Dantes View Death Valley

Dantes View, Death Valley, Kalifornien

Blick nach Norden Richtung Furnace Creek (188kb).

Dantes View, Death Valley, Kalifornien

Im Nordwesten werden die Salzablagerungen sichtbar (222kb).

Oberhalb von befindet sich an der Ostseite des Tals in den Black Mountains der Amargosa Range der 1.669 Meter hohe Dantes Peak mit Dantes View. Dieser berühmte Aussichtspunkt bietet einen Blick in das über seine gesamte Länge nach Norden und Süden und auf die gegenüber liegenden Panamint Mountains mit ihrer höchsten Erhebung, dem Telescope Peak mit 3.368 Metern Höhe. Zu Füßen von Dantes View liegt die Salzpfanne von Badwater. Dies ist besonders bei Sonnenaufgang sehenswert wenn die Gebirgskette in rötliches Licht getaucht ist. Bei ganz klarer Sicht kann man sogar den 4.418 Meter hohen Mount Whitney in der Ferne erkennen, wodurch man den höchsten und den niedrigsten Punkt der USA auf einmal sehen kann. Bisher hatte ich dieses Glück jedoch nicht, und es soll wohl auch nur an klaren Wintertagen möglich sein.
Dantes View, Badwater, Telescope Peak, Death Valley, Kalifornien

Im Westen: Telescope Peak und Badwater (160kb).

Dantes View, Death Valley, Kalifornien

Aussicht nach Südwesten (212kb).

Dantes View, Death Valley, Kalifornien

Unten die Salzpfanne um Badwater, dahinter die Panamint Mountains (373kb).

Rund 19 Kilometer südlich von Furnace Creek geht die Dantes View Road südlich vom Highway 190 ab. Von der Abfahrt aus sind es noch 21 Kilometer bis zum Aussichtspunkt; eine lange, steile und kurvige Straße. Besonders das letzte Stück mit seinen Haarnadelkurven wird richtig anspruchsvoll - ein wahrer Genuss, und für RV's natürlich tabu. Für Trailer gibt es eine viertel Meile vor dem Ende der Straße einen separaten Parkplatz. Auf der Fahrt hierher kann man auf der linken Straßenseite die Billie Mine erkennen, in der Borax gewonnen wird. Unterhalb der Mine befindet sich Ryan, ein Minenarbeitercamp aus den 1920ern. Beides ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. An Dantes View angekommen befindet man sich auf einem großen Parkplatz, der die Erkundung der Hügelkuppe ermöglicht. Trotz der Höhenlage ist die Temperatur jedoch nicht zu unterschätzen. Sie ist zwar rund 15 Grad niedriger als im Tal, aber immer noch beachtlich. Die steinige Umgebung speichert die Wärme wie ein Backofen und verhindert so die Abkühlung während der Nacht. Man kann sich gut vorstellen, dass von diesem Punkt aus den Siedlern, die im 19. Jahrhundert das Tal durchqueren wollten, das gegenüberliegende Gebirge verhängnisvollerweise sehr nahe erschien. Zudem trägt der Telescope Peak oft bis Juni eine Schneekrone. Was auch auffällt bei einem Rundblick ist, dass es absolut keine Stelle in Sichtweite gibt, die auch nur ansatzweise Schatten abgibt. Nur einige zerklüftete Canyons am Rand des Tals bieten etwas Schutz vor der direkten Sonneneinstrahlung - erhitzt sind die Steine trotzdem. Die einzigen Lebewesen neben den Touristen waren ein paar Raben und ein ganzer Schwarm Bienen, die sich in einem nahegelegenen Strauch an der östlichen Parkplatzseite niedergelassen hatten.

Dantes View, Death Valley, Kalifornien

Die einzigen schattigen Stellen weit und breit (409kb).

Dantes View, Death Valley, Kalifornien

Die südlichen Ausläufer des Tals (225kb).

Dantes View, Death Valley, Kalifornien

Die Black Mountains der Amargosa Range (305kb).

Das relativ sanft abfallende südliche Gelände am Dantes View Parkplatz lädt förmlich dazu ein, sich über einen 320 Meter langen Weg noch etwas näher an den Abgrund vorzukämpfen um den kompletten Südteil des Tals zu sehen. Auch ein Pärchen mit Kinderwagen machte sich auf den mühsamen Weg über den nicht befestigten Trampelpfad. Zwar ist der Bergrücken breit und fällt nur leicht an den Seiten ab, aber er ist steinig und mit einem Gefährt wie dem Kinderwagen nur mit Mühe zu bewältigen. Nichtsdestotrotz lohnt es die Mühe. Dank der vorgelagerten Position auf diesem Felskamm hat man freie Sicht nach Süden, die vom Parkplatz aus ansonsten nicht möglich ist. Alternativ kann man auch den Hügel im Norden des Parkplatzes erklimmen. Dieser Weg ist aber länger und noch etwas schwieriger zu gehen.

Eine Picknickarea und Toiletten sind am Aussichtspunkt ebenfalls vorhanden, in einem windgeschützten Bereich.

Etwas überrascht war ich, als plötzlich zwei buddhistische Mönche in wallenden, orangenen Kutten, kahlrasierten Köpfen und auf Sandalen neben mir standen. Begeistert machten sie ein Foto nach dem anderen und knipsten sich gegenseitig vor der Talkulisse. Dies waren mit Abstand die außergewöhnlichsten Touristen, die ich in Amerika gesehen habe.

Dantes View, Badwater Road, Death Valley, Kalifornien

Die nördliche Badwater Road (238kb).

Dantes View, Death Valley, Kalifornien

Gegend um Artists Palette (221kb).

Dantes View, Death Valley, Kalifornien

Der nördliche Aussichtshügel (260kb).

Bleibt noch zu klären, woher Dantes View seinen Namen hat. Erschlossen wurde der Aussichtspunkt im April 1926, als mehrere weitsichtige Geschäftsleute der Eisenbahn und der Boraxminen für touristische Zwecke den idealen Aussichtspunkt über das Death Valley suchten. Beinahe hätten sie sich für Chloride entschieden, doch Deputy Sheriff Charlie Brown aus Greenwater zeigte ihnen schließlich diese abgelegene Stelle, die sie kurzerhand "Dantes View" nannten. Dies leitet sich offenbar ab von dem Klassiker "Dantes Inferno". Somit stammt der Name also nicht von einem Pionier.

(c) Stefan Kremer - Alle Rechte vorbehalten

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