Pier 39 Seelöwen Fishermans Wharf San Francisco

Pier 39, Fishermans Wharf, San Francisco, Kalifornien

Pier 39 am Embarcadero mit Fußgängerbrücke zum Parkhaus (231kb).

Pier 39, Fishermans Wharf, San Francisco, Kalifornien

Hier beginnt Pier 39 (281kb).

Pier 39, Fishermans Wharf, San Francisco, Kalifornien

Einen gewissen Reiz kann man nicht abstreiten (245kb).

Pier 39, Fishermans Wharf, San Francisco, Kalifornien

Treasure Island für Arme (427kb).

Das Mekka jedes San Francisco Besuchers ist der am 4. Oktober 1978 eröffnete Pier 39, der mithin 2008 sein 30jähriges Jubiläum feierte. Über 110 Geschäfte, 11 Restaurants und zahlreiche Attraktionen bietet der von Moor + South / PIER Management Co. gemanagte "festival marketplace". Er wurde aus "historischen" Planken der Piers 3 und 34 aus dem Jahre 1910 errichtet und ist die Attraktion in sich, ein Selbstläufer genau wie Las Vegas.

Keine Stadtbesichtigung, und sei sie noch so kurz, lässt dieses Ziel außen vor. Dementsprechend hoch frequentiert ist dieser Ort. Man trifft auf Menschen aus allen Teilen der Erde, die mit Fotoapparat ausgestattet über die Holzstege flanieren. Einheimische sind hier gnadenlos in Unterzahl und meiden tagsüber den Ort. Pier 39 ist mit 10,5 Millionen Besuchern pro Jahr der zweitmeistbesuchte Ort Kaliforniens.

Pier 39, Fishermans Wharf, San Francisco, Kalifornien

Der Ort ist ständig von Touristen überlaufen (401kb).

Pier 39, Fishermans Wharf, San Francisco, Kalifornien

Von oben hat man einen besseren Überblick (415kb).

Entwickelt hat sich der Pier in der Goldrauschära, als zunächst chinesische Fischer mit ihren Dschunken vor der Küste fischten um das Umland mit Nahrung zu versorgen. Später wurden sie von Italienern abgelöst, die am Strand Verkaufsstände errichteten.

Der gesamte Pier besteht aus einem breiten Holzsteg, der mit aus Holz gebauten Läden übersät ist. Jedoch verkaufen diese längst keinen Fisch mehr, und wenn dann nur in zubereiteter Form für entsprechendes Geld. Die beidseitige Bebauung beherbergt alles, was das Touristenherz begehrt (oder besser, was die Amerikaner meinen, Touristen verkaufen zu müssen). Souvenirshops, Boutiquen, Ramschläden, Restaurants, Spielhöllen und sogar eine kleine Bühne für Kleinkunstvorführungen ist vorhanden. Diese wird permanent von Pantomimen, Artisten und Clowns genutzt. Gäbe es nicht schon Schulen für Marketing, hier wäre sicherlich der ideale Ort.

Pier 39, Fishermans Wharf, San Francisco, Kalifornien

Überall Touristen und Geschäfte (225kb).

Pier 39, Fishermans Wharf, San Francisco, Kalifornien

Der Blick zurück Richtung Stadt (396kb).

Coit Tower, Pier 39, Fishermans Wharf, San Francisco, Kalifornien

Blick auf Coit Tower von der oberen Etage (292kb).

Nahezu resistent diesen kapitalistischen Verlockungen gegenüber wollte ich mir bei meinem ersten Besuch in San Francisco wenigstens ein nicht-fotografisches Erinnerungsstück mitbringen. Nachdem ich das Angebot überflogen hatte entschied ich mich dann doch für etwas optisches; ein Poster von der Golden Gate Bridge sollte es sein. Praktischerweise gab es auf dem Pier einen Postershop, "Posters, Art, S.F. City Prints & More", gut versteckt auf der ersten Etage. Der war auch vollgestopft mit Postern aller Größe, Bildern und Postkarten. Nur irgendwie konnte ich das Wahrzeichen der Stadt nirgends ausmachen. Entweder war das beliebte Motiv vergriffen, oder hier verstand jemand seine Zielgruppe nicht. Ich fragte den Verkäufer, und der überlegte kurz und zeigte dann auf ein Poster, was ganz hoch oben neben dem Tresen an der Decke hin; ein guter Platz für das Top-Motiv. Mangels Alternativen erstand ich das Meisterwerk, das seither hinter Glas mein Arbeitszimmer schmückt und eigentlich dringend ersetzt werden müsste, denn es ist aus fotografischer Sicht eine einzige Katastrophe. Aber man hängt dann doch sentimental an dem Mitbringsel.

Pier 39, Fishermans Wharf, San Francisco, Kalifornien

Mit Rolltreppe gehts zum Bubba Gump (436kb).

Pier 39, Fishermans Wharf, San Francisco, Kalifornien

Der Karussellplatz und der blaue Baldachin der Rolltreppe (256kb).

Pier 39, Fishermans Wharf, San Francisco, Kalifornien

Die Kleinkunstbühne hinter dem Karussell (272kb).

Der hölzerne Weg führt an mehreren Stellen ein paar Stufen hinauf und wieder hinab. Rampen ermöglichen das Vorankommen mit Kinderwagen. Überall gibt es Sitzbänke und Blumenkübel; eigentlich ist der optische Eindruck des Piers relativ freundlich. Schließlich weitet sich der Weg am hinteren Ende zu einem kleinen Platz, in dessen Mitte das Karussell seine Runden dreht. Hier fühlt man sich nicht ganz so zwischen den Geschäften und Büdchen eingezwängt. An der Nordseite des Platzes führt der Weg durch eine Art Tor durch die Bebauung hindurch bis an die Spitze des Piers, von wo aus man einen hervorragenden Ausblick auf die Golden Gate Bridge und die gesamte Bay hat. Der Gefängnisinsel Alcatraz ist man an dieser Stelle vom Festland her am nächsten, und doch war die Stadt seinerzeit für die Gefangenen unerreichbar weit entfernt. Von dem großen Platz, der die Spitze von Pier 39 bildet, führen Wege am den äußeren Rändern des Piers seeseitig hinter der Bebauung zurück. Rechts vom Pier ist ein Yachthafen - diese Außenseite des Piers bleibt üblicherweise von Touristen verschont denn hier gibt es weder eine Attraktion zu bewundern, noch Geschäfte oder eine nennenswerte Aussicht - außer eben auf vor Anker liegende Yachten. Wenn man also mal von dem Trubel verschnaufen möchte ist es dort noch am ruhigsten.

 

 


Seelöwen
Seelöwen, Pier 39, Fishermans Wharf, San Francisco, Kalifornien

Die Schrecken von Pier 39... (422kb)

Seelöwen, Pier 39, Fishermans Wharf, San Francisco, Kalifornien

... leben in dieser Ponton-Heimat (330kb).

Seelöwen, Pier 39, Fishermans Wharf, San Francisco, Kalifornien

Seelöwenkolonie und Forbes Island - Blick vom oberen Pier-Rundweg (406kb).

Anders auf der westlichen Seite. Hier haben nämlich die weltberühmten Seelöwen (die heimliche Hauptattraktion von Pier 39) ihr Domizil aufgeschlagen, und das ganz ohne menschliche Planung. Die Stadt hatte daraufhin 1994 extra einen Teil dieses Hafenbeckens geräumt und schwimmende Pontons installiert, die von den Tieren nun als Liegefläche genutzt werden. Und dies nicht zu knapp; bestimmt hundert Tiere sind permanent vor Ort, machen einen Heidenlärm und haben ihren Spaß daran, sich gegenseitig von den Holzplattformen hinunter ins Wasser zu stoßen. Dabei zeigen sie sich völlig unbeeindruckt von den sich ebenfalls akustisch nicht ganz zurückhaltenden Menschenmassen und den Schiffen, die immerhin haarscharf an ihnen vorbeifahren und sich die enge Hafeneinfahrt mit ihnen teilen. Sowas zieht natürlich jeden kamerabewehrten Touristen magisch an. Und so hat man seine liebe Not, sich an der Menschentraube vor den Seelöwen vorbeizuzwängen. Will man gar in erster Reihe eine bessere Sicht haben, muss man entweder geduldig warten, kräftige Arme haben oder einfach von der oberen Etage das Schauspiel bewundern, denn dort ist der Andrang (und der Gestank der Tiere) nicht ganz so groß. Übrigens: männliche Seelöwen kann man am besten an ihrer Hautwulst erkenne, die sie ab dem 5. Lebensjahr auf ihrem Kopf entwickeln. Sie sind außerdem 1 foot größer und mit 850 pound über 550 pound schwerer als die Weibchen. Im Gegensatz zu seals haben sie nach außen herausgebildete Ohren und sind für ihre hohe Intelligenz und ihre Verspieltheit bekannt.

Seelöwen, Pier 39, Fishermans Wharf, San Francisco, Kalifornien

Im Frühjahr und Herbst sind sie reichlich vertreten... (290kb)

Seelöwen, Pier 39, Fishermans Wharf, San Francisco, Kalifornien

... während sie im Sommer in Urlaub sind (218kb)

Pier 39, Fishermans Wharf, San Francisco, Kalifornien

Der linke Außenweg des Pier 39 (184kb).

Wie bereits erwähnt ist der gesamte Pier 39 zweigeschossig. Mit mehreren Aufzügen und Treppen kann man die obere Etage erreichen, von der auch eine Brücke direkt ins Parkhaus am Embarcadero führt. Dort sollte man aber nur im Notfall parken, denn eine Tageskarte kostet sagenhafte 19 Dollar (2000). Dafür bekommt man 11 Dollar gutgeschrieben, wenn man am Pier in bestimmten Geschäften oder Restaurants einkehrt (und die 11 Dollar und mehr dort ausgibt natürlich) . Wesentlich preiswerter (2-10 Dollar) kann man an den östlicheren Piers auf Parkplätzen mit Flatrate parken, denn wie man's auch dreht und wendet, ein paar Stunden wird man in jedem Fall hier verbringen.

Zu den Aufzügen muss ich noch eine Bemerkung loswerden: Steigt um Gottes Willen nicht in den Aufzug auf der linken Seite am Ende des Piers (den findet man zum Glück nur von oben), es sei denn Ihr wollt in einem düsteren Hintergässchen landen, das nur so vor Mücken wimmelt und ekelhaft nach altem Frittenfett und anderen fischigen Abfällen stinkt. Für ganz Hartgesottene sind dort auch noch ein paar Tische aufgestellt - im Halbdunkel...

Pier 39, Fishermans Wharf, San Francisco, Kalifornien

Kleine Parkanlage vor der Anlegestelle (kb).

Geht man den Weg an den Seelöwen vorbei weiter gelangt man schließlich zur Anlegestelle der Fähren, die zwischen San Francisco und Sausalito pendeln. Auch starten von dort die Bay Cruises. Will man hingegen nach Alcatraz muss man nun die Anlegestelle an Pier 33 aufsuchen. Der Platz um diese Anlegestellen herum ist etwas breiter und mit Blumenbeeten und Sitzbänken ausgeschmückt. Der Bürgersteig ist bei Pier 39 ohnehin recht breit angelegt und wird immer wieder von Straßenkünstlern als Bühne genutzt.

 

 


Bubba Gump
Bubba Gump, Pier 39, Fishermans Wharf, San Francisco, Kalifornien

Wir warten auf einen freien Tisch (248kb).

Bubba Gump, Pier 39, Fishermans Wharf, San Francisco, Kalifornien

Der Speiseraum besteht aus zwei Ebenen (273kb).

Empfehlenswert: ein Fischessen im Bubba Gump auf der oberen Etage am Ende des Piers. Das Restaurant ist einzigartig; nicht nur der 260 Grad Ausblick auf die Bay ist erlebenswert, sondern auch der Service. Auf jedem Tisch befindet sich ein umklappbares Metallschild. Ist die grüne Seite mit der Aufschrift "Run Forrest Run" sichtbar, bleibt man unbehelligt. Schlägt man hingegen die rote "Stop Forrest Stop" Seite auf, steht auf der Stelle einer der Dutzenden Kellner parat. Das Essen ist gut und reichhaltig, und originell obendrein. Natürlich ist das Restaurant angelehnt an den Kinoerfolg "Forrest Gump" und eigentlich ein nettes Merchandising-Produkt. Im gesamten Restaurant findet man in Vitrinen Original-Requisiten des Films, und gelegentlich sitzt neben dem Eingang auf einer Holzbank ein Doppelgänger von Tom Hanks, der dort den guten Forrest zum Besten gibt. Mit diesem kann man sich dann ablichten lassen, was natürlich einen Marketing-Hintergrund hat, denn auf dem Foto wandert unbemerkt eine große Pralinenschachtel mit in den Vordergrund, die der Doppelgänger flink hervorzaubert.

Bubba Gump, Pier 39, Fishermans Wharf, San Francisco, Kalifornien

Die Bar im Bubba Gump (150kb).

Bubba Gump, Pier 39, Fishermans Wharf, San Francisco, Kalifornien

Ausblick von der oberen Sitzebene (168kb).

Bubba Gump, Pier 39, Fishermans Wharf, San Francisco, Kalifornien

Die untere Sitzebene direkt am Fenster (313kb).

Bubba Gump, Pier 39, Fishermans Wharf, San Francisco, Kalifornien

So zeigt man dem Kellner: alles ok...

Bubba Gump, Pier 39, Fishermans Wharf, San Francisco, Kalifornien

... und so ordert man ihn herbei.

Ein neuerliches Essen bei Bubba Gump hätte ich in 2003 schon gerne zu mir genommen - als Reminiszenz an den letzten Urlaub -, aber dummerweise stand am Treppenaufgang zur ersten Etage des Piers eine Speisekarte mit Preisen, was dazu führte, dass wir mehrheitlich beschlossen, es uns diesmal nicht leisten zu können bzw. wollen. Zwar hatte sich die Kaufkraft im Vergleich zum letzten Urlaub (eine Mark entsprach etwa einem Dollar) nunmehr auf 1 Euro = 1 Dollar verbessert, dafür waren aber die Preise als solche gut angezogen und unsere Geldbörsen etwas knapper.

In 2007 besuchten wir das Bubba Gump dann doch nochmal. Diesmal hatten wir Kinder mit an Bord, und die Restaurantwahl sollte sich als voller Erfolg herausstellen. Zwar mussten wir um halb zwei rund 20 Minuten warten bis wir einen Tisch zugewiesen bekamen, doch dann entbrannte das volle Servicefeuerwerk um uns und den ganzen Laden. An einem Nachbartisch war den Kellnern zu Ohren gekommen, dass ein kleiner Junge Geburtstag hatte. Also rückten alle Kellner an, der arme kleine musste sich auf den Stuhl stellen, und dann sang der ganze Laden lautstark ein Happy Birthday - wie gut, dass mein Geburtstag im urlaubsungünstigen März liegt. Kaum war dieses Ereignis verdaut und wir konnten wieder ungestört die Speisekarte begutachten begann unser Kellner, der ansonsten sehr nett war, sein kleines Forrest Gump-Quiz mit zehn Fragen, die die Welt nicht braucht und die die Gäste beantworten durften. Zu gewinnen gab es nichts, es war nur warum auch immer - Erlebnisgastronomie eben.

Bubba Gump, Pier 39, Fishermans Wharf, San Francisco, Kalifornien

Mein New York Strip Steak (260kb).

Bubba Gump, Pier 39, Fishermans Wharf, San Francisco, Kalifornien

Panierte Shrimps mit Dip (259kb).

Das Essen, ja was soll ich sagen. Banausenhafterweise hatte ich ein Steak bestellt und kam voll auf meine Kosten. Die anderen hatten sich doch eher maritim entschieden, Shrimps wie sich das gehört. Und Rippchen, naja sagen wir besser ein halbes Schwein, denn der knochige, wohlmarinierte halbe Brustkorb war deutlich länger als 30 Zentimeter. Es hörte auf den wohlklingenden Namen "Dixie Style Baby Back Ribs". Dazu gab es French Fries, Dipps, Salat und natürlich einen Glückskeks für jeden. Bis kurz vor 15 Uhr dauerte das Spektakel; viel Zeit, aber es hatte sich wieder gelohnt.

Gut essen kann man auch nebenan im Yet Wah, einem chinesischen Restaurant direkt neben dem Bubba Gump. Allerdings wird kanton-chinesisches Essen serviert, was Geschmackssache ist. Freunde süß-saurer Saucen werden hier enttäuscht. In 2000 leistete ich mir hier einen Übersetzungslapsus, der vermutlich heute noch als Anekdote in Chinatown kursiert. Ich wollte fragen, ob es zu dem Essen auch Saucen gibt - mir war das kantonchinesische Essen in der Karte schon aufgefallen. Doch statt dem simplen "Sauce" (oder noch besser: Dip) fragte ich den Kellner, ob beim Essen auch "Sausage" (Würstchen) dabei wäre. Das fand der so lustig, dass er einen Lachanfall bekam. Peinlich, peinlich.

Souvenirs kauft man besser an nicht so überlaufenen Stellen in der Stadt für den halben Preis. Wir hatten uns drei T-Shirts für insgesamt 15 Dollar geleistet - das noch brauchbarste touristische Produkt mit Erinnerungswert - in einem kleinen Laden irgendwo zwischen The Cannery und dem Fishermans Wharf Schild an der Jefferson Street.

 

 


Forbes Island
Forbes Island, Pier 41, Fishermans Wharf, San Francisco, Kalifornien

Forbes Island, im Hintergrund Alcatraz (255kb).

Sehenswert bei Pier 39 ist auch Forbes Island, das am Ende des langen Steges zwischen Pier 39 und Pier 41 liegt. Was zunächst aussieht wie ein kleiner Leuchtturm auf einer winzigen Insel ist in Wirklichkeit ein Restaurant der besonderen Art. Nicht nur, dass man sich im Inneren unterhalb der Wasseroberfläche befindet; es handelt sich auch um die einzige von Menschenhand angefertigte schwimmenden Insel überhaupt. 1975 begann der gebürtige New Yorker Forbes Thor Kiddoo, inspiriert durch den Roman "20.000 Meilen unter dem Meer", mit den Bauarbeiten des 700 Tonnen schweren fahrtüchtigen Schiffes, das seit 1999 nun an dieser Stelle vor Anker liegt und der Öffentlichkeit (nach Vereinbarung) zugänglich ist. Ein Schiff-Shuttle-Service befördert dann die Gäste vom Hafen zur kleinen Anlegestelle. Touristen können sich die seltsame Behausung immerhin von der Rückseite (vom Steg aus) näher anschauen und sich über das leichte Wanken der vermeintlichen Insel samt Felsen bei Wellengang wundern.

Forbes Island, Pier 41, Fishermans Wharf, San Francisco, Kalifornien

Die Rückseite mit der Schiffsschraube (264kb).

Von eben diesem Steg aus hat man übrigens einen der besten Ausblicke auf das östliche Fishermans Wharf, das Hafenbecken mit den Seelöwen und dem dahinter liegenden Pier 39 und den Anlegestellen der Fähren. Ebenfalls schaut man auf den Telegraph Hill mit dem obenauf thronenden Coit Tower und dem sich daneben emporstreckenden Pyramide Tower. Alleine deswegen lohnt sich ein kurzer Abstecher hierhin.

 

 


Aquarium of the Bay
Aquarium of the Bay, Pier 39, Fishermans Wharf, San Francisco, Kalifornien

Eingang zum Aquarium neben dem Bookstore und dem Hardrock Cafe direkt am Embarcadero (186kb).

In diesem 1996 eröffneten Aquarium of the Bay direkt am Eingang zum Pier 39 werden eine Vielzahl ortsüblicher Meeresbewohner gezeigt. Dazu kann man entweder zu Fuß durch zwei zusammen rund 100 Meter lange Plexiglasröhren gehen oder sich auf einem sich langsam bewegenden Förderband durch eben diese transportieren lassen und rundum die über 10.000 Meeresbewohner wie Rochen, Lachs, Stör, Krebse und Haie beobachten. Unterhalb der Röhre sind auf kleinen Tafeln die einzelnen Tiergattungen beschrieben. Das Highlight im Becken ist neben den Haien sicher während der Reinigungsarbeiten der Taucher, der auch auf einem der Täfelchen als "Homo sapiens sapiens" ausgewiesen ist. Interessant ist auch der große Sardinenschwarm aus mehreren tausend Fischen, der sich immer im Kreis dreht. Leider ist der Rundgang recht kurz.

Aquarium of the Bay, Pier 39, Fishermans Wharf, San Francisco, Kalifornien

Im Aquarium of the Bay blickt man in die Röhre (98kb).

Aquarium of the Bay, Pier 39, Fishermans Wharf, San Francisco, Kalifornien

Schmecken nicht nur lecker: Sardinen (409kb).

Mit einem Aufzug gelangt man eine Etage höher, wo man im "Touch the Bay" in verschiedenen Wasserbecken weitere Fische sehen und sogar streicheln kann - wenn man flink genug ist. Angeschlossen ist selbstverständlich auch ein Souvenirladen (wo ich - all meine guten Vorsätze in den Wind schreibend - als Erinnerung an ein gleiches Teil, dass ich vor rund 20 Jahren mal besaß, zwei Water-Wigglies erstanden habe). Es gibt auch eine dritte Etage mit drei neuen Touch-Pools. Empfehlenswerter und sehr viel größer ist jedoch das Bay Aquarium in Monterey, das wir später besuchen sollten. Der hohe Eintrittspreis von 12 Dollar pro Person (2000) ist wohl nur angesichts der Lage zu verstehen. Wer in Monterey vorbeikommt verpasst also nichts wenn er an Aquarium of the Bay vorbeigeht.


Pier 39, Fishermans Wharf, San Francisco, Kalifornien

Endlich ein Denkmal für die Seelöwen (393kb).

Pier 39, Fishermans Wharf, San Francisco, Kalifornien

Nicht unbedingt das niedlichste Maskottchen (621kb).

Bei meinem zweiten Besuch in 2003 war es Anfang Mai, also noch vor Saisonbeginn. Das machte sich natürlich insofern bemerkbar, als dass an einigen Geschäften noch Renovierungsarbeiten durchgeführt wurden. Die Geschäfte waren zwar alle geöffnet, jedoch einige hinter Bauplanen oder Holzverkleidungen versteckt. Der Menschenandrang war dennoch am Pier wie gewohnt - was mag wohl während der Saison hier los sein. Die Temperaturen waren ebenfalls noch sehr frisch; ohne Jacke wäre es deutlich zu kalt gewesen. Hier merkt man eben die Nähe zum kühlen Pazifik, von dem der Wind nahezu ungehindert zu den am nördlichen Ende der Landzunge gelegenen Pier weht.

Hier wurde ich auch zum ersten Mal mit der neuesten Erfindung der Touristenmelkindustrie konfrontiert. Seltsam anmutende Geräte standen da nahe des Karussells, die äußerlich stark an eine Mischung aus Sonnenbank und Sarg erinnerten. Eine Wassermassage in voller Kleidung wurde angeboten, wohltuend für den ganzen Körper und erleichternd fürs Portemonnaie. Einige machten von dem Angebot Gebrauch und hatten sich in die enge Röhre gelegt, die sie bis auf Kopf und Füße komplett mit einer durchsichtigen und mit Wasser gefüllten, blauen Gummihülle umschloss. Aus vielen kleinen Düsen wurde dann das Wasser wild herumgewirbelt, was sicher nicht ganz unangenehm war; den Eindruck machte es jedenfalls. Ob dies durch die komplette Kleidung jedoch auch einen therapeutischen Wert hat erscheint mir mehr als fraglich. Später sollte ich diese Geräte noch an vielen weiteren Tourismushochburgen wie z. B. Las Vegas wiedersehen.

Pier 39, Fishermans Wharf, San Francisco, Kalifornien

Display von www.SFOutdoorTV.com (356kb).

Pier 39, Fishermans Wharf, San Francisco, Kalifornien

Blick auf das neue Karussell... (623kb)

Pier 39, Fishermans Wharf, San Francisco, Kalifornien

... und Richtung Telegraph Hill (540kb).

Pier 39, Fishermans Wharf, San Francisco, Kalifornien

Der größte Schoko-Laden der Welt von Ghirardelli (588kb).

Auf der anderen Seite des Karussellplatzes hatte man eine riesige LED-Fernsehwand installiert - die größte und modernste in Amerika wie der Hersteller wirbt. Leider flimmerte die ganze Zeit Werbung auf ihr, was den ganzen Flair des Piers doch reichlich beeinträchtigt. Die Qualität des Displays ließ jedenfalls viele Wünsche offen, denn das Bild war doch reichlich schlierig und bot Farbverwaschungen in Hülle und Fülle. Offenbar sieht NTSC nicht nur auf PAL-Geräten recht bescheiden aus. Nunja, im MGM in Las Vegas waren gleich ganze Monitorwände ausgefallen und flimmerten bei einer Live-Performance völlig zerschwurbelte Daten in den dunklen Raum. Angesichts solcher gröberer Ausfälle ist dieses vergleichsweise winzige Display natürlich von bester Güte.

Eine weitere Neuerung stellt das am 20. Oktober 2002 eröffnete San Francisco Karussell dar. Dieses ersetzte das Venetian Carousel und wurde von der italienischen Bertazzon Company designed und in Handarbeit hergestellt. Es zeigt handgemalte Motive aus San Francisco wie die Golden Gate Bridge, Coit Tower, China Town, Lombard Street, Alcatraz und die Seelöwen. Von klassischen Orgelklängen begleitet und von 1.800 Lämpchen beleuchten kann man hier auf einem der Sitzmöglichkeiten gemächlich seine Runden drehen.

Pier 39, Fishermans Wharf, San Francisco, Kalifornien

Da gucken 'se! Flamenco in Francisco (423kb).

Pier 39, Fishermans Wharf, San Francisco, Kalifornien

Die Bühne ohne Vorführung (208kb).

Auf der kleinen Bühne hinter dem Karussell führte eine Bauchtanzgruppe ihre Künste vor. Drei schlanke und eine gut bebauchte Tänzerin präsentierten Ihre Künste in knappem, spanisch-indischem Fantasie-mit-Schwarzwaldbommel-Outfit vor einer größeren Zuschauermenge. Aufgrund des hohen künstlerischen Niveaus blieben auch wir eine Weile stehen und begutachteten kritisch die rund zehnminütige Vorführung. Die Mädels taten wirklich ihr Bestes, sich bei den Temperaturen nicht den Bauch und sonstiges einzufrieren. Die Zuschauer - vor allem die männlichen - honorierten das auch mit begeisterten Beifallsstürmen. Als jedoch die Aufführung beendet war und eins der Mädchen Anstalten machte, mit einem Bastkörbchen ein paar Tips einzusammeln, sprangen alle fluchtartig auf und taten so als hätten sie das gar nicht bemerkt; kurzer Blick auf die Uhr und, ach ja, da war ja dieser dringende Geschäftstermin.

Seelöwen, Pier 39, Fishermans Wharf, San Francisco, Kalifornien

Die "Sea-lebrities" von San Francisco... (436kb)

Seelöwen, Pier 39, Fishermans Wharf, San Francisco, Kalifornien

... fühlen sich hier sauwohl (490kb).

Anders war das bei den Seelöwen. Hier lief alles in gewohnten Bahnen. Die Tiere stanken, blökten herum und stupsten sich gegenseitig von den Pontons während die Touristen artig an der Pierbeplankung durch ihren Kameragucker linsten und eifrigst den Auslöser betätigten. Da ist die Touri-Welt noch in Ordnung; da will niemand Trinkgeld kassieren, und lästige Kleidungsstücke verdecken auch nicht die neugierigen Blicke auf die Objekte der Begierde. Übrigens war es am 19. Januar 1990, kurz nach dem Loma Prieta Erdbeben vom 17. Oktober 1989, als die ersten Seelöwen hier am Dock K ankamen. Erst 10 bis 50 Exemplare, doch schon nach wenigen Monaten hatte die Population 300 erreicht. Dies lag zum einen an der geschützten Liegestelle, zum anderen am reichhaltigen Heringsangebot der Bay und einer Heringswanderung infolge des Bebens. Jeden Winter wächst die Zahl der Tiere auf über 900 an, die dann im Sommer wieder zu den Channel Islands abwandern. Seit einigen Jahren verbleiben aber zunehmend mehr Tiere auf ihren 1994 von der Stadt eingerichteten Pontons. Vor 1990 lagen die Seelöwen am Ocean Beach in der Nähe des Cliff House. Dorthin waren sie nach dem großen Beben von 1906 gekommen.


Meine beiden letzten Besuche in 2006 und 2007 brachten wenig neue Erkenntnisse zu Tage. Der Pier bot sich mit seinen Verlockungen wie eh und je dar, einzig Pier 41, an dessen Ende Forbes Island angedockt liegt, war in 2006 wegen Bauarbeiten gesperrt. Mit einem großen Kran wurde lautstark im Hafenbecken gebohrt.

(c) Stefan Kremer - Alle Rechte vorbehalten

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