sehr schade ist, da gerade in der Dunkelheit die Brücke ein tolles Motiv bildet. Aber auch an den darunter gelegenen Aussichtspunkten ist der Ausblick noch kolossal, jedoch ist der Blickwinkel auf die Brücke dort sehr viel spitzer und Teile der Stadt werden von den Hügeln verdeckt.

Financial District, San Francisco, Kalifornien

Nebel zieht über die Stadt (95kb).

Golden Gate Bridge, San Francisco, Kalifornien

Der Nordpfeiler wird angestrahlt (168kb).

Sollte es also kurz vor 19 Uhr schon komplett dunkel sein ist dies ein Zeitpunkt, den man für einen erneuten Besuch ins Auge fassen sollte. Die Aussicht ist eben auch abends unbedingt zu empfehlen. Dann werden nämlich die Pfeiler der Brücke angestrahlt, wodurch sie noch viel beeindruckender aussehen. Der permanent über sie hinwegfließende Verkehr vor der hell erleuchteten Skyline schaffen eine Atmosphäre, die man so schnell nicht wieder vergessen wird, selbst wenn es draußen eisig kalt ist. Und das sollte man wirklich nicht unterschätzen. Ich hatte so kalt, dass ich die Kamera in Händen nicht mehr spürte. Ohne Stativ blieb mir nichts anderes übrig, als sie unter Verrenkungen auf die leider nicht waagerechte Motorhaube an einer der plansten Stellen, die leider sehr mittig war, aufzustützen damit die 4 Sekunden Belichtungszeit wackelfrei hinzukriegen waren. Von über 30 Fotos sind nur 4 wirklich gut geworden; immerhin.

Besonders imposant erscheint einem die Brücke, wenn eines der schweren Containerschiffe wie ein winziges Paddelboot erscheint und ohne Probleme unter der Brücke hindurchfährt - besonders, wenn einem solch ein Schiff zuvor am Pier 39 die Sicht auf Alcatraz komplett verdeckt und einfach nur gigantisch gewirkt hatte.

Bitte lasst Euch von den Bildern nicht täuschen - üblicherweise ist die Brücke in Nebel gehüllt, denn vom Pazifik her weht immer ein frischer Wind, der viel Feuchtigkeit mit sich bringt, und die großen, kalten Wassermassen in der Bucht erzeugen, wenn sie auf die warme Festlandsluft stoßen, einen dichten Nebelschleier. Wir hatten einfach nur Glück und an den elf Tagen, die wir insgesamt in der Stadt waren, nur einmal soviel Nebel, dass ein Pfeiler beim Überqueren der Brücke selbst beim drunter durchfahren nicht zu sehen war. Wer Pech hat, wird sie in seinem Urlaub gar nicht zu Gesicht bekommen...

(c) Stefan Kremer - Alle Rechte vorbehalten




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