Sausalito Unterkunft SFO San Francisco Gables Inn

Wieder mal im IHOP

IHOP, South San Francisco, Kalifornien

Der Gastraum des IHOP; jedem seine Nische (288kb).

IHOP, South San Francisco, Kalifornien

Auch die Kasse ist gut auf Halloween vorbereitet, ... (255kb)

IHOP, South San Francisco, Kalifornien

... das in 2 Monaten stattfindet (265kb).

 Ich empfehle diese Unterkünfte:
Hotelempfehlung Wharf Inn
Hotelempfehlung The Gables Inn
Hotelempfehlung Sheraton Fishermans Wharf
Hotelempfehlung Travelodge San Francisco Airport North
 Ausführlichere Infos gibts hier.
Nachdem wir den Flughafen verlassen hatten waren wir bereits rund 20 Stunden auf den Beinen - aber es war erst 16 Uhr. Mit diesem Jetlagproblem muss sich jeder herumschlagen, der eine so weite Reise unternimmt - selber schuld also. Wir sollten nun nach Sausalito fahren, wo sich unsere Unterkunft, eine kleine Pension in historischem Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, befand. Doch zunächst entschieden wir uns, im bekannten IHOP zwecks Nahrungsaufnahme einen kurzen Stopp einzulegen. Einerseits waren wir ein wenig hungrig nach dem anstrengenden Tag, andererseits war dies eine angenehme Reminiszenz an die vorangegangenen Urlaube, bei denen wir stets in der Travelodge Airport North gewohnt hatten, an die das besagte IHOP angegliedert ist. Zunächst aber machte ich die obligatorischen Fotos von unserem Mietwagen - in der Tiefgarage des Rental Car Centers war das mangels Licht nicht gut möglich, und ich wollte unbedingt verhindern, dass die Lackschäden - eine handvoll kleinerer Kratzer im Stoßstangenbereich - nachher uns angerechnet würden.

Im IHOP war die Hölle los - wenn man es wörtlich nimmt zumindest. Hier ist nämlich das ganze Jahr über kunterbunte Halloweendekoration vorzufinden. Ob das etwas mit der Firmenphilosophie zu tun hat? "Tip or treat", oder wie hieß der Spruch? Jedenfalls waren wir zu dieser offenbar unüblichen Zeit die einzigen Kunden - und mussten natürlich trotzdem warten, bis die Bedienung kam um uns einen Platz zuzuweisen. Das dauerte auch nur zwei Minuten - es ist schon sehr gewöhnungsbedürftig, dass man auf einen freien Platz warten muss wenn kein einziger Tisch belegt ist und nur eine Kellnerin im Dienst ist, die ihr Revier mithin nicht besonders intensiv verteidigen muss. Aber hey, wir waren in Amerika; dreieinhalb Wochen anderes Land, andere Sitten. Dann kam sie, unsere Kellnerin. Klein, rundlich, mexikanisch. Sie führte uns zu einem zentral gelegenen Tisch, möglichst nahe an der Küchentüre. Ihr Akzent war noch verständlich, daher entwickelte sich sowas wie ein Smalltalk. Ich wollte wissen, ob Maria noch im IHOP arbeitet. Das war die Kellnerin, die mich 2003 nach zweieinhalb Jahren wiedererkannt hatte. Die Antwort überraschte mich, denn sie war tatsächlich noch dort beschäftigt, während augenscheinlich das übrige Personal bei meinen drei Urlauben jeweils komplett ausgetauscht wurde.

IHOP, South San Francisco, Kalifornien

Onion Rings (328kb).

IHOP, South San Francisco, Kalifornien

IHOP-Burger (340kb).

Ich bestellte mir eine Portion Onion Rings mit Dip, dazu eine Cola Light - Diet Coke wie man sie hier nennt, ja sogar nennen muss. Denn erstens verstehen die meisten Kellner sonst nicht, was man will (light und diet - das muss man erst mal assoziieren), und zweitens ist Cola ja ein Firmenname. Pepsi ist hingegen die marktübliche Coke in Amerika, weswegen man dann häufig fragenderweise mit "Is Diet Pepsi ok?" korrigiert wird. Das Essen kam und war schnell verputzt; die leckeren, mit Panade frittierten, süßen Zwiebelringe weckten Erinnerungen an meinen allerersten Urlaub, wo ich diese amerikanische Spezialität zum ersten Mal gegessen hatte. Für meinen Kumpel musste es etwas größeres sein: er begnügte sich mit einem IHOP-Burger in der Variante "with bacon", der wie man sieht allerdings in Einzelteilen geliefert wurde. Wie selbstverständlich gab es natürlich kostenlos ein riesiges Glas Eiswasser und Refills für jeden.

 

 


SF here we come

Highway 101, San Francisco, Kalifornien

Auf dem Highway 101 nach Norden kurz vor dem Monster-(früher 3com-) Park (191kb).

Highway 101, San Francisco, Kalifornien

Vor der Abzweigung des Hwy 280 (216kb)

Highway 80, San Francisco, Kalifornien

Auf dem Hwy 80 fahren wir unter den Hwy 101 hindurch (208kb).

Bay Bridge, Embarcadero, San Francisco, Kalifornien

Die "alte", nicht erdbebensichere Bay Bridge (211kb).

Ferry Building, Embarcadero, San Francisco, Kalifornien

Ferry Building am Embarcadero (183kb).

Golden Gate Bridge, San Francisco, Kalifornien

Die Golden Gate Bridge im Nebel (187kb).

Wir fuhren weiter. Der Highway 101 führte uns hinauf nach San Francisco. Die Bauarbeiten an einer neuen Highwaybrücke in South San Francisco, die ich 2003 noch in vollem Ausmaß bewundern konnte, waren zwischenzeitlich abgeschlossen. Ansonsten hatte sich kaum etwas bemerkenswertes verändert. Wir bogen auf den Highway 80 ab, denn unser Ziel war es, den Embarcadero entlang zu fahren. Das Wetter war herrlich, die Aussicht bekannt, fast schon gewohnt. Kein Wölkchen war am Himmel, nur am fernen Horizont hing eine dichte Nebelwand. Mir war in dem Moment klar, dass die Golden Gate Bridge wohl nicht gut sichtbar sein würde - wenn überhaupt. Aber egal, San Francisco besteht nicht nur aus der Golden Gate Bridge, und es war der erste Tag von acht (6 Übernachtungen) in der Stadt. Ich war zuversichtlich, dass sich das schon noch ändern würde. Der Weg führte uns vorbei an der alten Oakland Bay Bridge - die neue ist immer noch im Bau (2006). Da sie von Oakland aus gebaut wird und die Sicht auf den östlichen Teil durch Treasure Island teilweise blockiert ist konnte man von diesem gigantischen Bauprojekt vom Embarcadero aus nichts erahnen. Dafür fiel mir ein neuartiges Kunstobjekt rechts neben der Straße auf: zwei riesige Figuren, zurechtgeschmiedet aus dunklen Metallketten - finster und bedrohlich sah das aus und gefiel mir nicht besonders. Da war das gute alte Ferry Building schon sehr viel angenehmer, die Turmuhr war repariert (in 2003 zeigte sie konsequent 12 Uhr an). An Pier 39 hielt sich das Touristengewusel in Grenzen; es muss ja irgend wann auch mal gut sein. Jeder Mensch auf dieser Erde muss doch schon mal hier gewesen sein, möchte man meinen wenn man sich einmal bei schönem Wetter durch das Gedränge auf dem Pier hindurchgezwängt hat. Immer weiter ging die Fahrt an der Bay entlang; Aquatic Park, Crissy Field, bis wir schließlich zur tatsächlich gut getarnten Brücke gelangten. Lediglich die unteren Bereiche der einzelnen Pfeiler waren beim Drunterdurchfahren zu erkennen, so dicht drückte die Nebelmasse von See her in die Bucht hinein. Jenseits der Brücke bot sich ein faszinierendes Schauspiel. Hier fiel der Nebel wie ein dichter Teppich von den Berghängen der Marin Headlands hinunter und löste sich kurz oberhalb der Highwaytrasse auf. Dieser immerwährende, sich auflösende Wolkenstrom hatte seinen optischen Reiz. Und es bedeutete, dass Sausalito, das weiter unten an der Küstenlinie der Bucht liegt, nebelfrei sein würde.

Golden Gate Bridge, San Francisco, Kalifornien

Hier konnte man noch solange warten; der Nebel ging nicht weg (117kb).

Horseshoe Bay, Golden Gate, San Francisco, Kalifornien

Die Horseshoe Bay hingegen strahlte in der Sonne (282kb).

Wir hielten auf dem allseits beliebten Vista Point rechts vom Highway an um uns die Brücke und das Wetterschauspiel genauer anzuschauen - und frische Pazifikluft zu schnuppern. Diese war allerdings wirklich frisch, und die Brücke nahezu komplett verschleiert. Immerhin herrschte in Richtung Osten strahlendster Sonnenschein; die Horseshoe Bay mit dem Cavallo Point und der Battery Yates unterhalb des Aussichtspunktes und Angel Island dahinter präsentierten sich in der gewohnten kalifornischen Sonne. Nach diesem kurzen Halt setzten wir zum Endspurt an. Gleich hinter dem Vista Point zweigt die Alexander Avenue vom Highway ab und windet sich hinunter zur Bucht und nach Sausalito hinein. Unser Ziel, die Princess Avenue, zweigt mitten im Ort kurz vor dem Plaza am Sausalito Hotel links von der Hauptstraße, die nun Bridgeway heißt, ab. Nach wenigen Metern liegt das Gables Inn auf der rechten Straßenseite im steilen Hang. Die Einfahrt auf den eigenen Parkplatz hat Achterbahnqualität. Sicher 1,5 Meter Höhenunterschied sind hier auf kleinstem Raum zweimal zu überwinden; erst hinauf, dann hinunter - aber es geht.

 

 


Gables Inn Sausalito

Gables Inn, Sausalito, Kalifornien

Unscheinbar von außen, grandios von innen; unser Zimmer war hinter dem linken Fenster (389kb).

Gables Inn, Sausalito, Kalifornien

Von der Einfahrt zum Gables Inn am Abend Richtung Bay fotografiert (277kb).

Das Gables Inn hatten wir mit Google Earth ausfindig gemacht als wir eine Alternative zur Travelodge Airport North suchten, die näher zur Stadtmitte gelegen ist. Dass wir letztlich außerhalb San Franciscos unterkommen würden war zwar nicht von vorneherein geplant, aber entpuppte sich als perfekte Lösung. Die Motels in der Stadt sind oft entweder teuer oder liegen an Hauptstraßen. So erweiterten wir unsere Suche recht schnell auch in die angrenzenden Gebiete, und fanden schließlich diese Pension in ruhiger Lage, dazu im wunderschönen Sausalito, dessen Zentrum nur eine Minute Fußmarsch entfernt lag. Diese perfekte Lage und die ansprechende Homepage des Inns sahen wir bei unserer Ankunft bestätigt. Im Gegensatz zu den Motelketten, die wie Firmen von Angestellten geführt werden, ist das Gables Inn in Familienbesitz - und das hat eine Menge Vorteile. Zum einen wird hier auf Details geachtet, denn das Inn ist schließlich der eigene Besitz, zum anderen bestimmt die Zufriedenheit der Kunden ganz direkt das eigene Einkommen.

Gables Inn, Sausalito, Kalifornien

Der Aufgang zur ersten Etage mit Rezeption (142kb).

Als ich das Gables Inn betrat war ich überrascht. So hatte ich mir das Innenleben nicht vorgestellt. Das alte historische Gebäude stammt aus dem Jahre 1869. In seiner abwechslungsreichen Geschichte hatte es bereits als erstes Hotel von Sausalito (um 1880), dann als Stadthalle (1904-1919), Krankenhaus während einer Grippeepidemie (1919-1920) und als Kirche der Christian Science Church (1920-1967) gedient. Seit 1995 ist es im Besitz der Familie Abraham und Patricia Chador, die das Gebäude wieder seinem ursprünglichen Zweck zurückführten: einem Hotel. Von innen würde es entsprechend rustikal und altertümlich ausschauen, hatte ich gedacht. Was ich aber vorfand war ein gut renoviertes Gebäude mit moderner und geschmackvoller Einrichtung, die zwar an den Stil der Epoche angelehnt war, aber heutigen Ansprüchen genügte. Auf der rechten Seite trennte eine lange Holztheke mit Barhockern den Rezeptionsbereich vom Flur ab. Davor ging eine Treppe hinauf in das erste Stockwerk, wo die teureren Zimmer angesiedelt waren. Gegenüber des Eingangs befand sich ein großer Raum, dessen hintere Wand eine große Fensterfront bildete. Hier führte eine Türe hinaus auf eine Veranda, von der man allerdings aufgrund der engen Bebauung keine Sicht auf die Bucht genießen konnte. Dies ist nur von den oberen Stockwerken aus möglich.

Gables Inn, Sausalito, Kalifornien

Die als Bar getarnte Rezeption (263kb).

Gables Inn, Sausalito, Kalifornien

Am Eingang liegen allerlei Prospekte und Karten bereit (218kb).

Gables Inn, Sausalito, Kalifornien

Im The Maple residierten wir wie die Könige (162kb).

Wir checkten zunächst ein, was ganz problemlos vonstatten ging, und bekamen dann das von uns online gebuchte Zimmer zugewiesen. Im Gables Inn haben alle neun Gästezimmer Baumnamen, was wohl damit zu tun hat, dass am heutigen Standort vor dessen Bau ein kleiner Kastanien-Hain angesiedelt war, in dem später ein Tanzboden errichtet wurde ("Damons Hall") und Grundlage für den späteren Bau wurde. Das "The Buckeye"-Zimmer erinnert namentlich an diesen Hain. Unser Zimmer hieß "The Maple" und befand sich unmittelbar gegenüber des Treppenaufgangs am Ende eines kurzen Flures. Das Maple ist das kleinste Gästezimmer im Gables Inn; das kleinste, aber auch das preiswerteste. Beide Attribute bedeuten aber nicht, dass es ein schlechtes Zimmer wäre. Ganz im Gegenteil: gerade aufgrund dieser Eigenschaften strahlt das Maple eine besondere Art Gemütlichkeit aus. Die beiden recht knapp bemessenen Räume des Maple sind optimal genutzt. Die relativ hohen Decken, gepaart mit den durchaus an das 19. Jahrhundert erinnernden historischen Fenstern, vermitteln wirklich den Eindruck eines alten Gebäudes, und das ist wohl auch Sinn und Zweck im Gables Inn. Die Fenstertechnik muss ich einmal genauer erläutern. Es handelt sich hierbei um zweiteilige Fenster im Holzrahmen, bei denen man das untere Element nach oben schieben und dort verankern kann um so das Fenster zu öffnen. Wie nicht anders zu erwarten ist diese Technik sehr hakelig und nicht zwingend luftdicht. Die Gardinen sind ähnlich einer Jalousie an der Decke befestigt und können mit einem Kordelzug hinuntergelassen und wieder heraufgezogen werden, wobei das Fixieren in einer bestimmten Höhe dadurch realisiert wird, dass die Kordel solange um eine nagelähnliche Halterung gewickelt wird, bis durch den Reibungswiderstand die nötige Festigkeit zum Halten des Vorhangs entsteht. Das war eine sehr abenteuerliche Konstruktion, aber sie funktionierte. Und gerade solche Details unterstrichen den Charme dieser Pension. Lediglich der große Standventilator im Raum störte ein wenig die Atmosphäre. Aber egal, wenn es heiß gewesen wäre hätten wir auch gemeckert, wenn er nicht dagewesen wäre...

Gables Inn, Sausalito, Kalifornien

Elegant bettet man sich; nur der Schalter der Nachttischlampe war eine technische Zumutung (160kb).

Gables Inn, Sausalito, Kalifornien

Das Zimmer war wirklich nicht sehr geräumig (143kb).

Gables Inn, Sausalito, Kalifornien

Der Pseudo-Schrank macht die Ecke zum Hingucker (250kb).

Gables Inn, Sausalito, Kalifornien

Hier macht Waschen Spaß (138kb).

Unser Zimmer hatte ein großes Kingsize Bett in angenehmer Höhe und mit einer durchaus bequemen Matratze; nicht zu hart und nicht zu weich. Der Blickfang war jedoch ein alter Schrank aus dunklem Redwood-Holz, der in der Ecke stand. Er war mit vielen Verzierungen beschnitzt, offensichtlich sehr schwer, aber leider auch sehr verzogen, so dass er nicht mehr zu öffnen war - jedenfalls nicht ohne Gewaltanwendung - und somit lediglich optischer Schmuck. Das Schlafzimmer hatte auch einen Fernseher, in dem man - was wir allerdings erst später herausgetüftelt hatten - Videos schauen konnte, die man sich in der Rezeption bestellen konnte. Dieser Videoservice wurde in jedem Zimmer angeboten; man musste nur Bescheid geben, was man sehen möchte, dann wurde das entsprechende Video in dem Abspielgerät an der Rezeption eingelegt und in das entsprechende Zimmer übertragen. Aber auch so reichte das Programmangebot, das wir abends in Anspruch nahmen, vollkommen aus und ich wurde ein Fan der Serie "Still standing".

Neben diesem Schlafzimmer gab es noch das Badezimmer, ein vergleichsweise großer Raum mit einer ganz hervorragenden, behindertengerechten Roll-In Dusche mit einem Wandsitz. Bis auf die logischerweise moderne Dusche war auch dieses Badezimmer vom Einrichtungsstil bemüht im 19. Jahrhundert angesiedelt. Ein kleines Canapé mit geflochtenem Sitz diente als Kleiderablage.

Ich war sehr zufrieden mit der Unterkunft. Das war wirklich etwas ganz anderes als die bisherigen Hotelzimmer; eine ganz andere Epoche. Ich hatte mich ja bereits etwas intensiver mit der Stadtgeschichte San Franciscos auseinandergesetzt, vor allem mit der Zeit des großen Erdbebens 1906. Das Gables Inn hat diese Zeit erlebt, ja überlebt - nahezu unbeschadet sogar. Irgendwie fühlte ich mich in diese Epoche zurückversetzt. Als ich abends im Bett lag und nur das fahle Lämpchen des Rauchmelders an der Decke eine optische Erinnerung an das 21. Jahrhundert darstellte überlegte ich, wie wohl die Menschen vor über 100 Jahren hier gelebt haben mögen. Ein faszinierendes Gedankenspiel in einer faszinierenden Umgebung.

Gables Inn, Sausalito, Kalifornien

Also wenn das mal nicht Stil hat... (347kb)

Am Abend, wir waren ja erst am späten Nachmittag angekommen, machten wir noch Gebrauch von dem ungewöhnlichen Angebot des Gables Inn, eine Auswahl an Käse und Wein kostenfrei in der gemütlichen Atmosphäre des Hauses zu genießen. Und so servierte uns die Angestellte des Hauses extra für uns - wir waren zu dem Zeitpunkt die einzigen Gäste im Aufenthaltsraum, oder sagen wir besser im Wohnzimmer der Pension - einen großen Teller mit drei verschiedenen Käsesorten; einem Hartkäse, einem Pfefferkäse und einem Schimmelkäse, die ich allesamt noch nicht kannte. Dazu gab es wahlweise einen halbtrockenen Weißwein aus vermutlich lokalem Anbau, oder eine süße Version, die aber sicher nicht mein Geschmack gewesen wäre. Da ich schon 30 Stunden auf den Beinen war verzichtete ich darauf, die genaue Herkunft zu erfragen, sondern genoss einfach in dieser einzigartigen Umgebung den Abendsnack auf einer gemütlichen Couch bei gedämpften Licht vor einem knisternden, offenen Kamin. Was könnte es romantischeres im Urlaub geben? - Ok, die Frau an meiner Seite fehlte ;)

Gables Inn, Sausalito, Kalifornien

Frühstückstisch mit Buffet; dahinter die Treppe zu den Zimmern im Untergeschoss (298kb).

Gables Inn, Sausalito, Kalifornien

Blick Richtung Eingang mit Rezeption und der saugemütlichen Kamincouch (252kb).

Gables Inn, Sausalito, Kalifornien

Türe zur Veranda (221kb).

Am nächsten Morgen entdeckten wir ein weiteres Highlight des Gables Inn: ein ebenfalls im Preis inbegriffenes Frühstück. Nun kennt man solche inklusiven Frühstücke ja in den Motels auch. Dort heißt es dann Continental oder Basic Breakfast. Im Regelfall setzt es sich zusammen aus einem Orange juice und einem Donut, also einer sehr preiswerten und oftmals auch nicht besonders schmackhaften Kombination, die zudem mengenmäßig auch völlig unzureichend ist. Doch der Begriff "including breakfast" sollte im Gables Inn völlig neu definiert werden. Unter Frühstück versteht man hier eine Auswahl aus vielen verschiedenen, vornehmlich süßen Gebäcken (donuts, beagles und croissants), dazu wahlweise Toast oder Brot. Eine Fülle an frischem Obst wie Erdbeeren, Honigmelonen, Wassermelonen, Äpfel, Orangen und Bananen, aber auch verschiedene Joghurts, Cornflakes oder Müsliarten standen zur Auswahl. Die Joghurts wurden übrigens im Gegensatz zu hier an der schmalen Seite, also unten, geöffnet, was ich sehr unpraktisch fand, weil der Löffel dann nur gerade so durch die Öffnung passte. Als Getränke standen echter, frisch zubereiteter Bohnenkaffee im Spender, mindestens zehn Sorten Tee, von chinesischem Tee über ausgewählte französische Teesorten, bis hin zum obligatorischen Orangen- und Apfelsaft zur Verfügung. Alles in Allem war dies ein Frühstück, das keinen Wunsch offen ließ, das, absolut frisch und ausgesprochen lecker, ein idealer Start in den Tag war. Ich sollte es in den folgenden Tagen in vollem Umfang genießen. Das ganze fand zudem in dem besagten Wohnzimmer der Pension statt; einem großen Raum, der sich einteilte in die Rezeption, der Sitzgruppe mit Sofa vor dem offenen Kamin und eben jenem hölzernen Esstisch, an dem zehn Personen Platz fanden. Durchaus eine Bereicherung war die Tatsache, dass es nur diesen einen Tisch für das Frühstück gab. So traf man hier mitunter auch die übrigen Gäste, speiste gemeinsam und es entstanden Gespräche. Eine Frau aus Dallas war hier zu Besuch, war aber schon in Köln und Trier gewesen; klein ist die Welt. Dem Tisch gegenüber stand der Buffettisch, auf dem das ganze Essen aufgetischt war, während auf der gegenüberliegenden Seite die Getränke standen. Selbst mehrere aktuelle Tageszeitungen lagen für die Gäste bereit, in denen allerdings - selbstredend - wenig über außenpolitische Geschehnisse berichtet wurde.

Derart gestärkt und überaus zufrieden über unsere Unterkunftswahl konnte der Tag beginnen. Selten war ich so angenehm überrascht von einem Hotel, und es sollte sicherlich nicht das letzte Mal sein, dass ich im Gables Inn übernachtet habe.

(Letzte Änderung: 19.11.2006)

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